Cyber- und Informationsraum

Die Administratoren – Hauptfeldwebel Daniel Klotzsche und Alexander Bluhm

Die Administratoren – Hauptfeldwebel Daniel Klotzsche und Alexander Bluhm

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Datum:
Ort:
Storkow
Lesedauer:
3 MIN

Die beiden Hauptfeldwebel Daniel Klotzsche und Alexander Bluhm aus der 2. Kompanie des Informationstechnikbataillons 381 in Storkow sind Administratoren für die German Mission Network Referenzanlage (GMN RA). „GMN ist ein System, mit dem den Nutzern verschiedene IT-Services, wie zum Beispiel File-Sharing, Videotelefonie oder auch die Lagebilddarstellung angeboten werden können“, so Bluhm. „Das Besondere dabei ist, dass es sehr kompakt, klein und hoch leistungsfähig ist.“ig ist.“

Ein Soldat an einem Rechner

An den German Mission Network Servern müssen verschiedene Einstellungen vorgenommen werden.

Bundeswehr/Wanninger

„Um verschiedenen IT-Services bereitzustellen, waren zuvor mehrere unterschiedliche Systeme, wie zum Beispiel das Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr, die Lokalen Verlegefähigen Netzwerke der Bundeswehr und die dezentralen Serversegmente der Bundeswehr notwendig“, so Klotzsche. „Mit dem neuen System können wir fast alle Funktionalitäten dieser Systeme anbieten, denn in der GMN RA ist alles in einem – Router, Server und Switch.“ Ein weiterer Vorteil: Das System ist dabei sehr kompakt und schnell verlegefähig.

Hochspezialisierte Administratoren

Zwei Soldaten vor einem Auto

Die beiden Hauptfeldwebel sind eine der wenigen Administratoren, die auf das neue System eingewiesen sind

Bundeswehr/Wanninger

Für den Betrieb des Netzwerks bedarf es mehrerer erfahrener Administratoren, die sich um die jeweiligen Services kümmern. „Wir beide sind zum Beispiel für die Services Infrastruktur, Patches und Updates, Verschlüsselung und File-Services verantwortlich“, so Bluhm. „Der vielleicht wichtigste Service, den wir auf der trinationalen Übung Common Roof bereitstellen, ist aber die Lagebilddarstellung.“ Beide ermöglichen dem Nutzer mit ihrem System so, ständig digital auf ein aktuelles taktisches Lagebild zurückzugreifen. Ein wichtiger Faktor, wenn es für die militärischen Vorgesetzten darum geht, die Truppen sinnvoll und koordiniert einzusetzen.
„Insgesamt arbeiten rund sieben Administratoren am System, die dann auch noch Kernfähigkeiten wie beispielsweise Videotelefonie und E-Mail anbieten“, sagt Klotzsche.

Arbeit am System

Ein Soldat telefoniert mit einem anderen per Video

Über das German Mission Network kann zum Beispiel auch Videotelefonie als ein IT-Service angeboten werden.

Bundeswehr/Wanninger

Klotzsche und Bluhm arbeiten während der Common Roof das erste Mal in dieser Intensität am System und überprüfen ihre Prozesse und Abläufe bei der Betriebsführung des Systems. „Wir überwachen ständig das System und spielen zum Beispiel verschiedene Softwareupdates für die Nutzer auf oder stellen allen drei Nationen den Zugang zu einem Filesharingdienst, wie Sharepoint, zur Verfügung“, erklärt Klotzsche. „Zudem bekommen wir über ein Ticketsystem bestimmte Fehlermeldungen, die wir dann im Administratorenteam gemeinsam beheben müssen.“

Prozesse in der Betriebsführung

Für alle Beteiligten an der Übung gibt es in der Betriebsführung festgelegte Prozesse, die es einzuhalten gilt. Genau diese werden während der Übung Common Roof genau betrachtet und überprüft. „Das bedeutet zum Beispiel, wenn ein Fehler auftritt, gibt es einen genauen Prozess, wie wir weiterzuarbeiten haben, und das übergreifend für die drei Nationen Schweiz, Österreich und Deutschland“, sagt Bluhm. „Wir arbeiten hier nach ITIL-Prozessen, die sich an die zivile IT-Betriebsführung orientiert, und genau diese versuchen wir im multinationalen Umfeld zu optimieren und weiter zu vereinheitlichen.“

Herausforderung und Chance zugleich

IT-Server mit Kabeln

Das System German Mission Network besteht aus kleinen und wenigen Komponenten und ist somit besser transportabel.

Bundeswehr/Wanninger

Das System GMN wurde am Zentrum für Softwarekompetenz der Bundeswehr (ZSwKBw) von Oberleutnant Fleuren mit seinem Team entwickelt und steht nun dem IT-Bataillon 381 für diese Übung zur Verfügung. Für die Arbeit an diesem benötigen Bluhm und Klotzsche großes IT-Verständnis und Lust am Ausprobieren. „Denn unser System ist so modern, dass es eine richtige Ausbildung auf dem System gar noch nicht gibt“, so Klotzsche. „Deshalb haben wir uns viel selbst beigebracht und uns bei unseren Kameraden aus dem IT-Bataillon 292 in Dillingen, die bereits während der Common Roof 2019 mit GMN RA gearbeitet haben, umgehört. Aber ohne die fachliche Leitung des OLt Fleuren, wären wir nicht bereits jetzt schon auf dem fachlichen Wissenstand den wir für die diese Übung benötigen. Es macht deshalb einfach Spaß, sich am System auszuprobieren und wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen zu sammeln.“ Ihr Ziel dabei ist auch, künftig anderen IT-Bataillonen ein komplett aufgesetztes System zu übergeben.


von Sebastian  Wanninger  E-Mail schreiben
Soldaten schauen auf einen Bildschirm

Common Roof – Betriebsführung trinational üben

Auf der Übung Common Roof üben Österreich, die Schweiz und Deutschland die Betriebsführung im IT-System.