Gewehr G36A1
- Gewicht
- 4,1 Kilogramm
- Kaliber
- 5,56 Millimeter x 45
- Magazin
- 30 Patronen
- Schussweite
- 500 Meter
- Rohrlänge
- 48 Zentimeter
Wie verhält sich ein Projektil nach der Schussabgabe? Wie gehe ich sicher mit meiner Waffe um und halte sie sauber? Wie schieße ich schnell und zielgenau? Schon in den ersten Wochen bei der Bundeswehr lernen Rekrutinnen und Rekruten, wie sie Handfeuerwaffen richtig einsetzen.
Um eine Schusswaffe sicher zu handhaben, braucht es Wissen und Übung. Am Anfang wird man in der Bundeswehr an Gewehr und Pistole ausgebildet, später auch an den schweren Waffen wie dem Maschinengewehr.
Bevor Soldatinnen und Soldaten zum ersten Mal den Abzug betätigen, müssen sie einiges an Unterricht absolvieren. Anfangs lernen sie die Grundlagen der Ballistik und die Funktionsweise der Waffen kennen. Dadurch können sie später Zielfehler und Störungen in der Praxis selbst beheben.
Im nächsten Ausbildungsabschnitt werden die Waffen selbst vorgestellt. In einer Unterrichtsstunde erklären die Ausbilderinnen und Ausbilder den Rekrutinnen und Rekruten die Bauteile der Waffen. Dabei zeigen sie, wie jede Waffe zerlegt und zusammengesetzt wird. Das dient zum einen der Pflege, welche alle selbst durchführen müssen. Zum anderen hilft es Rekrutinnen und Rekruten auch, die Funktionsweise der Waffen besser nachvollziehen und Störungen besser beseitigen zu können. In einem praktischen Teil lernen sie dann, die Waffen selbst zu zerlegen und zusammenzusetzen.
Anschließend wird die Handhabung der Waffen trocken, das heißt ohne scharfe Munition, ausgebildet. Dazu gehören das Laden und Entladen einer Waffe, die Beseitigung von Störungen und das Nachladen. Außerdem wird bereits das In-den-Anschlag-Gehen in vielen Varianten geübt, damit die Abläufe beim scharfen Schuss dann richtig sitzen.
Alle Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr erlernen den Umgang mit dem Sturmgewehr G36 oder G95. Mit dem Standardgewehr der Bundeswehr können Ziele bis auf 500 Meter Entfernung bekämpft werden. Mit der Pistole P8 wird auf bis zu 50 Metern vor allem dort gekämpft, wo das Gewehr zu sperrig wäre. Mit Maschinengewehren wirkt man hingegen auch auf noch größere Distanzen.
VS
Bevor es auf die Schießbahn geht, steht in der Heimatschutzausbildung zunächst das Training im Schießsimulator auf dem Dienstplan. Die Soldatinnen und Soldaten schießen mit speziellen Gewehren auf eine Leinwand, auf der die Ziele und Treffer elektronisch abgebildet werden. Gasdruck simuliert den Rückstoß der Waffen.
Die Gewehre im Simulator sind mit Sensoren bestückt, die Daten sammeln – etwa wie man den Abzug betätigt hat und ob der Schulterandruck stimmte. Zudem bemerkt es der Computer, wenn die Waffe beim Schießen beispielsweise schräg gehalten wird. All diese Faktoren haben Auswirkungen auf das spätere Trefferbild. Im Anschluss können die Ausbilderinnen und Ausbilder die Schießtechnik ihrer Schützlinge überprüfen und korrigieren. Später, auf der Schießbahn, ist eine derart detaillierte Auswertung nicht möglich.
Dienst an der Waffe: Die wichtigste Grundfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten ist das Schießen mit Handfeuerwaffen.
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Das große Finale der Schießausbildung findet auf der Schießbahn statt. Dort üben die Rekrutinnen und Rekruten mit scharfer Munition, sowohl auf kurze als auch auf mittlere Distanzen von bis zu 200 Metern sicher zu treffen. Immer und immer wieder gehen die jungen Männer und Frauen die Schießübungen durch.
Faustregel ist: Wer schneller schießt und besser trifft, gewinnt auch den Feuerkampf. Geschwindigkeit und Präzision bei der Schussabgabe sind also entscheidend. Beides trainieren die Rekrutinnen und Rekruten zunächst mit statischen Übungen, um sich an den Rückstoß der Waffe beim Feuern zu gewöhnen. Doch je länger die Ausbildung dauert, desto komplexer und dynamischer werden die Übungen.
Auch das Schießen bei eingeschränkter Sicht ist Teil der Schießausbildung. Die Rekrutinnen und Rekruten sollen auch in der Dämmerung oder bei Nacht ihr Ziel treffen. Nicht immer können sie dabei auf Nachtsichtgeräte setzen – oftmals muss auch die sogenannte Gefechtsfeldbeleuchtung reichen, bei der beispielsweise Leuchtkugeln oder Scheinwerfer die Schießbahn erhellen. Denn Soldatinnen und Soldaten müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit im Gefecht bestehen.
Am Anfang eines Schießtages weist der oder die Leitende des Schießens in die Schießbahn ein, erklärt besondere Begebenheiten und erteilt Befehle für den Aufbau.
Nachdem die Schießbahn durch die Teilnehmenden des Schießens vorbereitet wurde, üben sie unter Anleitung der Ausbilderinnen und Ausbilder wichtige Abläufe noch einmal, bevor es losgeht. Sie wiederholen das Laden, Entladen und In-den-Anschlag-Gehen.
Damit Schützinnen und Schützen genau wissen, wie die Übungen ablaufen, machen Ausbilderinnen und Ausbilder diese einmal vor. Dabei erklären sie, worauf besonders zu achten ist.
Gleich geht es los: Auf Befehl des Ausbilders oder der Ausbilderin lädt die Schützin oder der Schütze die Waffe fertig. Die Ausbilderin oder der Ausbilder erläutert noch einmal den Ablauf der Schießübung und gibt den Feuerbefehl.
„Feuer!“ Sofort nach dem Feuerbefehl bekämpft die Schützin oder der Schütze konzentriert das Ziel.
Nachdem die Schützinnen und Schützen geschossen haben, erhalten sie von den Ausbilderinnen und Ausbildern eine detaillierte Auswertung ihrer Schießergebnisse und Tipps, wie sie diese verbessern können.
Bevor der Schießtag endet, überprüfen die Schützinnen und Schützen gemeinsam mit den Ausbilderinnen und Ausbilder, dass alle Waffen entladen sind.