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Heimatschutzausbildung bei der Bundeswehr: die neue Grundausbildung

Bevor sie zur Bundeswehr kommen, sind viele angehende Soldatinnen und Soldaten aufgeregt. Nicht zu Unrecht, denn bei der Truppe ticken die Uhren anders: frühes Aufstehen, viel körperlicher Einsatz, Außendienst bei Wind und Wetter. Die ersten Monate bei der Bundeswehr werden aber auch durch eine einmalige Kameradschaft geprägt.

Soldaten beobachten das Vorfeld aus einer Stellung heraus

Bundeswehr/Helmut von Scheven

Für viele Soldatinnen und Soldaten sind die ersten Monate bei der Bundeswehr eine intensive Zeit, die sie für ihre restliche Laufbahn in der Armee prägt. Vermittelt wird militärisches Basiswissen, das jeder Soldat und jede Soldatin benötigt. In nur drei Monaten werden Rekrutinnen und Rekruten mit dem militärischen Alltag vertraut gemacht:  Marschieren, Schießen und Schlafen unter freiem Himmel. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen – und die besondere Kameradschaft innerhalb der Truppe.

 Alle, die die Bundeswehruniform tragen wollen, müssen die Heimatschutzausbildung durchlaufen. Niemand kommt um sie herum. Bis 2026 hatte sie einen anderen Namen: Grund- oder Basisausbildung.

Inhalte der Heimatschutzausbildung: Leben retten, Wachdienst leisten und im Gefecht bestehen

In der Grundausbildung wird der Grundstein für die weitere militärische Karriere gelegt. Der Dienstplan ist kompakt, ein breites Feld an Lehrinhalten muss abgedeckt werden. Die Ausbildungsinhalte bauen dabei aufeinander auf, sodass sich die Komplexität und die Intensität der Aufgaben im Lauf der Grundausbildung steigern.

Nach der Einkleidung steht zunächst der Formaldienst an, bei dem die korrekten militärischen Umgangsformen erlernt werden. Auch lernen die Rekrutinnen und Rekruten die rechtlichen Grundlagen des Soldatenberufes kennen. Danach werden die Grundlagen des Gefechtsdienstes und der Umgang mit Waffen vermittelt. Ein besonderes Augenmerk wird auf Drohnen sowie Drohnenabwehr, Cyber-Awareness und die persönliche, individuelle Resilienzvorsorge gelegt.

Zwei wichtige militärische Basisqualifikationen vermitteln die Ausbilderinnen und Ausbilder der Bundeswehr gleich in der Heimatschutzausbildung: Als „Einsatzersthelfer A“ ist man in der Lage, lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Kameradinnen und Kameraden und bei Notsituationen im Zivilleben vorzunehmen. Dieser Erste-Hilfe-Kurs ist deutlich umfangreicher als der, den viele Menschen etwa für den zivilen Führerschein machen müssen.

Die zweite Basisqualifikation in der Heimatschutzausbildung ist die Befähigung, Sicherungs- und Wachaufgaben wahrzunehmen. Die Rekrutinnen und Rekruten lernen alles, um zum Beispiel eine Kaserne zu bewachen und zu sichern. Das Untersuchen von Fahrzeugen auf versteckte Sprengsätze oder das fachmännische Kontrollieren von Ausweisen gehört ebenso dazu wie alle anderen Aufgaben als Posten oder Streife.

Der Schwerpunkt der Heimatschutzausbildung sowie der Fortgeschrittenenausbildung im Heimatschutz ist der Gefechtsdienst und die Schießausbildung. Sie sind das A und O des Soldatenhandwerks.

Heimatschutzausbildung bundeswehrweit harmonisiert

Das Heer, die Marine, die Luftwaffe, der Unterstützungsbereich sowie der Cyber- und Informationsraum haben Einheiten für die Heimatschutzausbildung. Dabei unterscheidet sich in der Heimatschutzausbildung neben den Uniformen aber nicht viel. Schließlich sollen die Soldatinnen und Soldaten durch die Heimatschutzausbildung auf einen einheitlichen militärischen Standard gebracht werden, damit sie hinterher in allen Bereichen der Bundeswehr eingesetzt werden können. 

Nach der Ausbildung im Heimatschutz sind Soldatinnen und Soldaten so weit, ihre militärischen Kenntnisse zu vertiefen. Für Mannschaften geht es meist zu Ausbildungen, die sie auf ihre konkrete Aufgabe in der Bundeswehr vorbereiten. Wer beispielsweise auf einem Leopard-2 Kampfpanzer als Richtschütze dienen soll, wird sowohl im Simulator als auch auf dem Panzer ausgebildet. Angehende Führungskräfte besuchen Lehrgänge, um sich auf ihre Rolle, etwa als Offizierin oder Unteroffizier, in den Streitkräften vorzubereiten. Die Bundeswehr bietet zahllose Möglichkeiten, um zu Deutschlands Sicherheit beizutragen.

Ausrüstung

Die Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr bekommen schon am Anfang in der Heimatschutzausbildung die richtige Ausrüstung, um als Soldatin oder Soldat zu bestehen. Neben verschiedenen Uniformen, Stiefeln und Rucksäcken erhalten sie auch Sportkleidung und Ausrüstung für das Überleben im Gelände: Essgeschirr, Klappspaten, Schlafsack und Zelt. Hinzu kommt die Schutzausrüstung für den Kampf: Helm, Schutzweste, Schutzbrille und mehr.

Ein Soldat scannt ein Etikett eines Bündels zusammengelegter Bundeswehr T-Shirts.
Warm, trocken und sicher

Die persönliche Ausrüstung in der Heimatschutzausbildung

Socken, Taschenmesser, Schutzweste. Insgesamt empfängt man über 100 Artikel.

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Bundesweite Ausbildung

Rekrutinnen und Rekruten absolvieren ihre Heimatschutzausbildung an rund 150 Standorten der Bundeswehr in ganz Deutschland: von Flensburg bis Mittenwald und von Gerolstein bis Viereck. Die Karte unten gibt einen Überblick über die verschiedenen Standorte von Ausbildungseinheiten. Mit einem Klick geht es zu weiteren Informationen: etwa zur Adresse des Standorts, zu den Ansprechstellen vor Ort oder zu Übersichtsplänen der jeweiligen Kaserne.

Gemeinsam lernen und leben

Der Dienst in der Bundeswehr ist Dienst innerhalb einer militärischen Gemeinschaft. In den ersten Monaten teilen sich die Rekrutinnen und Rekruten getrennt nach Geschlechtern sogar ihr Zimmer: Beim Heer wird es Stube, in der Marine Kammer genannt. Auch zum Essen geht es gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden – und zwar pünktlich.

Auch wenn der Mangel an Privatsphäre für viele Rekrutinnen und Rekruten hart ist: Zusammen erreichte Erfolge und gemeinsam überstandene Entbehrungen schweißen zusammen. Die Kameradschaft in der Grundausbildung bleibt den meisten Soldatinnen und Soldaten ihr ganzes Berufsleben hindurch in guter Erinnerung.

Ein junger Soldat im Porträt Christian K. (Rekrut) Bundeswehr/Tom Twardy
„Zusammen würden wir durchs Feuer gehen!”

Bundeswehrangehörige können in den Truppenküchen ihrer Kasernen preiswert essen. Drei Mahlzeiten am Tag gibt es für rund zehn Euro. Salat und Suppe, Getränke und ein ordentlicher Nachschlag sind inklusive. Dabei wird genau auf den Nährwert des Essens geachtet: Schließlich verbrauchen gerade die Rekrutinnen und Rekruten in der Heimatschutzausbildung viele Kalorien. Draußen auf dem Übungsplatz kommt entweder die Feldküche zum Einsatz oder es gibt die berühmte Einpersonenpackung (EPa), ein Päckchen mit einer reichhaltigen Tagesration Proviant.

Das feierliche Gelöbnis als Höhepunkt der Heimatschutzausbildung

Gegen Ende jeder Heimatschutzausbildung bekennen sich die Rekrutinnen und Rekruten zu Recht und Freiheit. Mit diesem Gelöbnis genannten feierlichen Zeremoniell werden sie zudem in die soldatische Gemeinschaft aufgenommen. Deshalb ist das Gelöbnis ein wichtiger Moment für die meist jungen Soldatinnen und Soldaten und mehr als ein militärisches Ritual.

Versprechen auf dem Antreteplatz: Rekrutinnen und Rekruten des Panzerpionierbataillons 701 sprechen die Gelöbnisformel. Damit versprechen sie, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und die Demokratie tapfer zu verteidigen.

das Feierliche Gelöbnis

Gehalt während der Heimatschutzausbildung

Die Berufsbezeichnung deutet schon darauf hin: Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erhalten kein Gehalt, sondern Sold. Die Bezüge von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit (SaZ) sind im Bundesbesoldungsgesetz, die der Freiwillig Wehrdienstleistenden im Wehrsoldgesetz geregelt. Der Sold wird monatlich im Voraus bezahlt.

Der Sold besteht in erster Linie aus dem Grundgehalt, das mit dem Dienstgrad der Soldatin oder des Soldaten steigt. Jedem Dienstgrad ist eine Besoldungsgruppe aus der Besoldungsordnung zugeordnet. Für Soldatinnen und Soldaten in der Grundausbildung ist das meistens die niedrigste. Zum Grundgehalt dazu kommen Zulagen. Etwa wenn „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ geleistet wird – also etwa am Wochenende oder spät am Abend.

Mehr Informationen etwa zum kostenfreien Bahnfahren, der freien Heilfürsorge oder dem Zuschuss zum privaten Führerschein gibt es hier, grundsätzliche Informationen zum Gehalt in der Bundeswehr, auch als Beamter oder Tarifbeschäftiger hier.

An wen wende ich mich, wenn ich zur Bundeswehr möchte?

Wer Soldatin oder Soldat werden möchte, meldet sich am besten im nächsten Karrierecenter der Bundeswehr. Die Karriereberaterinnen und Karriereberater zeigen die beruflichen Perspektiven in den Streitkräften in einem persönlichen Gespräch auf. Im Karrierecenter kann auch die Eignung für den Soldatenberuf überprüft und die Bewerbung abgegeben werden. Weitere Informationen gibt es auf der Karriereseite der Bundeswehr.

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