Das Militärrabbinat nimmt seine Arbeit auf

Das Militärrabbinat nimmt seine Arbeit auf

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Datum:
Ort:
Berlin
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Ein weiterer Schritt zum Aufbau der jüdischen Militärseelsorge in der Bundeswehr ist gemacht. Das Militärrabbinat hat seine Arbeit in Berlin aufgenommen. Außenstellen in Hamburg, Köln, Leipzig, München und Schwielowsee werden bald folgen.

Eine Frau und ein Soldat sitzen sich gegenüber und sprechen miteinander

Generalmajor Wolfgang Gäbelein vom Planungsamt der Bundeswehr begrüßt Angelika Günzel, Leiterin des Militärrabbinates, in seinem Büro

Bundeswehr/Planungsamt

Eine Woche nach Amtseinführung des Militärbundesrabbiners Zsolt Balla trat Angelika Günzel am 28. Juni 2021 ihren Dienst als Leiterin des Militärrabbinates in der Oberspreestraße in Berlin an. „Ich heiße Sie herzlich in der Bundeswehr willkommen. Es ist mir eine große Ehre, Sie bei der Aufstellung des Militärrabbinates unterstützen zu dürfen“, sagte Generalmajor Wolfgang Gäbelein bei der Begrüßung.

Unterstützung von allen Seiten

Gäbelein ist Amtschef des Planungsamtes der Bundeswehr. Bis die vorgesehenen Räumlichkeiten in Berlin-Mitte fertig sind, ist das Militärrabbinat im Planungsamt untergebracht. Im Zentrum von Berlin haben auch das evangelische Kirchenamt der Bundeswehr und das katholische Militärbischofsamt ihre Büros. Die christliche Militärseelsorge unterstützen das Militärrabbinat übergangsweise bei ITInformationstechnik- und Verwaltungsfragen.

Stellenausschreibungen laufen

Der Kern des Militärrabbinates besteht momentan aus abgeordneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bundeswehrverwaltung und kommandierten Soldatinnen und Soldaten. Der Organisationsbereich Personal und das Militärrabbinat arbeiten an der Besetzung der offenen Dienstposten. Für die insgesamt zehn Stellen als Militärrabbinerinnen oder Militärrabbiner laufen Einstellungsgespräche. Dabei soll ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Glaubensrichtungen erreicht werden.

Aufbau ähnlich wie die christliche Militärseelsorge

Das Militärrabbinat ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums. Die religiöse Leitung übernimmt der Militärbundesrabbiner. Er ist zugleich oberster jüdischer Militärseelsorger. Die administrative Leitung hat die Leiterin des Militärrabbinates inne. „Wie bei der christlichen Militärseelsorge wird es bei uns auch Referate mit den Aufgabengebieten Aus- und Fortbildung, theologische Grundsatzangelegenheiten, Gemeindearbeit und halachische, also religiöse Dienste im engeren Sinn geben“, so Günzel.

Regionale Außenstellen mit jeweils zwei Militärrabbinerinnen und -rabbinern sind in Hamburg, Köln, Leipzig und München vorgesehen. In Schwielowsee bei Potsdam soll eine weitere Außenstelle mit dem Schwerpunkt Einsatz entstehen. In Schwielowsee befindet sich auch das Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Ministerin Kramp-Karrenbauer steht mit zwei Männern in einer Synagoge vor einem Altar

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Militärbundesrabbiner Zsolt Balla und Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland bei der Amtseinführung des Militärbundesrabbiners

Bundeswehr/Tom Twardy

Der Weg zur jüdischen Militärseelsorge

Militärbundesrabbiner Zsolt Balla wurde am 21. Juni 2021 durch den Zentralrat der Juden in der Leipziger Synagoge in sein Amt eingeführt. Zuvor hatte der Bundestag am 28. Mai 2020 das Gesetz über die jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr verabschiedet. Damit setzte er den Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland vom 20. Dezember 2019 um.

von Christian Matok

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