Cyber- und Informationsraum

Cyber-Reserve gegen den Virus – Softwaresoforthilfe für die Sanität

Cyber-Reserve gegen den Virus – Softwaresoforthilfe für die Sanität

  • Coronavirus
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
3 MIN

Um mit medizinischem Fachpersonal in der Corona-Krise noch besser unterstützen zu können, sucht das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr seit dem 13. März Reservistinnen und Reservisten aus dem Sanitätsdienst für die personelle Verstärkung von stationären Gesundheitseinrichtungen. Um die dabei aufkommende Informations- und Datenflut beherrschbar zu machen, benötigt es digitale Unterstützung. Hier hilft der Organisationsbereich CIRCyber- und Informationsraum – auch mit der Cyber-Reserve.

Ein Soldat sitzt vor einem Computer

Zwei Angehörige der Cyber-Reserve unterstützen die Sanität mit Softwaresoforthilfe.

Bundeswehr/Martina Pump

Das Kommando Cyber- und Informationsraum hat äußerst kurzfristig und in enger Zusammenarbeit mit dem Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr eine Interessentendatenbank (METis) programmiert, die bei der Identifizierung von geeigneten Ärzten und ebenso benötigtem Pflegepersonal im Rahmen der Corona-Pandemie unterstützen kann. Nur wenige Tage später – seit dem 18. März – können die Angehörigen des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr nun schon mit diesem System verlässlich arbeiten.

Anforderungen an die Datenbank

Wichtig für das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr war hierbei vor allem die schnellstmögliche Entlastung bei der Verarbeitung von Telefon- und E-Mail-Aufkommen. Zudem ging es darum, den Datensatz durch mehrere Sachbearbeiter zeitgleich bearbeiten und speichern zu können. Mit einer sinnvollen und durch Suchalgorithmen (Natural Language Search) unterstützte Volltextsuche sollte es zudem möglich sein, die richtigen Personen aus der Datenbank schnell und fehlerfrei suchen zu können. Sind diese Personen dann gefunden, sollte ein direkter Abgleich mit den einzelnen Fähigkeiten des medizinischen Personals möglich sein, ohne in andere Listen oder Datensätze blicken zu müssen.

Cyber Reserve hilft mit

All diese Forderungen wurden durch die Softwareprogrammierer des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum erfüllt und in der Programmierung umgesetzt. Im Wesentlichen waren zwei Angehörige des Kommandos Cyber- und Informationsraum, Hauptfeldwebel Georgi Steffenhagen und Schütze Alexander Graf zu Solms-Wildenfels an der Entwicklung und Programmierung der Datenbank beteiligt. Beide sind Angehörige der Cyber-Reserve und haben sich schnell und unkompliziert mit ihrem Fachwissen in die Entwicklung eingebracht. Das Konzept der „Cyber-Reserve“ bietet Interessierten die Möglichkeit, ihr ziviles ITInformationstechnik-Knowhow in die Bundeswehr einbringen und somit auch der Gesellschaft zur Verfügung stellen. „Ein großartiges Beispiel hierfür finden wir in der Initiative dieser beiden Entwickler“ freut sich der Stellvertreter Inspekteur Cyber- und Informationsraum und Beauftragter für Reservistenangelegenheiten CIRCyber- und Informationsraum, Generalmajor Jürgen Setzer.

Auf die Cyber-Reserve ist eben Verlass, wenn man sie benötigt. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig das zivile ITInformationstechnik-Wissen für Bundeswehr und Gesellschaft gerade in Krisen-Zeiten ist.

Besondere Maßgaben der ITInformationstechnik-Sicherheit

Da General Setzer als Chief Information Security Officer auch für die ITInformationstechnik-Sicherheit in der Bundeswehr verantwortlich ist, wurde diese selbstverständlich umfassend berücksichtigt. Gerade bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ist es nicht immer möglich, auf bereits existierende offene Software-Lösungen zurückzugreifen. Als gelernter ITInformationstechnik-Infrastrukturingenieur hatte Hauptfeldwebel Steffenhagen deshalb ein besonderes Augenmerk auf Sicherheit und Zuverlässigkeit gelegt. So wurden die Systeme vom Bundeswehr-Netz und vom öffentlichen Internet getrennt. Sie sind nur über entsprechenden Proxy-Zugang, passwortgesichert und nur für Bundeswehrpersonal erreichbar. Das System kann zudem nur von deutschem Boden aus angesteuert werden und ist mit einer Firewall gesichert. So werden IP-Adressen, die fehlgeschlagene Requests oder Login-Versuche gegen den Proxy verursachen, sofort auf Black-Lists hinterlegt.

Weitere Schritte

Ein Soldat gibt Daten in einen Computer ein

Mit der Interessendatenbank können die Angehörigen des Organisationsbereichs Sanität schneller geeignetes Personal identifizieren.

Bundeswehr/Jonas Weber

Als nächstes geht es nun darum, das Datenaufkommen per E-Mail und Telefon, das durch die Registrierung entsteht, zu reduzieren und den Nutzern eine Online-Registrierung zu ermöglichen. Die beiden Softwareentwickler wollen dieses neue Feature schon Ende der Woche programmiert haben und dem System zufügen. CIRCyber- und Informationsraum vs. Virus - Wir legen nach!

von Sebastian  Wanninger  E-Mail schreiben
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