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Stellungsbau im Gebirge: Reservisten helfen

Stellungsbau im Gebirge: Reservisten helfen

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Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
2 MIN

Motivierte Reservisten des Pionierbataillons 905 helfen, das Stellungssystem der Gebirgsjäger in Berchtesgaden zu modernisieren. Es wird für die infanteristische Ausbildung gebraucht. Dabei rücken die Reservistendienstleistenden mit schwerem Gerät an.

Mehrere Soldaten arbeiten mit Trennschleifern. Ein Minibagger steht für Aushubarbeiten bereit.

Pioniere arbeiten mit schwerem Gerät in steiler Hanglage mitten im Wald.

Bundeswehr/Marco Dittmer

Die Bundeswehr legt den Fokus verstärkt auf Landes- und Bündnisverteidigung. Dazu gehört auch der Kampf aus gedeckten Stellungen, um dem Feind möglichst unaufgeklärt und sicher vor direktem Beschuss im Feuerkampf zu begegnen.

Doch damit das richtig geübt werden kann, müssen die Stellungen erst einmal in gutem Zustand sein. In der Jägerkaserne liegt das Gebirgsjägerbataillon 232. Auf dem Standortübungsplatz Silberg in den Berchtesgadener Alpen wurde in den Achtzigerjahren ein Stellungssystem aus Gängen und Kampfunterständen errichtet. Es sollte insbesondere in den Zeiten des Kalten Krieges der Erprobung des infanteristischen Kampfes aus der Deckung heraus dienen. Doch die Anforderungen an die Bundeswehr wandelten sich. Es galt, auch komplexe Missionen überall auf der Welt zu bewältigen.

Das Stellungssystem lag viele Jahre brach und wurde Opfer der Witterung. Morsches und geborstenes Holz, verbogene Stahlbleche und Erdrutsche machten es unmöglich, dieses System durch die übende Truppe zu nutzen. Schweres Baugerät und bautechnische Expertise waren gefragt. Ein Auftrag - perfekt für die Pioniere.

Pionierunterstützung für das Gebirgsjägerbataillon 232

Brachliegende Stellung im Laubwald. Morsche Holzbalken stützen ein Grabensystem. Trümmerteile liegen auf dem Waldboden.

So desolat sah das Stellungssystem aus den Achtzigerjahren aus.

Bundeswehr/Marco Dittmer

Aus diesem Grund wurden das aus Reservisten bestehende Pionierbataillon 905 aus Ingolstadt sowie Teile des aktiven Gebirgspionierbataillons 8 mit der Reparatur des Stellungssystems beauftragt. Bereits mehrfach haben die „Achter“ die „905er“ bei diversen Übungs- und Ausbildungsvorhaben mit Ausrüstung, Material und Personal unterstützt. In enger Zusammenarbeit wurden umfangreiche Berechnungen und Planungen für das Bauvorhaben angestellt.

Mehr als 30 Reservisten, die über verschiedene zivilberufliche Erfahrungen im Bauwesen verfügen, rücken in Ingolstadt an. Von dort fahren sie in das 230 Kilometer entfernte Bischhofswiesen, um ihre Arbeit am Stellungssystem zu beginnen.

Schweres Baugerät

Mehrere Soldaten befüllen mit einer Füllmaschine Sandsäcke. Ein Radlader der Bundeswehr steht zur Abholung bereit.

Reservisten befüllen Hunderte Sandsäcke für den Ausbau des Stellungssystems. Ein Radlader fährt die aufgestapelten Sandsäcke zur Baustelle im schwer zugänglichen Wald.

Bundeswehr/Marco Dittmer

Körperlich hartes Arbeiten liegt vor ihnen. Tagelanger Starkregen hat das schroffe Gelände stark aufgeweicht. Unmengen an Holz, Kies und anderem Baumaterial müssen auf die Baustelle verbracht werden, die in etwa 1.100 Meter Höhe liegt. Schwülwarme Temperaturen machen das Befüllen Tausender Sandsäcke, das Ausheben der verschütteten Gänge und das Sägen und Verarbeiten des Holzes zu einer schweißtreibenden Aufgabe.

Teile der Gebirgsjäger helfen beim Bau ihrer Stellungen mit. Auf einer Fläche von circa 5.000 Quadratmetern werden im Wald über mehrere Tage hinweg neue Kampfstände, ein Zuggefechtsstand sowie etwa 100 Meter Schützengräben ausgehoben und mit Wellblechplatten und Holzbalken verstärkt. Die verschärften Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erschweren alles zusätzlich.

Bis zu den Knien im Schlamm

Luftbildaufnahme auf das ertüchtigte Stellungssystem

Mit einer Drohne aufgenommen: Verzweigte Gänge sind mit Stahlstreben und Sandsäcken verbaut.

Bundeswehr/Marco Dittmer

Die Reserve des Heeres beweist eindrucksvoll seinen Mehrwert für die Bundeswehr. Ein heftiger Gewittersturm beendet die Arbeiten am Stellungssystem. Dunkle Wolken verhüllen den berüchtigten Schicksalsberg Watzmann und bringen mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter und Starkwinde. Knietief stehen die Pioniere im schlammigen Wasser. Glücklicherweise können die Bauarbeiten noch rechtzeitig fertiggestellt und das neue Stellungssystem den Gebirgsjägern übergeben werden.

Die Kommandeure der beteiligten Bataillone sind sich einig: Was hier von den Reservisten geleistet wird, ist überragend und wäre so in der Kürze der Zeit und der Knappheit von Haushaltsmitteln von zivilen Firmen nicht leistbar gewesen.

Der Bataillonskommandeur zeigt einem Soldaten, der einen Schweißerhelm trägt, etwas in der Ferne.

Oberstleutnant Felix Gaukler, Bataillonskommandeur des Pionierbataillon 905, spricht mit seinen Soldaten.

Bundeswehr/Marco Dittmer


von Marco Dittmer

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