Schnelle Eingreiftruppe für den Ernstfall: Immediate Reaction Force im Camp Marmal

Schnelle Eingreiftruppe für den Ernstfall: Immediate Reaction Force im Camp Marmal

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Afghanistan
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Es ist ein heißer Nachmittag im Camp Marmal in Afghanistan. Gnadenlos brennt die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Die Hitze flimmert über dem Asphalt der Straße vor dem Bereich der deutschen Force-Protection-Kompanien. Plötzlich schallen laute Rufe aus dem Shelter, wenige Sekunden später sprinten rund 30 Soldaten heraus. Alarm für die IRF!

Soldaten stehen neben einem gepanzerten Fahrzeug vom Typ Dingo und besprechen sich

Bevor die IRF mit ihren Unterstützern wie Arzttrupp, Kampfmittelabwehr oder Störpanzer das Lager verlassen, gibt der Zugführer in einem kurzen Briefing Lage und Auftrag bekannt

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Direkt vor den Unterkünften stehen ihre einsatzbereiten Gefechtsfahrzeuge. Die Soldaten legen ihre Ausrüstung an und sitzen direkt auf. Ihr Zugführer ist bereits auf dem Weg in den Gefechtsstand, das Tactical Operations Center (TOCTactical operation cell), um den Auftrag seiner Immediate Reaction Force (IRF) zu erfahren. Die Immediate Reaction Force ist die schnelle Eingreiftruppe und wird zurzeit von der Bundeswehr gestellt. „Die IRF hat normalerweise eine kurze Reaktionszeit nach der Alarmierung“, erklärt Hauptmann Torben S.*, Kompanieeinsatzoffizier der Masar-i Scharif-Kompanie vom multinationalen Force Protection Battalion. Zu diesem Verband gehört die IRF.

Unterstützung für die IRF

Die Dingo-Fahrzeuge des Zuges machen sich auf den Weg zum Auffahrplatz in der Nähe des Haupttores. Unterwegs stoßen noch verschiedene Unterstützungseinheiten dazu. „Je nach Auftrag unterstützen uns Kampfmittelabwehr (EODExplosive Ordnance Disposal), JTAC (Joint Terminal Attack Controller, gemeinsamer Feuerunterstützungstrupp), beweglicher Arzttrupp, Störpanzer oder auch ein Bergetrupp mit Kran“, erläutert Hauptmann S. Immer, wenn außerhalb von Camp Marmal Verstärkung benötigt wird, schlägt die Stunde der IRF. „Die Aufgaben können vielfältig sein – vom Verkehrsunfall über einen Angriff bis hin zu einem IEDImprovised Explosive Device-Verdacht ist alles möglich.“

Soldaten steigen in gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo

Die Soldaten der IRF müssen nach der Alarmierung in kurzer Zeit mit ihren Gefechtsfahrzeugen einsatzbereit sein

Bundeswehr/Torsten Kraatz
Gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo fahren auf einer unbefestigen Straße

Mit ihren Dingos ist die schnelle Eingreiftruppe Immediate Reaction Force (IRF) hochmobil und gut geschützt

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Kurze Befehlsausgabe, dann geht es los

Der Zugführer ist zurück aus dem TOCTactical operation cell, der Auftrag für die schnelle Eingreiftruppe steht fest. Vor seinem Führungsfahrzeug versammelt er seine Gruppenführer und die Führer der Unterstützungseinheiten zu einer kurzen Befehlsausgabe – in Englisch. Der EODExplosive Ordnance Disposal-Trupp ist aus Bosnien-Herzegowina, der Arzttrupp aus den Niederlanden. Alltag in einer multinationalen Auslandsmission wie Resolute Support. „Okay, gentlemen, situation as follows…“, beginnt der Zugführer sein Briefing. In knappen Worten erklärt er mithilfe einer Karte des Operationsgebietes Lage und Auftrag der IRF.

Üben für den Ernstfall

Auch wenn es heute nur eine Übung ist – der Ernstfall kann jederzeit eintreten. Eine durchaus belastende Aufgabe für die Soldaten der schnellen Eingreiftruppe. „Der IRF-Zug ist immer mehrere Tage in Bereitschaft, dann wechselt die Verantwortung in einen anderen Zug“, erklärt der Kompanieeinsatzoffizier. Für die Männer der Masar-i Scharif-Kompanie aber endet die Aufgabe als schnelle Eingreiftruppe bald: Im Rahmen der Rückverlegung aus Afghanistan gibt die Kompanie ihre Fahrzeuge ab. „Dann übernimmt ein multinationaler Zug die Rolle der IRF.“

*Name  zum Schutz des Soldaten abgekürzt.

von Björn Lenz

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