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Krieg in der Ukraine

Panzerhaubitzen werden auf die Bahn verladen

Bundeswehr/Marco Dorow

So hilft die Bundeswehr

Krieg in der Ukraine

Gemeinsam stark: Unterstützen, Abschrecken, Verteidigen

Die NATONorth Atlantic Treaty Organization zeigt nach der russischen Invasion in der Ukraine Flagge an ihrer Ostflanke. Sie schützt ihre osteuropäischen Bündnispartner durch eine erhöhte multinationale Truppenpräsenz. Deutschland übernimmt dabei eine Führungsrolle innerhalb der NATONorth Atlantic Treaty Organization: Als bedeutender Truppensteller trägt die Bundesrepublik zur glaubhaften Abschreckung in Osteuropa bei.

Gleichzeitig unterstützt die NATONorth Atlantic Treaty Organization die Ukraine mit Waffensystemen, Ersatzteilen, Munition und der Ausbildung ukrainischer Truppen. Deutschland hat sich seit Kriegsausbruch zu einem der wichtigsten Geberländer für die Ukraine entwickelt. 

Die NATONorth Atlantic Treaty Organization ist ein kollektives Verteidigungsbündnis. Ein bewaffneter Angriff auf einen Bündnispartner gilt als Angriff auf alle NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitglieder. Das besagt Artikel 5 des Nordatlantikvertrages, der die gegenseitige Beistandspflicht der Bündnispartner im Verteidigungsfall festhält. Um Aggressoren abzuhalten, setzt die NATONorth Atlantic Treaty Organization auf Abschreckung durch militärische Stärke.

Die multinationale Truppenpräsenz in Osteuropa wurde erstmals nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland 2014 verstärkt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 wurden die Verteidigungs- und Abschreckungsmaßnahmen an der Ostflanke weiter ausgebaut. Die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Maßnahmen sind dabei rein defensiv und dienen dem Schutz der Alliierten in Ost- und Südosteuropa.

Solidarität im Bündnis

Deutschland beteiligt sich maßgeblich an den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Schutzmaßnahmen für die östlichen Bündnispartner. Als die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Truppenpräsenz in Osteuropa nach der Annexion der Krim zum ersten Mal verstärkt wurde, übernahm die Bundeswehr die Führung eines multinationalen Kampfverbandes in Litauen. Neben Deutschland beteiligen sich auch mehrere europäische NATONorth Atlantic Treaty Organization-Alliierte an der Battlegroup. Zudem hält sich seit 2022 eine Brigade der Bundeswehr in Deutschland bereit, um die Kameradinnen und Kameraden in Litauen bei Bedarf zu unterstützen. 

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine einigten sich die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitglieder auf eine Aufstockung der Truppenkontingente entlang der gesamten Ostflanke. Deutschland und Litauen verständigten sich 2023 auf die dauerhafte Stationierung einer schweren Kampfbrigade mit 4.800 Soldatinnen und Soldaten, um den litauischen Streitkräften zur Seite zu stehen. Aufgestellt wurde die neue Panzerbrigade 45 der Bundeswehr im April 2025. Ende Januar und Anfang Februar 2026 wurden der Brigade ihre drei Kampfverbände unterstellt: Das Panzergrenadierbataillon 122, das Panzerbataillon 203 und die multinationale Battlegroup Lithuania. Ihre volle Einsatzbereitschaft wird die Brigade Litauen  Ende 2027 erreichen.

Neben dem Heer tragen auch die Marine und die Luftwaffe zur Sicherung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebietes bei. So beteiligt sich die Luftwaffe schon seit 2005 an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-gemeinsamen Sicherung des Luftraums über den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Weil es nach der russischen Invasion in der Ukraine auch hier immer wieder zu Luftraumverletzungen durch russische Flugzeuge oder Drohnen kam, verstärkte die NATONorth Atlantic Treaty Organization auch hier ihre Aktivitäten – und Deutschland bewies erneut seine Bündnissolidarität. So zeigt die Luftwaffe mit Eurofighter-Kampfjets unter anderem an der rumänischen Schwarzmeerküste und an der polnischen Ostseeküste Präsenz. Gleiches gilt auch für die Seestreitkräfte: Deutsche Kriegsschiffe sichern als Teil von NATONorth Atlantic Treaty Organization-Flottenverbänden die Seewege und helfen bei der Überwachung kritischer Unterwasser-Infrastruktur in Ost- und Nordsee sowie im Nordatlantik. 

Zudem hat sich die NATONorth Atlantic Treaty Organization mit dem sogenannten Force Model auf ein neues Rahmenwerk geeinigt, um auf Bedrohungen sowohl schnell als auch kraftvoll reagieren zu können. Mit der Allied Reaction Force wurde eine Eingreiftruppe mit rund 40.000 Soldatinnen und Soldaten geschaffen, die alle Arten von militärischen Operationen bewältigen kann. Neben dieser in ständiger Bereitschaft stehenden Speerspitze verständigten sich NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner darauf, im Verteidigungsfall innerhalb von sechs Monaten bis zu 800.000 Truppen zu mobilisieren. Deutschland hat sich verpflichtet, binnen 30 Tagen 35.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 200 Schiffe und Flugzeuge zur Verteidigung des Bündnisses bereitzustellen.

Unterstützung der Ukraine durch Material und Ausbildung

Deutschland und die NATONorth Atlantic Treaty Organization unterstützen die Ukraine seit dem Kriegsausbruch mit Ausrüstung, Waffen und Ausbildung. Der Bedarf der ukrainischen Streitkräfte bestimmt die Art und den Umfang der bereitgestellten Hilfen. Die Ukraine-Unterstützungsleistungen werden seit 2024 durch das in Wiesbaden angesiedelte NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine-Kommando koordiniert. 

Das Kürzel steht für „North Atlantic Treaty Organization Security Assistance and Training for Ukraine.” Nahezu alle NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten machen mit, auch Australien und Neuseeland sind bei NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine vertreten. Pro Jahr wird der Ukraine mit mindestens 40 Milliarden Euro geholfen. Beispielsweise wurden im Jahr 2025 wurden rund 60.000 Materiallieferungen für die Ukraine über NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine abgewickelt, dabei wurden monatlich 18.000 Tonnen an Hilfs- und Rüstungsgütern in das angegriffene Land gebracht.

NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine koordiniert auch die bilateralen und multilateralen Anstrengungen zur Ausbildung ukrainischer Truppen auf europäischem Boden, zum Beispiel jene der militärischen Unterstützungsmission der Europäischen Union – EUMAM UAEuropean Union Military Assistance Mission Ukraine. Diese nahm bereits gegen Ende des ersten Kriegsjahres 2022 die Arbeit auf. Das Spektrum der Angebote umfasst militärische Grund-, Spezial- und Stabsausbildungen, die Schulung an Waffensystemen und vieles mehr. Seit Beginn der Ausbildungen im November 2022 wurden mehrere zehntausend ukrainische Truppen auf ihren Einsatz vorbereitet.

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