Heer

Blut rettet Leben: Dringende Spende in Krisenzeiten

Blut rettet Leben: Dringende Spende in Krisenzeiten

  • Coronavirus
  • Heer
Datum:
Ort:
Müllheim
Lesedauer:
2 MIN

Da die Blutkonserven in Deutschland wegen der Coronakrise stark zur Neige gehen, hat die Deutsch-Französischen Brigade die Initiative ergriffen und kurzfristig eine Blutspende in der Robert-Schuman-Kaserne auf die Beine gestellt. Über 130 französische und deutsche Soldaten spendeten daraufhin Mitte Mai Blut.

Eine Soldatin liegt auf einer Liege und spendet Blut. Im Hintergrund stehen zwei Sanitäter und ein Soldat.

Lieutenant Moeata Rey, Angehörige der Deutsch-Französischen Brigade, spendet wie jeder Soldat 500 Milliliter Blut.

Bundeswehr/Andreas Keck

„Die Initiative für die Blutspende ging von der Arztabteilung der Brigade aus“, sagt Oberfeldwebel Marco Benbrick, eingesetzt im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. „Dies war ein glücklicher Zufall, denn nur wenige Tage vor der Anfrage aus Müllheim hatte sich eine Lücke im Plan des Blutspendeteams aufgetan.“ Daraufhin reagierten die Soldaten schnell. Während am Standort nach Freiwilligen gesucht wurde, planten die Einheiten ihr Unterstützungspersonal und den Ablauf und Ort des Geschehens. Im Ergebnis konnte das Sanitätspersonal aus Koblenz an zwei Tagen Blut der Soldaten abnehmen.

Hoher Bedarf

Fünf Soldaten und eine Soldatin im Sportanzug warten in einer Schlange mit Maske und Sicherheitsabständen hintereinander.

Die wartenden Soldaten halten sich an die Regeln des Robert Koch-Instituts: Mit Schutzmasken und Sicherheitsabstand stehen Soldaten zum Blutspenden an.

Bundeswehr/Andreas Keck

Sowohl in den Einsätzen als auch in Deutschland gibt es momentan einen hohen Bedarf an Blutkonserven. Das Deutsche Rote Kreuz spricht von 15.000 Konserven, die durchschnittlich pro Tag in der Bundesrepublik benötigt werden.

In einem Metallbehälter befinden sich mehrere Blutkonserven mit Blut.

Die Blutkonserven werden direkt nach der Spende gekühlt und am Abend noch nach Koblenz gefahren. Von dort aus wird es später in die Einsatzgebiete geflogen.

Bundeswehr/Andreas Keck

Bei der Blutspende in Müllheim geben die Spender jeweils einen halben Liter Blut ab. Das Blut wird dann sofort nach der Entnahme gekühlt und noch am Abend direkt nach Koblenz gefahren. Dabei ist die Temperatur das ausschlaggebende Kriterium. „Wird die Kühlkette über längere Zeit nicht eingehalten, verändern chemische Prozesse das Blut, sodass es für eine Transfusion ungeeignet wird“, sagt Hauptmann Rolf Kießling aus der Brigadearztabteilung. In Koblenz wird das Blut anschließend gereinigt, bevor es zentrifugiert und in seine Hauptbestandteile geteilt wird. Während das Plasma tiefgefroren gelagert wird, wird das restliche Konzentrat gekühlt und bei Operationen im Inland, aber auch in den Einsatzländern verwendet.

Blut für Deutschland und die Einsätze

Ein Soldat steht vor einem Tisch mit Aufbewahrungsbehälter für Blut und spricht mit Soldaten in weißer Sanitätskleidung.

Brigadegeneral Peter Mirow (r.), Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade, spricht mit dem verantwortlichen Sanitätspersonal aus Koblenz.

Bundeswehr/Andreas Keck

Der Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade, Brigadegeneral Peter Mirow, ist sehr zufrieden mit dem Ablauf während der zwei Tage. Nachdem er selbst Blut abgegeben hatte, sagt er: „Ich freue mich über die gute Resonanz. Die Soldaten leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Krankenhäuser und auch der Sanitätsversorgung im Einsatz.“ Auch das neunköpfige Blutspendeteam ist zufrieden, erklärt Benbrick. „Alles hat super geklappt und war professionell organisiert. Und das innerhalb von zwei Wochen und in Pandemiezeiten, das ist wirklich keine Selbstverständlichkeit.“

von Markus Bayer

Mehr zum Thema