Bundeswehr beschafft Loitering Munition
Loitering Munition– ein Gamechanger für die Verteidigung. Überblick, Fragen und Antworten.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 30. April 2026 das Heer in Munster besucht. Während einer Lehr- und Versuchsübung wurde ihm gezeigt, wie Soldatinnen und Soldaten des Heeres kämpfen und welche Waffensysteme sie einsetzen, um in einem veränderten Kriegsbild zu bestehen.
Bundeskanzler Friedrich Merz besucht das Heer in Munster. Während einer Lehr- und Versuchsübung erlebt er das Gefecht von morgen.
Bundeswehr/Marco DorowWie kämpft das Heer in der Zukunft? Wie stellt es sich dem modernen Gefecht? Was die Soldatinnen und Soldaten brauchen, um auf den Gefechtsfeldern der Zukunft zu bestehen, zeigen sie auf der Schießbahn 3 auf dem Truppenübungsplatz Munster Nord. Ein fast einstündiges Gefecht im scharfen Schuss, Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten und hautnahe Einblicke in die Ausstattung der Truppe erwarten Merz. Zuvor hatte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, den Kanzler begrüßt.
Das Deutsche Heer sei Träger militärischer Operationen in der Dimension Land, erklärt Freuding eingangs. Hier werde die militärische Entscheidung herbeigeführt. Der Auftrag der Landstreitkräfte sei unverändert: Raum halten und nehmen, auch gegen feindlichen Widerstand. Aber wie man diesen Auftrag erfüllen werde, das ändere sich gerade grundlegend. „Wir wollen Ihnen heute ein Bild vom Gefechtsfeld der Zukunft vermitteln, zeigen, wie das Heer kämpfen wird, wie wir gewinnen wollen“, beschreibt der Inspekteur.
„Die Stärkung der Bundeswehr ist ein Anliegen der gesamten Bundesregierung. Sicherheit und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit. Unsere Verantwortung für die Menschen im Land sowie für die Alliierten und Partner in der NATO macht es einfach notwendig, dass wir unserer Führungsrolle in der NATO und in Europa auch militärisch gerecht werden.“
Das Kriegsbild hat sich verändert. Bewährtes wie der Kampfpanzer Leopard muss mit dem Einsatz neuer Technik wie Kampfdrohnen verknüpft werden.
Bundeswehr/Marco DorowAktuelle Konflikte zeigen, dass sich das Gefecht grundlegend ändert. Die Erfahrungen aus der Ukraine machen deutlich: Das Gefechtsfeld wird transparent, Sensoren erfassen Bewegungen, der Waffeneinsatz und die Wirkung folgen unmittelbar. Auch der massenweise Einsatz kostengünstiger, vernetzter und häufig unbemannter Systeme steigern die Gefährdung der Soldatinnen und Soldaten signifikant. Zudem wirken Drohnen nicht mehr isoliert, sondern im Verbund. Mit dem Ergebnis, dass Sichtbarkeit die Truppe verwundbar macht. Der Krieg zu Land findet mit Mitteln und Verfahren aus dem Gestern, Heute, Morgen und Übermorgen statt. Für die Truppe ergibt sich daraus, dass Landstreitkräfte künftig nur dann handlungsfähig bleiben, wenn sie selbst Teil eines durchgängig vernetzten Systems aus Sensoren, Führung und Wirkung sind.
Was bedeutet das für die Operationsführung, für die Einsatzgrundsätze, für die Ausstattung und Waffensysteme und für die Art und Weise, wie die Landstreitkräfte sich organisieren? Antwort darauf geben die Soldatinnen und Soldaten mit einem Gefechtsbild im scharfen Schuss. Die Lehr- und Versuchsübung verbindet Bewährtes mit Neuem, aber auch mit dem, was noch benötigt wird.
Fast eine Stunde intensives Gefecht führt Kanzler Merz durch alle Phasen einer militärischen Operation. Moderatoren erklären dazu taktische Grundsätze und Funktionsweise der Waffensysteme. Aufklärung, erster unbemannter Feindkontakt, Ausweichen und schließlich der Gegenangriff werden hautnah vorgeführt. Die mächtigen Kanonen und Explosionen sind deutlich bis zur Gästetribüne spürbar.
Das gezeigte Gefecht spiegelt das Kriegsbild wider, auf das sich die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr einstellen. Es werden dabei Technologiesprünge und Entwicklungen sichtbar, denen das Heer folgt und die es vorantreibt. Zukünftig entscheidet in Kriegen die Beherrschung sehr großer Datenmengen auch über Sieg oder Niederlage. Künstliche Intelligenz nimmt dabei einen immer größer werdenden Raum ein.
Für Kanzler Merz wichtig zu wissen: Wie ist die Stimmung in der Truppe? Das erfährt er im direkten Gespräch.
Bundeswehr/Marco Dorow„Wir haben gesehen, was Sie können, aber wir sehen auch, dass noch ein gehöriges Stück des Weges vor uns liegt. Die gesamte Bundeswehr befindet sich im Umbruch“, erklärt der Bundeskanzler. „Wir müssen im Hier und Heute abschreckungs- und verteidigungsbereit sein, fähig zum Fight Tonight. Gleichzeitig müssen wir uns auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereiten. Dies wird weiter mit größten Kraftanstrengungen verbunden sein.“
Die Bedrohungen und die Art und Weise, wie Konflikte auf der Welt heute geführt würden, hätten sich fundamental verändert und sie würden sich auch noch weiter verändern, so Merz weiter. In der Konsequenz heiße das, Beschaffung, Strukturen, personelle Ausstattung und Infrastruktur müssten allesamt auf diese Veränderungen und neuen Herausforderungen ausgerichtet sein und synchronisiert werden.
„Die ersten Schritte sind getan und die Bundesregierung wird alles dafür tun, dass unsere Soldatinnen und Soldaten auch in Zukunft den Auftrag erfüllen können, den wir Ihnen politisch geben. Der Auftrag, der da lautet: in Freiheit, im Frieden und in Sicherheit leben“, so Merz.
Abschließend bekräftigt der Kanzler: „Ich bin persönlich tief beeindruckt von dem, was wir hier heute gesehen haben. Es ist eindrucksvoll zu sehen, was wir jetzt aufgeholt haben, aber genauso klar ist auch, wir müssen diese Arbeit weiter voranbringen.“
Das Gefecht der Zukunft wird von einer Vielzahl Drohnen, Roboter und weiteren unbemannten Systemen bestimmt
Bundeswehr/Marco Dorow
Der Schützenpanzer Puma soll künftig besser gegen Drohnenangriffe geschützt sein
Bundeswehr/Marco Dorow
Unbemannte Systeme – hier das Roboterfahrzeug Themis – wird es künftig in der Luft und an Land geben. Themis kann Nachschubgüter und Verwundete transportieren.
Bundeswehr/Marco Dorow
Kanzler Merz genießt die Zeit bei den Soldaten und nutzt die Gelegenheit für Gespräche
Bundeswehr/Marco Dorow
Neue Systeme wie dieser ferngesteuerte Gabelstapler werden zukünftig auch die Arbeit der Logistiktruppe erleichtern
Bundeswehr/Marco Dorow
Auch das Kommando Spezialkräfte beteiligt sich an der Lehr- und Versuchsübung in Munster
Bundeswehr/Marco Dorow
Drohnen sind aus Gefechten zukünftig nicht mehr wegzudenken
Bundeswehr/Marco Dorow