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„Ohne Versorgung keine Aufklärung“

„Ohne Versorgung keine Aufklärung“

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Datum:
Ort:
Füssen
Lesedauer:
2 MIN

Es ist Nachmittag auf dem Standortübungsplatz Niederried in Bayern. Offiziere und Feldwebel, Teilnehmende einer Weiterbildung, beobachten anhand eines praktischen Beispiels im Gelände, wie die Truppe den Verfügungsraum einnimmt und dort mit dem Nötigsten versorgt wird.

Mehrere getarnte Bundeswehrfahrzeuge fahren zu einer Freifläche im Gelände, um dort mit Munition versorgt zu werden.

Ein Spähwagen Fennek und ein Geländetransportfahrzeug BV 206 S Hägglunds passieren die Versorgungsstraße bei der praktischen Vorführung im Gelände.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Die Soldatinnen und Soldaten haben auf ihren Fahrzeugen eine größere Strecke zurückgelegt. Jetzt muss das Gerät betankt und gewartet werden, damit die Truppe ihren Auftrag fortsetzen kann. Die Besatzungen brauchen Essen und Trinken. In kurzer Zeit wird eine sogenannte Versorgungsstraße errichtet, auf der das Bataillon feldmäßig versorgt wird. Doch viel Zeit bleibt ihnen nicht.

Diese Lehrvorführung soll demonstrieren, wie eine solche Versorgungsstraße rasch aufgebaut werden kann und welche Rolle dabei die unterschiedlichen logistischen Ebenen und das brigadeeigene Gebirgsversorgungsbataillon 8 haben. Jeder militärische Führer muss nachvollziehen können, wie die logistischen Prozesse zur Versorgung der Truppe funktionieren. Um einen gemeinsamen Abholpunkt für das Führerkorps zu schaffen, erhielt es am Vormittag dieses Ausbildungstages theoretischen Unterricht. Bei der Lehrvorführung im Gelände werden dann die erlernten Inhalte in der Praxis veranschaulicht.

Weiterbildung mit Konzept

Mehrere Soldaten gehen auf einer Wiese. Im Hintergrund sind Berge und Militärfahrzeuge zu sehen.

Nach einem ganzen Tag Ausbildung finden sich alle Teilnehmer der Führerweiterbildung zum Abschlussantreten ein.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Die Offiziere und Feldwebel gehören zum Führungspersonal des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus dem bayerischen Füssen. Die Weiterbildung ist Teil einer Weiterbildungsreihe, bei der gezielt das Verbringen, der Marsch, das Beziehen von Räumen und das Anschlussversorgen des gesamten Verbandes in Vorbereitung auf den Auftrag – Aufklärungsarbeit für die Gebirgsjägerbrigade 23 – vermittelt werden. Eingebettet ist eine fiktive Rahmenlage, die durch das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 in die Realität, den alpinen Raum Allgäu, übertragen wurde. Dabei geht es speziell um ein Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung. Die reale Herausforderung: Es soll dem Corona-Hygienekonzept angemessen Rechnung getragen und trotzdem zielführend und praxisnah ausgebildet werden. Deshalb testen sich alle Teilnehmer vor Beginn des Ausbildungstages mit einem Corona-Selbsttest. Alle Unterrichtseinheiten werden aufgelockert und finden unter freiem Himmel, mit vergrößerten Abständen und mit ständigem Tragen der Maske, statt.

Kommandeur hebt Rolle der Logistik vor

Ein Soldat steht auf einer grünen Plane, umgeben von verkleinerten Nachbildungen des Geländes und erklärt etwas.

Der Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, Oberstleutnant Michael Bertram, führt ein Lehrgespräch im Geländesandkasten, der eine anschauliche Nachbildung des realen Geländes ist.

Bundeswehr/Michael Stiebert

Von der Ausbildung seiner Soldatinnen und Soldaten will sich auch der Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, Oberstleutnant Michael Bertram, bei seiner Dienstaufsicht überzeugen. Er betont die Bedeutung des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 als Träger der Aufklärung der Brigade. Zusätzlich zählt für den Kommandeur, seinem Führungspersonal zu verdeutlichen, wie wichtig das Zusammenwirken aller Bataillone, hier speziell der Gebirgsaufklärer und Gebirgsversorger, im System Brigade ist: „Ohne Versorgung keine Aufklärung, ohne Aufklärung keine Deckung des Informationsbedarfs des Brigadekommandeurs“, so Bertram bei der Weiterbildung. Verantwortlich für die komplexe Ausbildung sind Soldaten der 1. Kompanie, also der Stabs- und Versorgungskompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230. Das Gebirgsversorgungsbataillon 8, ebenfalls am Standort Füssen beheimatet, unterstützt den Unterricht und die Lehrvorführung durch eigenes Großgerät und helfende Hände.

Die nächste Führerweiterbildung in dieser Reihe wird sich mit der Thematik Radar im Gebirge beschäftigen.

von Michael Siebert

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