Gehalt in der Bundeswehr
Wer hat wie viel in der Gehaltstüte? In der Bundeswehr und im Öffentlichen Dienst insgesamt ist das transparent geregelt. Eine Übersicht.
Bevor sie zur Bundeswehr kommen, sind viele angehende Soldatinnen und Soldaten aufgeregt. Nicht zu Unrecht, denn bei der Truppe ticken die Uhren anders: frühes Aufstehen, viel Sport, Außendienst bei Wind und Wetter. Die ersten Monate bei der Bundeswehr werden aber auch durch eine einmalige Kameradschaft geprägt.
Die Grundausbildung ist intensiv – vermittelt wird militärisches Basiswissen, das jeder Soldat und jede Soldatin kennen muss. In nur drei Monaten werden Rekrutinnen und Rekruten mit dem militärischen Alltag vertraut gemacht: Marschieren, Schießen und Schlafen unter freiem Himmel. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen – und die besondere Kameradschaft innerhalb der Truppe.
3 Monate Grundausbildung – Luftwaffe, Marine, CIRCyber- und Informationsraum und der Unterstützungsbereich bieten eine dreimonatige Grundausbildung mit anschließender Spezialgrundausbildung.
6 Monate Basisausbildung – das Heer vermittelt Rekrutinnen und Rekruten innerhalb einer sechsmonatigen Basisausbildung die militärischen Grundlagen.
Über 50 Standorte – überall im Bundesgebiet kann die Grundausbildung absolviert werden. So findet jeder und jede einen passenden Ort.
Erfahrenes Ausbildungspersonal gibt den Rekrutinnen und Rekruten in der Grund- und Basisausbildung alle Kompetenzen mit, auf die es beim Dienst in der Truppe ankommt. Nach der sogenannten allgemeinmilitärischen Grundbefähigung sind junge Soldatinnen und Soldaten so weit, ihre militärischen Kenntnisse zu vertiefen. Ob Fallschirmjäger, Deckssoldatin auf einem Schiff oder Sanitäter: Die Bundeswehr deckt mit ihrem breiten Aufgabenspektrum beinahe jedes Interessengebiet ab.
Zwei wichtige militärische Basisqualifikationen vermitteln die Ausbilderinnen und Ausbilder der Bundeswehr gleich in der Grund- und Basisausbildung: Als „Einsatzersthelfer A“ ist man in der Lage, lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Kameradinnen und Kameraden vorzunehmen. Dieser Erste-Hilfe-Kurs ist deutlich umfangreicher als der, den viele Menschen etwa für den zivilen Führerschein machen müssen.
Die zweite Basisqualifikation in der Grund- und Basisausbildung ist die Ausbildung zum Sicherungs- und Wachsoldaten. Die Rekrutinnen und Rekruten lernen alles, um zum Beispiel eine Kaserne zu bewachen. Das Untersuchen von Fahrzeugen auf versteckte Sprengsätze oder das fachmännische Kontrollieren von Ausweisen gehört ebenso dazu wie das Streifelaufen.
Die zwei Meter hohe Holzwand ist für viele Rekrutinnen und Rekruten der „Endgegner“ auf der Hindernisbahn. In der Grundausbildung lernen sie aber auch, dass in starker Kameradschaft kein Hindernis zu groß ist. Teamwork entscheidet.
Bundeswehr/Tom Twardy
2023 kann Sport in der Bundeswehr auch so aussehen. Und Bewegung gibt in der Grundausbildung mehr als genug! Ob nun Yoga, Leichtathletik oder Crossfit – am Ende geht es darum, die Rekrutinnen und Rekruten fit für die Landesverteidigung zu machen.
Bundeswehr/Marco Dorow
Schießen in der Bundeswehr ist alles andere als einfach drauflos ballern. Darum steht der scharfe Schuss erst am Ende der Waffenausbildung in der Grundausbildung. Vorher gibt es einige Stunden Trockentraining in der Kaserne und im Simulator.
Bundeswehr/Tom Twardy
ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr – also der Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahren steht auf dem Grundausbildungs-Programm. Ob nach einem Angriff mit verbotenen Kampfstoffen oder einem Chemieunfall – der richtige Sitz der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Maske kann Leben retten.
Bundeswehr/Mario Bähr
Biwak – hier fließt viel zusammen, was Rekrutinnen und Rekruten in den Monaten zuvor in der Grundausbildung gelernt haben: die richtige Tarnung des Helms, Zurechtfinden im Gelände, Alarmposten besetzen und – falls notwendig – das Feuergefecht führen
Bundeswehr/Carsten Borgmeier
Nach drei intensiven Monaten können Absolventen der Grundausbildung bereits verantwortungsvolle Aufgaben wahrzunehmen. Dazu gehört etwa die Absicherung von Kasernen als Wache oder das Bestreifen von Flugplätzen der Bundeswehr.
Bundeswehr/Kevin Schrief
In der Truppe müssen alle jedes Jahr ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen. In der Grundausbildung werden beim Einsatzersthelfer-Training die Grundlagen gelegt. Rekrutinnen und Rekruten lernen weit mehr, als man aus dem Führerschein kennt.
Bundeswehr/Tom TwardyDas Heer, die Marine, die Luftwaffe, der Unterstützungsbereich und der Cyber- und Informationsraum haben jeweils eigene Einheiten für die Grundausbildung. Dabei sehen häufig nicht nur die jeweiligen Uniformen anders aus. Auch die Grundausbildung variiert je nach Teilbereich der Bundeswehr.
So steht beispielsweise im Heer der Kampf an Land und die dafür notwendige körperliche Fitness im Vordergrund. Dahingegen spielt bei der Marine natürlich die Vorbereitung auf den Dienst auf See eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Inhalte werden jedoch in allen Teilstreitkräften vermittelt. Schließlich sollen die Soldatinnen und Soldaten durch die Grundausbildung auf einen einheitlichen militärischen Standard gebracht werden, damit sie hinterher in allen Bereichen der Bundeswehr eingesetzt werden können.
Rekrutinnen und Rekruten absolvieren ihre Grundausbildung an mehr als 50 Standorten der Bundeswehr in ganz Deutschland: von Flensburg bis Mittenwald und von Gerolstein bis Viereck. Die Karte unten gibt einen Überblick über die verschiedenen Standorte von Grundausbildungseinheiten. Mit einem Klick geht es zu weiteren Informationen: etwa zur Adresse des Standorts, zu den Ansprechstellen vor Ort oder zu Übersichtsplänen der jeweiligen Kaserne.
Der Dienst in der Bundeswehr ist Dienst innerhalb einer militärischen Gemeinschaft. In den ersten Monaten teilen sich die Grundauszubildenden sogar ihr Zimmer: Beim Heer wird es Stube, in der Marine Kammer genannt. Auch zum Essen geht es gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden – und zwar pünktlich.
Auch wenn der Mangel an Privatsphäre für viele Rekrutinnen und Rekruten hart ist: Zusammen erreichte Erfolge und gemeinsam überstandene Entbehrungen schweißen zusammen. Die Kameradschaft in der Grundausbildung bleibt den meisten Soldatinnen und Soldaten ihr ganzes Berufsleben hindurch in guter Erinnerung.
„Zusammen würden wir durchs Feuer gehen!”
Bundeswehrangehörige können in den Truppenküchen ihrer Kasernen preiswert essen. Drei Mahlzeiten am Tag gibt es für rund zehn Euro. Salat und Suppe, Getränke und ein ordentlicher Nachschlag sind inklusive. Dabei wird genau auf den Nährwert des Essens geachtet: Schließlich verbrauchen gerade die Rekrutinnen und Rekruten in der Grundausbildung viele Kalorien. Draußen auf dem Übungsplatz kommt entweder die Feldküche zum Einsatz oder es gibt die berühmte Einpersonenpackung (EPaEinpersonenpackung), ein Päckchen mit einer reichhaltigen Tagesration Proviant.
Die Berufsbezeichnung deutet schon darauf hin: Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erhalten kein Gehalt, sondern Sold. Die Bezüge von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit (SaZSoldatinnen und Soldaten auf Zeit) sind im Bundesbesoldungsgesetz, die der Freiwillig Wehrdienstleistenden im Wehrsoldgesetz geregelt. Der Sold wird monatlich im Voraus bezahlt.
Der Sold besteht in erster Linie aus dem Grundgehalt, das abhängig vom Dienstgrad der Soldatin oder des Soldaten steigt. Jedem Dienstgrad ist eine Besoldungsgruppe aus der Besoldungsordnung zugeordnet. Für Soldatinnen und Soldaten in der Grundausbildung ist das meistens die niedrigste. Zum Grundgehalt dazu kommen Zulagen. Etwa wenn „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ geleistet wird – also etwa am Wochenende oder spät am Abend.
Die Bezahlung von Soldatinnen und Soldaten ähnelt also der anderer Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede: So genießen die Soldatinnen und Soldaten das Privileg der freien Heilfürsorge. Das bedeutet, dass sich die Bundeswehr mit eigenen Ärzten, Praxen und Krankenhäusern um die medizinische Rundumversorgung ihrer Soldatinnen und Soldaten kümmert. Krankenversicherungsbeiträge werden also nicht fällig.
Auch Sozialversicherungsbeiträge und Rentenversicherungsbeiträge müssen nicht gezahlt werden, solange eine Soldatin oder ein Soldat im Dienst der Bundeswehr steht. Sie werden erst nach dem Ausscheiden aus dem Dienst fällig und werden dann komplett vom Dienstherrn übernommen.
Als weiteres „Goody“ können aktive Soldatinnen und Soldaten kostenfrei mit der Bahn fahren, wenn sie dabei Uniform tragen. Das gilt sowohl für den Regional- als auch für den Fernverkehr. So können Soldatinnen und Soldaten nicht nur Geld sparen, sondern auch noch das Klima schonen.
Wer hat wie viel in der Gehaltstüte? In der Bundeswehr und im Öffentlichen Dienst insgesamt ist das transparent geregelt. Eine Übersicht.