Die drei Flottendienstboote der Oste-Klasse sind das hochsensible Auge und Ohr nicht nur der Marine, sondern der ganzen Bundeswehr. Als Aufklärungsschiffe sind sie auf das Überwachen weiter See- und Küstengebiete spezialisiert. Dazu dienen ihnen besonders effiziente elektronische, hydroakustische und elektro-optische Sensoren. Um weiteres Spezialgerät an Bord nehmen zu können, ist an Oberdeck Platz für zwei 20-Fuß-Container.
Eine Stammcrew der Marine ist für den nautischen Einsatz und Betrieb der Schiffe zuständig; ein Bordeinsatzteam des Cyber- und Informationsraums mit Spezialisten für Fernmelde- und Elektronische Aufklärung komplettiert die Besatzung. Gemeinsame Aufgabe der Flottendienstbootsbesatzungen ist, möglichst umfassend und kontinuierlich hauptsächlich elektronischen Informationen zu sammeln. Die Aufklärungsexperten melden ihre Ergebnisse an Land, teilen sie nach Lage aber auch mit anderen, verbündeten Kriegsschiffen und Marineverbänden.
Für ihre sensiblen Aufträge können Flottendienstboote lange in einem Seegebiet verbleiben. Mit dem strategischen Einsatz ihrer Fähigkeiten in Krisenregionen besitzt Deutschland ein zuverlässiges, effektives Warninstrument bei drohenden Konflikten. Politische Entscheidungsträger bleiben so ständig über die aktuelle Lage vor Ort informiert. Davon profitieren auch die Bündnispartner Deutschlands: Dank ihrer Aktionsreichweite und Kommunikationsanlagen können die schwimmenden Datensammler multinational kooperieren.
A 52 Flottendienstboot „Oste“, in Dienst gestellt am 30. Juni 1988
A 53 Flottendienstboot „Oker“, in Dienst gestellt am 10. November 1988
A 50 Flottendienstboot „Alster“, in Dienst gestellt am 30. Juni 1989
Ihr Auftrag bestimmt das typische Aussehen der Flottendienstboote. Unter den großen Kuppeln ihrer Aufbauten sind hochsensible Sensoren verborgen.
BundeswehrWir stellen das Flottendienstboot näher vor.
Die „Oker“ 2017 am nördlichen Polarkreis. Ausgelaufen und in internationalen Gewässern außerhalb fremder Hoheitsgebiete können Flottendienstboote frei auf den Weltmeeren operieren.
Bundeswehr
Klassentreffen: Alle drei Schiffe des Typs 423 im Marinestützpunkt Kiel. Stationiert sind sie allerdings im benachbarten Eckernförde.
Bundeswehr/Stephan Ink
Besonderer militärischer Schutz: Was konkret auf den Flottendienstbooten geschieht, gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Bundeswehr.
Bundeswehr/Carsten Heyng
Wie alle Marineschiffe sind die Flottendienstboote in der Regel mehrere Monate im Einsatz. Hier zum Beispiel kehrt 2008 die „Oker“ in ihren Heimathafen zurück.
BundeswehrMaẞe | 83,5 m Länge 14,6 m Breite 6,2 m Tiefgang 3.200 t Verdrängung |
|---|---|
Antrieb | 2 x Dieselmotor 6.600 KW (9.000 PS) Gesamtleistung 2 x Elektromotor 2 x Propeller Geschwindigkeit: bis zu 20 kn |
Sensoren | 2 x Navigationsradar diverse Sensoren für elektronische, elektro-optische und hydroakustische Aufklärung |
Waffen | 4 x schweres Maschinengewehr 12,7 mm |
Besatzung und Sonstiges | Stammcrew: 48 Zusatzpersonal: bis zu 39 Aufklärungsspezialisten (CIRCyber- und Informationsraum-Bordeinsatzteam) 2 x Beiboot 2 x 20-Fuß-Container Zuladekapazität |