Inhalt

„Behinderung entsteht nicht durch die Diagnose, sondern durch Barrieren.“

Sport

Diesen Gedanken unterstützt auch Oberstarzt Dr. Andreas Lison. Als Leiter des Zentrums für Sportmedizin der Bundeswehr in Warendorf hat er mit seinem Team 2011 die Gruppe Sporttherapie mit aufgebaut – in Zusammenarbeit mit der Sportschule der Bundeswehr.

Ein Oberarzt der Bundeswehr im Porträt

Oberstarzt Dr. Andreas Lison ist Leiter des Zentrums für Sportmedizin an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, am 17.02.2022.

Bundeswehr/Tom Twardy

Sie haben ein Ziel: die Rehabilitation von Verletzten und Verwundeten. Dabei spiele die Ursache der Verletzung keine Rolle. „Krankheit ist nie eine Frage von Schuld, jeder hat das Recht auf die bestmögliche Teilhabe“, betont Dr. Lison. Natürlich fühle er sich den Einsatzgeschädigten in besonderer Form verpflichtet, „weil sie für unsere Demokratie gekämpft haben. Aber beim Recht auf Reha gibt es keine Diskussion. Alle haben ein Recht auf Präventivprogramme und zur beruflichen Weiterentwicklung.“ So treten mit dem Bundeswehrteam bei den Invictus Games nicht nur Einsatzversehrte an, sondern auch Frauen und Männer, die eine schwere Krankheit oder einen Unfall hatten – auch außerhalb des Dienstes.

Rehabilitation im Vordergrund

Im Vergleich zu anderen Nationen verfolgt die Bundeswehr grundsätzlich einen anderen Ansatz. „Es zeigt sich, dass andere Länder mehr Medaillen gewonnen haben. Der Rehabilitationsgedanke steht bei uns im Vordergrund, nicht der Wettkampf“, erklärt Dr. Lison. Sport sei ein effektives Mittel zur Bewältigung von Lebenskrisen, um verlorene Körperfunktionen zu verbessern, emotionales Gleichgewicht zu bekommen. Und das Erreichen sportlicher Ziele fördere auch Fähigkeiten wie Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Motivation, erläutert der Oberstarzt. Sport wirke wie ein Medikament.

Barrieren erkennen und überwinden

„Das kann aber auch unerwünschte Nebenwirkungen enthalten wie Verletzungen, Überlastungsschäden, Schmerzen oder Abhängigkeit. Sport hilft nicht immer.“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Sport allein Behinderungen überwinde. „Behinderung entsteht nicht durch die Diagnose, sondern durch Barrieren.“ Gerade Menschen mit einer psychischen, nicht sichtbaren Beeinträchtigung stießen auch auf nicht sichtbare Hürden. Was sich der Mediziner erhofft: „Dass die Invictus Games mit ihrer Öffentlichkeit dazu beitragen können, dass wir als Gesellschaft alle miteinander Barrieren erkennen und aktiv überwinden.“ Das begrenzt er keineswegs nur auf Sport, es gelte für alle Bereiche – Familie, Arbeit, Freizeit. Bei den Invictus Games 2023 in Düsseldorf soll dieser Aspekt in den Fokus gerückt werden.

zur Übersicht

Mehr zum Thema

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung