Die Schießausbildung in der Heimatschutzausbildung
Ob Panzergrenadier oder Fernmelder: Soldatinnen und Soldaten müssen schießen können. In der Heimatschutzausbildung lernen sie die Grundlagen.
Bevor sie zur Bundeswehr kommen, sind viele angehende Soldatinnen und Soldaten aufgeregt. Nicht zu Unrecht, denn bei der Truppe ticken die Uhren anders: frühes Aufstehen, viel körperlicher Einsatz, Außendienst bei Wind und Wetter. Die ersten Monate bei der Bundeswehr werden aber auch durch eine einmalige Kameradschaft geprägt.
Sie findet statt im Heer, dort im Rahmen der Basisausbildung, in der Luftwaffe und bei der Marine sowie im Unterstützungbereich und bei der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum.
Darauf folgt für Viele die Fortgeschrittenen-Ausbildung im Heimatschutz. Sie umfasst 200 Stunden.
Zu den Lehrgangsinhalten gehören etwa Gefechtsdienst, Schießausbildung, Drohnen- und ABC-Abwehr, Sanitätsausbildung, Sport, Militärische Sicherheit und Wachdienst sowie Cyber-Awareness.
Für viele Soldatinnen und Soldaten sind die ersten Monate bei der Bundeswehr eine intensive Zeit, die sie für ihre restliche Laufbahn in der Armee prägt. Vermittelt wird militärisches Basiswissen, das jeder Soldat und jede Soldatin benötigt. In nur drei Monaten werden Rekrutinnen und Rekruten mit dem militärischen Alltag vertraut gemacht: Marschieren, Schießen und Schlafen unter freiem Himmel. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen – und die besondere Kameradschaft innerhalb der Truppe.
Die zwei Meter hohe Holzwand ist für viele Rekrutinnen und Rekruten der „Endgegner“ auf der Hindernisbahn. In der Heimatschutzausbildung lernen sie aber auch, dass in starker Kameradschaft kein Hindernis zu groß ist. Teamwork entscheidet.
Bundeswehr/Tom Twardy
Sport kann in der Bundeswehr auch so aussehen. Und Bewegung gibt in der Heimatschutzausbildung mehr als genug! Ob nun Yoga, Leichtathletik oder Crossfit – am Ende geht es darum, die Rekrutinnen und Rekruten fit für die Landesverteidigung zu machen.
Bundeswehr/Marco Dorow
Schießen in der Bundeswehr heißt nicht, einfach drauflos zu ballern. Darum steht der scharfe Schuss erst am Ende der Waffenausbildung. Vorher gibt es einige Stunden Trockentraining in der Kaserne und im Simulator.
Bundeswehr/Tom Twardy
ABC-Abwehr, also der Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahren, steht auf dem Ausbildungsprogramm. Ob nach einem Angriff mit verbotenen Kampfstoffen oder einem Chemieunfall – der richtige Sitz der ABC-Maske kann Leben retten.
Bundeswehr/Mario Bähr
Gefechtsdienst – hier fließt viel zusammen, was Rekrutinnen und Rekruten in den Monaten zuvor in der Heimatschutzausbildung gelernt haben: die richtige Tarnung des Helms, Zurechtfinden im Gelände, Alarmposten besetzen und das Feuergefecht führen.
Bundeswehr/Carsten Borgmeier
Nach drei intensiven Monaten können Absolventen der Heimatschutzausbildung bereits verantwortungsvolle Aufgaben wahrzunehmen. Dazu gehört etwa die Absicherung von Kasernen als Wache oder das Bestreifen von Flugplätzen der Bundeswehr.
Bundeswehr/Kevin Schrief
In der Truppe müssen alle regelmäßig ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen. In der Heimatschutzausbildung werden beim Einsatzersthelfer-Training die Grundlagen gelegt. Rekrutinnen und Rekruten lernen weit mehr, als man vom Führerschein kennt.
Bundeswehr/Tom TwardyAlle, die die Bundeswehruniform tragen wollen, müssen die Heimatschutzausbildung durchlaufen. Niemand kommt um sie herum. Bis 2026 hatte sie einen anderen Namen: Grund- oder Basisausbildung.
In der Grundausbildung wird der Grundstein für die weitere militärische Karriere gelegt. Der Dienstplan ist kompakt, ein breites Feld an Lehrinhalten muss abgedeckt werden. Die Ausbildungsinhalte bauen dabei aufeinander auf, sodass sich die Komplexität und die Intensität der Aufgaben im Lauf der Grundausbildung steigern.
Nach der Einkleidung steht zunächst der Formaldienst an, bei dem die korrekten militärischen Umgangsformen erlernt werden. Auch lernen die Rekrutinnen und Rekruten die rechtlichen Grundlagen des Soldatenberufes kennen. Danach werden die Grundlagen des Gefechtsdienstes und der Umgang mit Waffen vermittelt. Ein besonderes Augenmerk wird auf Drohnen sowie Drohnenabwehr, Cyber-Awareness und die persönliche, individuelle Resilienzvorsorge gelegt.
Zwei wichtige militärische Basisqualifikationen vermitteln die Ausbilderinnen und Ausbilder der Bundeswehr gleich in der Heimatschutzausbildung: Als „Einsatzersthelfer A“ ist man in der Lage, lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Kameradinnen und Kameraden und bei Notsituationen im Zivilleben vorzunehmen. Dieser Erste-Hilfe-Kurs ist deutlich umfangreicher als der, den viele Menschen etwa für den zivilen Führerschein machen müssen.
Die zweite Basisqualifikation in der Heimatschutzausbildung ist die Befähigung, Sicherungs- und Wachaufgaben wahrzunehmen. Die Rekrutinnen und Rekruten lernen alles, um zum Beispiel eine Kaserne zu bewachen und zu sichern. Das Untersuchen von Fahrzeugen auf versteckte Sprengsätze oder das fachmännische Kontrollieren von Ausweisen gehört ebenso dazu wie alle anderen Aufgaben als Posten oder Streife.
Der Schwerpunkt der Heimatschutzausbildung sowie der Fortgeschrittenenausbildung im Heimatschutz ist der Gefechtsdienst und die Schießausbildung. Sie sind das A und O des Soldatenhandwerks.
Das Heer, die Marine, die Luftwaffe, der Unterstützungsbereich sowie der Cyber- und Informationsraum haben Einheiten für die Heimatschutzausbildung. Dabei unterscheidet sich in der Heimatschutzausbildung neben den Uniformen aber nicht viel. Schließlich sollen die Soldatinnen und Soldaten durch die Heimatschutzausbildung auf einen einheitlichen militärischen Standard gebracht werden, damit sie hinterher in allen Bereichen der Bundeswehr eingesetzt werden können.
Nach der Ausbildung im Heimatschutz sind Soldatinnen und Soldaten so weit, ihre militärischen Kenntnisse zu vertiefen. Für Mannschaften geht es meist zu Ausbildungen, die sie auf ihre konkrete Aufgabe in der Bundeswehr vorbereiten. Wer beispielsweise auf einem Leopard-2 Kampfpanzer als Richtschütze dienen soll, wird sowohl im Simulator als auch auf dem Panzer ausgebildet. Angehende Führungskräfte besuchen Lehrgänge, um sich auf ihre Rolle, etwa als Offizierin oder Unteroffizier, in den Streitkräften vorzubereiten. Die Bundeswehr bietet zahllose Möglichkeiten, um zu Deutschlands Sicherheit beizutragen.
Die Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr bekommen schon am Anfang in der Heimatschutzausbildung die richtige Ausrüstung, um als Soldatin oder Soldat zu bestehen. Neben verschiedenen Uniformen, Stiefeln und Rucksäcken erhalten sie auch Sportkleidung und Ausrüstung für das Überleben im Gelände: Essgeschirr, Klappspaten, Schlafsack und Zelt. Hinzu kommt die Schutzausrüstung für den Kampf: Helm, Schutzweste, Schutzbrille und mehr.
Socken, Taschenmesser, Schutzweste. Insgesamt empfängt man über 100 Artikel.
Rekrutinnen und Rekruten absolvieren ihre Heimatschutzausbildung an rund 150 Standorten der Bundeswehr in ganz Deutschland: von Flensburg bis Mittenwald und von Gerolstein bis Viereck. Die Karte unten gibt einen Überblick über die verschiedenen Standorte von Ausbildungseinheiten. Mit einem Klick geht es zu weiteren Informationen: etwa zur Adresse des Standorts, zu den Ansprechstellen vor Ort oder zu Übersichtsplänen der jeweiligen Kaserne.
Der Dienst in der Bundeswehr ist Dienst innerhalb einer militärischen Gemeinschaft. In den ersten Monaten teilen sich die Rekrutinnen und Rekruten getrennt nach Geschlechtern sogar ihr Zimmer: Beim Heer wird es Stube, in der Marine Kammer genannt. Auch zum Essen geht es gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden – und zwar pünktlich.
Auch wenn der Mangel an Privatsphäre für viele Rekrutinnen und Rekruten hart ist: Zusammen erreichte Erfolge und gemeinsam überstandene Entbehrungen schweißen zusammen. Die Kameradschaft in der Grundausbildung bleibt den meisten Soldatinnen und Soldaten ihr ganzes Berufsleben hindurch in guter Erinnerung.
„Zusammen würden wir durchs Feuer gehen!”
Bundeswehrangehörige können in den Truppenküchen ihrer Kasernen preiswert essen. Drei Mahlzeiten am Tag gibt es für rund zehn Euro. Salat und Suppe, Getränke und ein ordentlicher Nachschlag sind inklusive. Dabei wird genau auf den Nährwert des Essens geachtet: Schließlich verbrauchen gerade die Rekrutinnen und Rekruten in der Heimatschutzausbildung viele Kalorien. Draußen auf dem Übungsplatz kommt entweder die Feldküche zum Einsatz oder es gibt die berühmte Einpersonenpackung (EPa), ein Päckchen mit einer reichhaltigen Tagesration Proviant.
Gegen Ende jeder Heimatschutzausbildung bekennen sich die Rekrutinnen und Rekruten zu Recht und Freiheit. Mit diesem Gelöbnis genannten feierlichen Zeremoniell werden sie zudem in die soldatische Gemeinschaft aufgenommen. Deshalb ist das Gelöbnis ein wichtiger Moment für die meist jungen Soldatinnen und Soldaten und mehr als ein militärisches Ritual.
Versprechen auf dem Antreteplatz: Rekrutinnen und Rekruten des Panzerpionierbataillons 701 sprechen die Gelöbnisformel. Damit versprechen sie, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und die Demokratie tapfer zu verteidigen.
Die Berufsbezeichnung deutet schon darauf hin: Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erhalten kein Gehalt, sondern Sold. Die Bezüge von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit (SaZ) sind im Bundesbesoldungsgesetz, die der Freiwillig Wehrdienstleistenden im Wehrsoldgesetz geregelt. Der Sold wird monatlich im Voraus bezahlt.
Der Sold besteht in erster Linie aus dem Grundgehalt, das mit dem Dienstgrad der Soldatin oder des Soldaten steigt. Jedem Dienstgrad ist eine Besoldungsgruppe aus der Besoldungsordnung zugeordnet. Für Soldatinnen und Soldaten in der Grundausbildung ist das meistens die niedrigste. Zum Grundgehalt dazu kommen Zulagen. Etwa wenn „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ geleistet wird – also etwa am Wochenende oder spät am Abend.
Mehr Informationen etwa zum kostenfreien Bahnfahren, der freien Heilfürsorge oder dem Zuschuss zum privaten Führerschein gibt es hier, grundsätzliche Informationen zum Gehalt in der Bundeswehr, auch als Beamter oder Tarifbeschäftiger hier.
Wer Soldatin oder Soldat werden möchte, meldet sich am besten im nächsten Karrierecenter der Bundeswehr. Die Karriereberaterinnen und Karriereberater zeigen die beruflichen Perspektiven in den Streitkräften in einem persönlichen Gespräch auf. Im Karrierecenter kann auch die Eignung für den Soldatenberuf überprüft und die Bewerbung abgegeben werden. Weitere Informationen gibt es auf der Karriereseite der Bundeswehr.
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