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„Absolute Herzensangelegenheit“

„Absolute Herzensangelegenheit“

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
2 MIN

Soldaten, Arbeitnehmer und Beamte der Infanterieschule in Hammelburg unterstützen die Kinderkrebsstation „Regenbogen“ der Universitätsklinik Würzburg. Sie haben insgesamt 3.000 Euro gesammelt, um die Antikörperforschung zu fördern und eine Elterninitiative zu unterstützen.

Soldaten und Zivilisten halten einen symbolischen Spendenscheck in die Kamera.

Soldaten übergeben einen Spendenscheck an Prof. Matthias Eyrich (l.), Leiter des Bereichs Zelltherapie am Uniklinikum Würzburg. Auch Heidrun Grauer (r.) von der Elterninitiative für krebskranke Kinder freut sich darüber.

Bundeswehr/Anja Gehring

Oberstabsgefreiter Mirko Zedrossa, der selbst in der Familie einen Krebsfall hat, hat die Spendensammlung gemeinsam mit seinen Vorgesetzten initiiert und über 18 Monate vorangetrieben. Am Ende konnte der Bereich Unterstützung der Infanterieschule Hammelburg ein tolles Ergebnis einfahren. Insgesamt kamen durch das Sammeln von Pfandflaschen im eigenen Bereich 2.000 Euro zustande. Schirmherr der Aktion war die Elterninitiative „Leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e. V.eingetragener Verein“.

Zusätzliche 1.000 Euro

Zwei Soldaten feuern einen Lenkflugkörper ab.

Alle helfen: Soldaten, Angestellte und Beamte sammeln gemeinsam Geld für die Kinderkrebsstation.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Hauptmann Artur Lerner, der Vorgesetzte von Mirko Zedrossa, beschreibt es als eine „absolute Herzensangelegenheit“, ihn in seinem Vorhaben zusammen mit seinem Kompaniefeldwebel, Stabsfeldwebel Alexander Fürst, zu unterstützen. Während der Übergabe des Spendenchecks meldete sich Hauptmann Matthias Zinn, Abteilungsleiter für die Materialbereitstellung, mit einem kleinen Zettel in der Hand zu Wort: „Einer meiner zivilen Kraftfahrer, Rudolf Hurrlein, ist vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet worden. Sein Wunsch war es, ihm kein Abschiedsgeschenk zu übergeben, sondern stattdessen für einen guten Zweck zu sammeln. Die Sammlung eröffnete er persönlich mit 250 Euro.“ Dadurch angespornt, haben die Soldaten, Arbeitnehmer und Beamten nochmal 1.000 Euro gesammelt. Sichtlich überrascht und erfreut zeigten sich der Leiter des Bereichs Zelltherapie am Uniklinikum Würzburg Prof. Dr. med. Matthias Eyrich, wie auch Heidrun Grauer vom Verein der Elterninitiative über diese Wortmeldung und damit die Erhöhung des Spendenbetrages.

Hoher Aufwand

Luftbild vom Haupttor der Infanterieschule

Die Hilfe für krebskranke Kinder ist umfangreich und teuer. Viele aus der Infanterieschule helfen.

Bundeswehr/Benjamin Bendig

Die Behandlung der kleinen Patienten dauert im Normalfall ein bis anderthalb Jahre, hinzu kommt die Nachsorge, die wiederum bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen kann. Die Betreuung und Nachsorge der Kinder und ihrer Eltern umfasst ein großes Feld, denn mit der reinen Behandlung der Krankheit ist es nicht getan. Heidrun Grauer erklärt: „Insgesamt 13 Elternwohnungen, eine Haushälterin, einen Hausmeister, drei Sozialpädagogen, einen Psychologen, wie auch pro Station eine Krankenschwester und zwei ambulante Krankenschwestern für die ambulante Nachsorge versuchen wir mit unserem Verein zu stemmen.“

Die Patienten brauchen eine Rundumbetreuung, vor allem in schweren Phasen, aber auch ihre Eltern, denn: „Die Kleinen sind ‚taff‘ und fühlen sich, bis auf wenige Phasen, wohl. Die Mütter sind ja rund um die Uhr da und eine Erzieherin sorgt tagsüber für ‚Action‘. Eltern belastet die Krankheit ihrer Kinder meist wesentlich mehr“, ergänzt Grauer. Insgesamt 700.000 Euro benötigt der Verein jedes Jahr, um die Kosten zu tragen. Ebenso ein Spezialist, wie Ignazio Caruana aus Rom, der im Dienste der Klinik auf dem Gebiet der Immuntherapie forscht, geht auf die Rechnung des Vereins.

„Aber auch die Universitätsklinik Würzburg tut ihr Bestes“, so Prof. Eyrich. „Derzeit forschen wir an sogenannten CAR-T-Zellen, das sind Teile des Abwehrsystems, die jeder von uns hat. Das Problem ist jedoch, dass diese gegenüber Tumorzellen nahezu ‚blind‘ sind. Wir modifizieren sie so, dass sie ‚super aggressiv‘ auf Tumorzellen reagieren. Das funktioniert bisher in Teilen, leider noch nicht überall, aber wir sind dran“, so Eyrich abschließend.

von Thomas Heinl

über die Schule

  • Auf rotem Hintergrund kreuzen sich zwei schwarz-silberne Schwerter mit goldenem Griff, mittig ein silbernes S für Schule.
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    Infanterieschule

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