Wächter des Luftraumes

Wächter des Luftraumes

  • Podcast
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Was die Polizei für den Straßenverkehr ist, ist die Luftraumüberwachung für alles, was fliegt. Fachdienstoffizier Steffen* ist einer der Soldaten und Soldatinnen, die die Flugzeuge im Blick haben und prüfen, ob sie angemeldet und berechtigt sind. Im Ernstfall steigen die Eurofighter auf. Wann das passiert, berichtet Hauptmann Steffen im Funkkreis.

Vom Funk mit dem Piloten bis zum Alarmieren der Eurofighter: Ein Fachdienstoffizier erklärt im Podcast, wie umfangreich die Arbeit in der Luftraumüberwachung ist und wann es über den Wolken brenzlig wird.
Audio-Transkription

Im Bunker unter der Erde, hinter meterdicken Wänden, hat Hauptmann Steffen seinen Arbeitsplatz. Abgeschirmt von allen Störquellen, aber auch vom Tageslicht. Private Handys oder Smartwatches sind nicht erlaubt. All das muss abgegeben werden, bevor die Soldatinnen und Soldaten ihre Arbeit antreten.

Die Luftraumüberwachung hat es mit sensiblen Daten zu tun. Jedes Flugzeug, das den deutschen Luftraum durchqueren will, wird hier angemeldet. Egal, ob es eine Boeing 737 ist oder ein Heißluftballon.

Nur so haben die Frauen und Männer einen Überblick, wer eine Berechtigung für seine Route hat, wer von dieser abweicht oder gar unberechtigt in den deutschen Luftraum eintritt. Denn dann läuten bei den Frauen und Männern vor den Bildschirmen die Alarmglocken.

Gute Augen und gutes Gehör sind entscheidend

Steffen ist Einsatzführungsoffizier im Bereich Luftlage und elektronischem Kampf. Er ist einer der Soldaten und Soldatinnen, die mit Adleraugen das Geschehen in der Luft über dem Boden der Bundesrepublik Deutschland überwachen.

„Gute Augen sind wichtig für diese Arbeit. Und man muss auch gut hören können, wegen des Funkkontaktes. Die Wörter sind manchmal sehr dicht beieinander. Da ist ein gutes Gehör entscheidend“, betont er. Seine Arbeit findet vor dem Bildschirm statt. Mikrofon und Kopfhörer sind ebenso relevant. „Und die englische Sprache.“ Denn der gesamte Funkverkehr in der Fliegerei ist auf Englisch.

Solange Funkverkehr mit der Pilotin oder dem Piloten herrscht, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es, wenn dieser abbricht oder das Flugzeug ohne erkennbaren Grund den Kurs wechselt beziehungsweise die Route ändert. „Manchmal passiert das, um ein Unwetter zu umfliegen“, weiß der Hauptmann aus Erfahrung. Doch gibt es keine Information aus dem Cockpit darüber und die Crew aus dem Flieger ist nicht zu erreichen, könnte das auf ein Problem an Bord hindeuten.

Eurofighter stehen rund um die Uhr bereit

In solchen Fällen gibt es ein Protokoll, nach dem vorgegangen wird. „Das sind verschiedene Eskalationsstufen.“ Nicht selten würden dann auch die Alarmrotten, die überall in Deutschland verteilt sind, informiert. „Das sind die Eurofighter, die bei Bedarf zu dem betreffenden Flugzeug hochgeschickt werden.“

Tritt dieser Fall ein, kontrollieren die Piloten der Eurofighter zunächst, ob an dem Flugzeug alles in Ordnung ist. „Sie schauen auch, insofern möglich, ins Cockpit. Befinden sich dort beispielsweise bei einer Boeing 737 mehr als zwei Personen, deutet das auf Schwierigkeiten hin.“ Wie die Soldatinnen und Soldaten der Luftraumüberwachung und auch die Piloten der Eurofighter damit umgehen, das erklärt Steffen im Funkkreis.

Einige Male pro Woche sei es notwendig, die Eurofighter zumindest zu alarmieren, weiß der Hauptmann aus Erfahrung. Seit 1997 ist er bei der Luftwaffe. Fachdienstoffizier in der Luftraumüberwachung ist er seit mehr als zwölf Jahren.

Inwiefern sich der Fachdienstoffizier vom Truppendienstoffizier unterscheidet, erläutert er im Gespräch mit Redakteurin Amina Vieth. Mittlerweile ist Hauptmann Steffen Berufssoldat und kann seine Arbeit, die er selbst seine als Berufung bezeichnet, noch lange ausüben.


*Aus Gründen des Datenschutzes verwenden wir nur den Vornamen des Soldaten.

von Amina Vieth

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