Übung

Green Griffin: Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Bei Green Griffin 2021 haben Angehörige der Division Schnelle Kräfte (DSKDivision Schnelle Kräfte) im Herbst mit Kameradinnen und Kameraden aus den Niederlanden, Rumänien und den USA verschiedene Luftlandeoperationen geübt. Für ein niederländisches Infanteriebataillon stand dabei auch die NATO-Zertifizierung an.

Mehrere Soldaten verlassen über die Heckrampe zwei Hubschrauber vom Typ Chinook und laufen zu Kettenfahrzeugen im Gelände.

Komplexes Szenario in der Heide – Stresstest für die Division Schnelle Kräfte

Die Übung Green Griffin kann als Leistungskontrolle, Prüfstein der Landes- und Bündnisverteidigung, verstanden werden. Hier wird multinational und teilstreitkraftübergreifend abgebildet, was luftbewegliche NATO-Einheiten beherrschen müssen. Etwa schnelle, handstreichartige Operationen mit Luftunterstützung. Eine echte Herausforderung.

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  • Ein deutscher und ein niederländischer Soldat schauen gemeinsam auf eine Karte und besprechen sich.
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    Brothers in Arms

    Der Kompaniechef der 4. Kompanie des Fallschirmjägerregimentes 26 und der S2-Stabsoffizier des 11. Niederländischen Infanteriebataillons besprechen das gemeinsame Vorgehen. An der Übung Green Griffin 2021 waren im Herbst knapp 2.500 Soldatinnen und Soldaten aus vier Nationen mit 850 Fahrzeugen und drei Dutzend Hubschraubern beteiligt. Neben Deutschen und Niederländern nahmen auch Rumänen und Angehörige der USUnited States Army an Green Griffin teil.

    Im Kern diente die Übung dazu, nationale Zertifizierungen zu erhalten und taktische sowie operative Abläufe zwischen den beteiligten Einheiten und Verbänden zu harmonisieren. Besonders im Fokus: die multinationale Air Mobile Task Force 11 und die deutsche Aviation Task Force NATO Response Force 2022-24. Letztere wird 2023 als Teil des deutschen Beitrages zur Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ), also zur NATO-Speerspitze, gehören.

    Während der Übung wurde die 4. Kompanie des Fallschirmjägerregimentes 26 dem 11. Niederländischen Infanteriebataillon unterstellt. So verstärkt konnten die Niederländer ihren Zertifizierungsprozess für Luftlandeoperationen auf Bataillonsebene angehen.

  • Mehrere Hubschrauber in der Luft und am Boden stehend. Soldaten und Fahrzeuge bewegen sich durch das Gelände.
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    Bereit für den Einsatz

    Vor dem Kampfauftrag steht der Transport ins Einsatzgebiet. Hubschrauber sind dafür das Mittel der Wahl. Sie setzen punktgenau ab. Das umständliche Sammeln wie nach einem Automaten-Fallschirmsprung entfällt. Außerdem kann die Truppe nach dem Einsatz wieder ausgeflogen werden.

    Bei Green Griffin waren 35 Hubschrauber aus drei Nationen eingebunden. Die Bundeswehr setzte Transporthubschrauber NHNATO-Helicopter-90 sowie Kampfhubschrauber Tiger ein. Niederländer und USUnited States-Amerikaner steuerten UH-60 Black Hawk, CH-47 Chinook und AH-64 Apache bei.

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    Mehrere Soldaten sitzen in einem Hubschrauber.

    Niederländische Infanteristen werden mit mittleren Transporthubschraubern, amerikanischen CH-47 Chinook, zu ihrem Einsatzort geflogen. Sie sollen einen Raid, also eine zeitlich und örtlich begrenzte Operation, durchführen.

    Bundeswehr/Jana Neumann
    Vier Hubschrauber vom Typ NH-90 im Schwebeflug werfen Netze mit Material im Gelände ab.

    Das Anlanden der Truppe mit Hubschraubern sichert das Überraschungsmoment und ist weniger riskant als das Absetzen mit Fallschirmen. Material wird auch mit Hubschraubern nachgeführt. Hier bringen deutsche NHNATO-Helicopter-90 Nachschub.

    Bundeswehr/Jana Neumann
    Ein Hubschrauber vom Typ Chinook fliegt dicht über einem Kettenfahrzeug vom Typ Wiesel.

    Nach der Erfüllung des Auftrages geht es auf dem Luftweg zurück zur Basis. Interoperabilität ist ein Schwerpunkt bei Green Griffin. Ein deutscher Waffenträger Wiesel 1 wird von den amerikanischen Soldaten im CH-47 ausgeflogen.

    Bundeswehr/Jana Neumann

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  • Zwei Soldaten sitzen und liegen mit ihren Waffen im Anschlag im Gelände.
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    Eyes on target

    Ein niederländisches Scharfschützenteam der C-Kompanie unterstützt seine Kameraden beim Angriff auf die feindbesetzte Ortschaft. Ihre Waffe ist das AWM-338 Scharfschützengewehr, das als G22 mit anderem Kaliber auch bei der Bundeswehr verwendet wird. Die niederländischen Scharfschützen sind als Spezialisten in den Kompanien integriert und können bedarfsweise auf Zug- oder Kompanieebene eingesetzt werden. Sie führen aber auch selbstständige Missionen aus.

    Der Raid führt die niederländischen Infanteristen in ein feindbesetztes Dorf. Der Auftrag lautet, den Widerstand des Gegners zu brechen und die Ortschaft handstreichartig zu nehmen. Dabei sollen nach Möglichkeit Gefangene eingebracht und feindliche Unterlagen erbeutet werden. Für diese Operationsart wird das niederländische Bataillon nach NATO-Vorgaben zertifiziert.

  • Mehrere bewaffnete Soldaten laufen im Gelände.
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    Fallschirmjäger im Vorwärtsgang

    In der zweiten Welle greift die 4. Kompanie des Fallschirmjägerregimentes 26 an. Wie ihre niederländischen Kameraden vom 11. Infanteriebataillon müssen auch sie das Objekt in einer vordefinierten Zeitspanne erreichen und nehmen. Angelandet mit USUnited States-Hubschraubern CH-47 Chinook entfaltet sich die Kompanie und nimmt den Kampf auf. Der Auftrag gestaltet sich alles andere als einfach. Denn der Gegner besitzt Ortskenntnis, ist gut verschanzt und verfügt sogar über Waffenträger Wiesel mit 20-Millimeter-Maschinenkanonen.

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    Ein Soldat steht mit seiner Waffe in der Hand an einer Hauswand. Im Hintergrund stehen mehrere Soldaten an einem Haus.

    Ob Deutsche oder Niederländer: Der Kampf im urbanen Raum ist immer anspruchsvoll. Das Deckungselement muss aufmerksam sein und für Feuerschutz sorgen. Die Gruppen arbeiten sich überschlagend durch die Ortschaft vor und nehmen die Gebäude.

    Bundeswehr/Jana Neumann
    Ein bewaffneter Soldat geht mit einem Hund an der Leine im Gelände

    Die Fallschirmjäger aus dem Saarland haben auch Diensthunde dabei. Geführt von den Spezialisten des Diensthundezuges sind die vierbeinigen Kameraden gut geeignet, den Gegner aus der Deckung zu treiben.

    Bundeswehr/Jana Neumann
    Mehrere bewaffnete Soldaten verschiedener Nationen stehen und knien um am Boden liegender Soldaten im Gelände.

    Niederländische Infanteristen haben einen Gegner gestellt und zu Boden gebracht. Er wird entwaffnet und durchsucht. Die Gegner werden durch Angehörige des Fallschirmjägerregimentes 31 dargestellt.

    Bundeswehr/Jana Neumann

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  • Drei Soldaten verschiedener Nationen sitzen auf dem Boden um einen Gaskocher und sprechen miteinander.
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    Gespräch in der Kampfpause

    Ein deutscher Fallschirmjäger, eine rumänische Soldatin und ein niederländischer Infanterist nutzen eine Pause für ein Gespräch und einen Happen zwischendurch.  Die 81. Mechanisierte Brigade der rumänischen Streitkräfte gehört zu den rumänischen Rapid Reaction Forces der NATO.

    An Green Griffin nahm der Verband mit einer Kompanie mechanisierter Infanterie teil. Auftrag der Rumänen war zunächst vor allem die Sicherung der Feldlager und FARP (Forward Arming and Refueling Point), der vorgeschobenen Versorgungspunkte, für die Helikopter. Im weiteren Verlauf der Übung unterstützten sie auch mit Mörsern als Steilfeuerkomponente.

    Zudem sollten sie mit ihren Schützenpanzerwagen die niederländischen und deutschen Kameraden verstärken. Die engere Zusammenarbeit zwischen der Division Schnelle Kräfte und den Rumänen wurde bereits 2017 vereinbart und ist Teil des Framework Nations Concepts. So wird Interoperabilität unter NATO-Staaten aktiv vorangetrieben.

  • Ein US-amerikanischer Soldat sitzt an der offenen Heckrampe eines Hubschraubers während des Flugs.
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    Ein langer Blick zurück

    Ein Crewmitglied eines amerikanischen CH-47 Chinook schaut auf einen im Verband mitfliegenden Transporthubschrauber UH-60 Black Hawk. Das Zusammenwirken von Bodentruppen und Helikoptern auf internationaler Ebene war eines der wichtigsten Übungsziele von Green Griffin.

    Die Interoperabilität, also die Fähigkeit, im Ernstfall zusammen zu agieren, ist unter den NATO-Partnern heute wichtig wie nie. Die Transporthubschrauber CH-47 Chinook und UH-60 Black Hawk gehören alle zur 12. Combat Aviation Brigade der USUnited States Army, die in der Nähe von Ansbach stationiert ist.

    Neben deutschen Kampfhubschraubern Tiger aus Fritzlar nahmen auch niederländische Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 D Apache an der Übung teil. Amerikanische Hubschrauber, die deutsche und niederländische Truppen anlanden und ausfliegen. Rumänische Infanteristen, die deutsche Versorgungspunkte bewachen und niederländische Kampfhubschrauber, die währenddessen über ihre Kameraden wachen. Green Griffin war ein gelungenes Beispiel für Multinationalität.