NATO

Der Nordatlantikpakt – Kurz erklärt

Der Nordatlantikpakt – Kurz erklärt

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

Die NATO (North Atlantic Treaty Organization, deutsch: Nordatlantikpakt-Organisation) ist ein multinationales Bündnis von 30 europäischen und nordamerikanischen Staaten. Gegründet 1949, bekennen sich die Mitglieder im Bündnisvertrag zu Frieden, Demokratie, Freiheit und der Herrschaft des Rechts. Deutschland ist seit 1955 NATO-Mitglied.

Vor dem NATO-Hauptquartier steht der NATO-Stern sowie die wehenden Flaggen der Mitgliedsstaaten.

Vor dem NATO-Hauptquartier in Brüssel wehen hinter einem stilisierten NATO-Stern die Flaggen aller 30 Mitgliedsländer

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Im Kern: Der Bündnisfall

Kollektive Verteidigung, Krisenmanagement und kooperative Sicherheit sind die Hauptaufgaben der Allianz. Kern der NATO ist der Nordatlantikvertrag, den alle Mitglieder unterschrieben haben. Der völkerrechtliche Vertrag verpflichtet seine Mitgliedstaaten in Artikel 5, einen bewaffneten Angriff auf einen von ihnen in Europa oder Nordamerika als Angriff gegen sie alle anzusehen. Dieser Bündnisfall hält die NATO-Mitglieder dazu an, das angegriffene Bündnismitglied zu unterstützen. Welche Maßnahmen die einzelnen Länder treffen, entscheidet jeder Mitgliedsstaat nach eigenen Regeln selbst – es gibt keinen automatischen Militäreinsatz aller NATO-Staaten. Der Bündnisfall nach Artikel 5 wurde seit Gründung der NATO bisher nur einmal ausgerufen – nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Multinationale Struktur

Die NATO besitzt eine umfassende Struktur an multinationalen Hauptquartieren und regionalen Kommandos innerhalb des Bündnisgebietes, die aus militärischem und zivilem Personal der Mitgliedsländer zusammengestellt werden. Die einzelnen Länder haben unterschiedlich große Anteile ihrer nationalen Streitkräfte dauerhaft oder temporär dem NATO-Kommando unterstellt. Um auf sich schnell verändernde Situationen reagieren zu können, wurde 2002 die NATO Response Force (dt. NATO Eingreiftruppe, NRFNATO Response Force) aus Boden-, Luft- und Seestreitkräften geschaffen. Der nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 auf rund 50.000 Soldatinnen und Soldaten verdoppelte Großverband wird jedes Jahr von einem anderen Mitgliedsstaat gestellt. Die NRFNATO Response Force muss im Notfall innerhalb eines Monats einsatzbereit sein. Innerhalb der Eingreiftruppe wurde die rund 10.000 Mann starke Very High Readiness Joint Force (dt. hochbereite Einsatztruppe, VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) aufgestellt, die innerhalb weniger Tage eingesetzt werden kann. Besonderes Augenmerk legen die Mitgliedsstaaten seit 2014 auf die Sicherung der Flanken des Bündnisses. So wurden beispielsweise vier Einsatzverbände geschaffen, die in Polen, Litauen, Lettland und Estland präsent sind und mit den dortigen Streitkräften der Abschreckung dienen. Diese Verbände sind nicht dauerhaft stationiert, sondern rotieren regelmäßig mit Verbänden aus den truppenstellenden Mitgliedstaaten.

von Björn Lenz