Bundeswehr feiert Gründungstag
Bei ihrer Gründung 1955 versprach die Bundeswehr: Im Ernstfall wird sie Deutschlands Grenzen und seine Bevölkerung tapfer verteidigen.
Die zentrale Festveranstaltung am Gründungstag der Bundeswehr wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt und somit zum ersten Mal außerhalb von Berlin gefeiert. Das öffentliche Zeremoniell auf dem Rathausvorplatz im Herzen Hannovers unterstrich den Aspekt des Dienstes für den Staat und würdigte die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten.
Feierlicher Moment: Eine Abordnung der Rekrutinnen und Rekruten gelobt an der Truppenfahne vor dem Neuen Rathaus in Hannover
Bundeswehr/Kai-Axel DöpkeDas Feierliche Gelöbnis ist ein besonderer Moment im Leben einer Soldatin und eines Soldaten. Rund 230 Rekrutinnen und Rekruten verpflichteten sich am 12. November 2024 in Hannover, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Sie folgten damit Generationen von Kameradinnen und Kameraden der vergangenen 69 Jahre und sind nun offiziell Teil der militärischen Gemeinschaft. Familienangehörige, Freundinnen und Freunde, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft waren dabei: Neben den rund 800 Gästen verfolgten auch fast 300 Bürgerinnen und Bürgern das öffentliche Gelöbnis.
Auch die Gesellschaft habe den Rekrutinnen und Rekruten etwas zu versprechen, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in seiner Rede. „Die Gewissheit, fest an der Seite unserer Truppe zu stehen und sie verantwortungsbewusst einzusetzen“. Das Thema Zusammenhalt griff der Minister in seiner Gelöbnisansprache ebenfalls auf: „Es sind sicher Ehrgeizige unter Ihnen, die jede Disziplin für sich gewinnen wollten“, so Pistorius zu den Rekrutinnen und Rekruten. „Aber wichtig ist, dass das Team gewinnt. Genau das ist es, was die Bundeswehr braucht und was sie ist: Eine Truppe, die gemeinsam mit ganzer Kraft ein Ziel erreichen will.“
40.000 Bundeswehr-Angehörige dienen in Niedersachsen. Mit Ministerpräsident Stephan Weil hätten sie einen „weiteren Kameraden, der zwar keine Uniform trägt, aber umso mehr mit anpackt“, so Pistorius, als er das Wort an seinen langjährigen niedersächsischen Wegbegleiter übergab. Weil hielt, wie bereits im Vorjahr in Berlin, die Ehrenrede zum Gründungstag der Bundeswehr. Er erklärte, die Gesellschaft schulde den Soldaten Dank und Anerkennung für ihren Dienst. Die „ganz große Mehrheit“ stehe hinter der Truppe. „Wir haben kein Abonnement auf Sicherheit. Wir leben in schwierigen Zeiten“, so Weil weiter. „Das erfordert einen hohen persönlichen Einsatz in der Gesellschaft, aber gerade auch von der Bundeswehr.“
Die Rekrutinnen und Rekruten waren aus unterschiedlichen Verbänden in ganz Deutschland nach Hannover gereist. Sie sind Angehörige des Bataillons Elektronische Kampfführung 912 in Nienburg, des Heimatschutzregiments 3 ebenfalls aus Nienburg, des Jägerbataillons 91 aus Rotenburg/Wümme, der Marineoperationsschule aus Bremerhaven, des Sanitätsregiments 2 aus Rennerod und der in Hannover beheimateten Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, versicherte den Rekrutinnen und Rekruten: „Sie sind ein Vorbild für alle. Durch Ihre Haltung geben Sie Halt. Ihr Dienst wird gesehen und gewürdigt.“
Abschreiten der Front auf dem Platz der Menschenrechte in Hannover
Bundeswehr/Kai-Axel Döpke
Premiere in Hannover: Das Feierliche Gelöbnis am Gründungstag fand erstmals nicht in der Bundeshauptstadt Berlin statt. Auch künftig werden die Veranstaltungsorte wechseln.
Bundeswehr/Kai-Axel Döpke
Verteidigungsminister Boris Pistorius trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Hannover ein
Bundeswehr/Kai-Axel Döpke
350 Soldatinnen und Soldaten sind auf dem Platz der Menschenrechte vor dem Neuen Rathaus in Hannover zum Feierlichen Gelöbnis angetreten
Bundeswehr/Kai-Axel DöpkeNiedersachsen markiert den Beginn einer jährlichen Rotation der Festveranstaltung am 12. November, die bisher in der Bundeshauptstadt begangen wurde. Pistorius betonte: „Wir wollen die Bundeswehr im ganzen Land noch sichtbarer machen. Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, wer sie schützt.“ Noch eine weitere Premiere unterstrich den feierlichen Charakter der Veranstaltung. Für die Stadt Hannover war das Gelöbnis das erste große Event nach der Umbenennung des Rathausplatzes in „Platz der Menschenrechte“. Oberbürgermeister Belit Onay erklärte: „Wir freuen uns, diesen besonderen Moment gemeinsam feiern zu können. Es ist gut und wichtig, dass Sie öffentlich sichtbar sind. Sie haben die Möglichkeit, die Welt sicherer und besser zu machen.“
Verteidigungsminister Pistorius hatte sich vor dem Gelöbnis bereits in das Goldene Buch der Stadt Hannover eingetragen und sich hinter den Kulissen Zeit für Gespräche mit den Rekrutinnen und Rekruten genommen. Um die Zukunft der Bundeswehr ging es auch im Anschluss während einer Podiumsdiskussion im Neuen Rathaus. Hier tauschte sich der Minister mit Schülerinnen und Schülern der Stadt unter anderem über das Thema Wehrpflicht aus.
von Jasmin Henning
Bei ihrer Gründung 1955 versprach die Bundeswehr: Im Ernstfall wird sie Deutschlands Grenzen und seine Bevölkerung tapfer verteidigen.