Sport und Military Fitness in der Heimatschutzausbildung
Die Grundausbildung wurde von der Bundeswehr zur Heimatschutzausbildung weiterentwickelt. Anstrengend bleibt sie in jedem Fall. Denn für die Schlagkraft der Truppe ist körperliche und mentale Fitness das A und O. Häufiges Training, ob in Sport- oder Feldanzug, ist ein zentraler Bestandteil jeder Heimatschutzausbildung.
Zur Natur des Soldatenberufs gehört, dass er körperlich anstrengend ist. Dazu muss man nicht unbedingt Fallschirmjäger oder bei brütender Hitze im Auslandseinsatz auf Patrouille sein. Alle Männer und Frauen in der Bundeswehr verteidigen das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes notfalls mit Waffengewalt im Gefecht. Um dafür im Ernstfall gerüstet zu sein, ist körperliche Leistungsfähigkeit unverzichtbar.
KLF und BFT gehören zu den IGF. Was? Wie bitte? Dass man hier erst mal nur Bahnhof versteht, ist ganz normal. Aber Rekrutinnen und Rekruten werden schnell mit dem berühmten „Abkürzungsfimmel“ der Bundeswehr vertraut. Die Kürzel stehen für Körperliche Leistungsfähigkeit (KLF), Basis-Fitness-Test (BFT) und Individuelle Grundfertigkeiten (IGF). Wichtig sind sie alle – und das schon während der Heimatschutzausbildung.
Sport sorgt für einen gesunden Körper und Geist. In der Bundeswehr ist regelmäßiges Training essenziell, um den körperlich hohen Anforderungen gerecht zu werden. Im Podcast beantworten wir die Frage: Wie fit müssen Soldatinnen und Soldaten sein?
Individuelle Grundfertigkeiten (IGF) sind elementare Fähigkeiten, die jeder Soldat und jede Soldatin jedes Jahr aufs Neue unter Beweis stellen muss. Neben den Fertigkeiten etwa im Schießen und bei der Ersten Hilfe gehört vor allem die körperliche Leistungsfähigkeit dazu. Im Einzelnen sind das folgende Bausteine:
Marschieren: Mit 15 Kilogramm Gepäck sechs Kilometer in maximal 60 Minuten
Ja, auch im 21. Jahrhundert sind Soldatinnen und Soldaten noch zu Fuß unterwegs. Wenn Fahrzeuge im taktischen Einsatz zu laut oder schwer sind, fährt oft nur noch der „Fußbus“. Sechs Kilometer in 60 Minuten mit 15 Kilo Gepäck – das ist nur die jährlich abzuleistende Mindestanforderung an alle Uniformierten in der Bundeswehr. Wer das Leistungsabzeichen in Gold will, muss mit dem gleichen Gepäck zwölf Kilometer in zwei Stunden schaffen.
Schwimmen: 100 Meter Kleiderschwimmen in maximal vier Minuten
Gewässerhindernisse wie Seen oder Flüsse müssen manchmal schwimmend überwunden werden. Viele Kasernen verfügen deshalb über Schwimmhallen, damit die Soldatinnen und Soldaten ihre Schwimmfertigkeiten verbessern können. Im Einsatz kann es auch passieren, dass man mit Uniform ins Wasser gerät. Deswegen ist Kleiderschwimmen eine Pflichtdisziplin. 100 Meter in maximal vier Minuten sind die Bedingung zum Erfüllen dieser IGF-Disziplin.
Basis-Fitness-Test: Pendellauf, Klimmhang und 1.000-Meter-Lauf
Der Basis-Fitness-Test (BFT) misst den aktuellen Stand der körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten und ist somit ein wichtiger Gradmesser für die Fitness der Truppe. Er besteht aus Übungen, bei denen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination überprüft werden. Mehr Informationen zum BFT gibt es hier.
Um die körperliche Leistungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten zu überprüfen, gibt es den jährlichen Basis-Fitness-Test (BFT), bestehend aus Pendellauf, Klimmhang und 1.000-Meter-Lauf. Er gehört bereits zur Grundausbildung.
Urheberrecht:
Bundeswehr (Produktionsnummer: 16E35701)
Kein Kinderspielplatz: Die Hindernisbahn
Das Gefechtsfeld ist kein ebener Exerzierplatz. Deshalb müssen sich Soldatinnen und Soldaten sicher über Stock und Stein bewegen können, um weltweit ihren Auftrag erfüllen zu können. Auf den rund 150 Hindernisbahnen in Deutschland übt die Truppe, durch Drahtgassen zu kriechen, eine zwei Meter hohe Holzwand zu bezwingen und zügig aus einem Graben zu kommen. Zu Beginn der Ausbildung auf der Hindernisbahn überwinden Rekrutinnen und Rekruten sie lediglich im Feldanzug. Später – im Gefechtsanzug mit Rucksack, Helm und Waffe – kommen alle an ihre Grenzen.
Kein Freizeitvergnügen: Sport wird befohlen
Weil die körperliche Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten so wichtig ist, gibt die Bundeswehr ihren Männern und Frauen auch genug Zeit und Raum, um ihre Fitness zu verbessern. Fast alle Kasernen verfügen über Krafträume, Sport- und Schwimmhallen sowie Saunen, wovon vieles nach Dienstschluss genutzt werden kann. Sport in der Bundeswehr ist aber bei Weitem nicht nur Freizeitvergnügen. Er gehört auf den Dienstplan – idealerweise sogar dreimal pro Woche. So steht es in der Regelung „Sport und Körperliche Leistungsfähigkeit“.
Sport und Military Fitness verhindern Verletzungen
Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr basiert auf der Fitness jeder einzelnen Soldatin und jedes einzelnen Soldaten. Trotzdem sind die vielen Stunden auf dem Sportplatz auch im Interesse der Rekrutinnen und Rekruten. Sport bringt nicht nur den Körper in Form. Eine fitte Truppe ist außerdem robuster und weniger anfällig für Verletzungen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder wissen zudem genau, wie eine moderne, gesundheitsfördernde Sportausbildung aussieht. Die Trainingseinheiten bauen aufeinander auf und sind auf die Bedürfnisse der Ausbildungsgruppe abgestimmt.
Vorbereitung und Training für die Heimatschutzausbildung
Die Erfahrung zeigt: Die meisten Rekrutinnen und Rekruten schaffen es in der dreimonatigen Heimatschutzausbildung, den Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit gerecht zu werden. Je geringer jedoch die Fitness ist, mit der man den Dienst antritt, desto schlimmer werden die Muskelkater in den ersten Monaten in der Bundeswehr. Bereits in den Wochen und Monaten vor Dienstantritt ist man daher gut beraten, die Laufschuhe zu schnüren oder sich aufs Rad zu schwingen sowie an Kraft und Beweglichkeit zu arbeiten.
Trainingspläne und Tipps zur Vorbereitung gibt es hier (PDF, 1,1 MB) und hier (PDF, 910,2 KB). Denn nur wer später bei Marsch, Basis-Fitness-Test und Schießen Höchstleistungen bringt, kann schon bald mit stolzer Brust das „Abzeichen für besondere Leistungen im Truppendienst“ (kurz: Leistungsabzeichen) in Bronze, Silber oder sogar Gold tragen.
Anfang FooterEs ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen
Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.