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Truppe und Gesellschaft

Der Tag der Infanterie ist zurück

Der Tag der Infanterie ist zurück

  • Infanterie
  • Heer
Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
4 MIN

Die Infanterie hat ihren Tag zurück! Nach zweijähriger Pause fand der 24. Tag der Infanterie sowie ein vorangehendes Symposium in Hammelburg statt. Für die Gäste aus Militär und Zivilgesellschaft verbinden sie seit vielen Jahren die Tradition der Infanterie, also der Kampftruppe zu Fuß, mit der Gegenwart und schaffen einen Brückenschlag in die Zukunft.

Aus Vogelperspektive sind Militärfahrzeuge, Soldaten und Publikum auf einem grün-braunem Feld zu sehen.

Das System Infanterist der Zukunft (IdZ) und das Gepanzerte Transportkraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer gehören zusammen. Sie verfügen beide über ein modernes elektronisches Führungssystem, das am Tag der Infanterie vorgestellt wird.

Bundeswehr/Benjamin Bendig

Zum Einstieg: Die Infanterie ist eine Truppengattung des Heeres und Teil der Kampftruppe. Ihre Soldatinnen und Soldaten werden Infanteristen genannt. Zur Infanterie gehören Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und Jäger. Infanteristen gelangen mit Fahrzeugen, Transportflugzeugen, am Fallschirm oder auf Schlauchbooten in alle bekannten Einsatzgebiete – von stark bewaldetem Gebiet über schroffes Gebirge bis hin zu urbanen Kampfzonen. Dort kämpfen sie vorrangig mit Handwaffen und zu Fuß. Dabei werden sie, wenn möglich durch die Bordwaffen ihrer Gefechtsfahrzeuge, zum Beispiel die Jägertruppe mit ihrem Gepanzerten Transportkraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer unterstützt. Wie kämpft die Infanterie gestern, aktuell und morgen? Das ist zentrales Thema bei den Veranstaltungen in Hammelburg.

Zwei Veranstaltungen

Das sogenannte Symposium Infanterie und der Tag der Infanterie sind traditionell zwei voneinander getrennte Veranstaltungen. Während der Schwerpunkt der Eröffnungsveranstaltung, dem Symposium, darauf liegt, über Neuerungen zu unterrichten und die Weiterentwicklungen der Truppengattungen der Infanterie voranzutreiben, dient der Tag der Infanterie der Traditionspflege und dem Informationsaustausch zwischen ehemaligen und aktiven Soldaten der Infanterie, wie auch externen Unterstützern und Vertretern des öffentlichen Lebens. Mit dem Symposium Infanterie stellten sich verschiedene Ausbildungs- und Übungsbereiche aus dem Bereich Infanterie den angereisten Kommandeuren vor, zeigten Möglichkeiten und Herausforderungen auf, wagten aber auch den Blick in die Zukunft hinsichtlich neuer Waffensysteme und Umstrukturierungsprozesse innerhalb des Heeres.

„Ein Tag für uns“

Bei einer Vorführung auf einem grau betonierten Platz zeigen Soldaten den Zuschauern ihr Können.

Beim Tag der Infanterie erleben die Zuschauer verschiedene Live-Vorführungen. Wie gelangen Güter an den Einsatzort und wie wird das Personal modern ausgebildet? Das sehen Gäste in Hammelburg ganz praktisch.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

„Der Tag ist für uns – für die Infanterie. Es ist wichtig, ein Forum zu bieten, um konstruktive Gespräche zwischen Ausbildungseinrichtungen und der Truppe zu ermöglichen“, fasste Brigadegeneral Michael Matz, General der Infanterie und Kommandeur der Infanterieschule, die Veranstaltung zusammen. Der Plan ging auf. Denn viele Fragen konnten mit der Veranstaltung geklärt und die Verbindungen zwischen Schule und Truppe gestärkt werden, sodass die Ausbildung in Zukunft optimiert werden kann, organisatorisch wie inhaltlich.

Nach dem Symposium geht es traditionell ins Gelände. Bei zwei Vorführungen konnten sich die Gäste diesmal einen Ausschnitt einer Luftlandeoperation mit Fallschirmjägern im Sprung, wie auch einen Gefechtsausschnitt der Jägertruppe, mit der modernen Ausstattung Infanterist der Zukunft (Erweitertes System) sowie mit dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer, ansehen. An beiden Stationen wurden den Gästen die jüngsten Verfahrensweisen der beiden Truppengattungen dargestellt.

Sprung aus einem Flugzeug und virtuelle Realität

Am blauen Himmel schweben sieben Fallschirmspringer mit ihren Schirmen.

Wie kommen Fallschirmjäger in den Operationsraum? Das zeigen Soldaten des Fallschirmspezialzuges. Sie gelangen per Freifallsprung, also mit manueller Öffnung des Schirmes, an ihr Ziel.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Wie springen Fallschirmjäger im sogenannten Freifallverfahren aus dem Flugzeug M28 Skytruck? Wie sieht die aktuelle Ausrüstung der Springer, darunter auch der neue Fallschirm, aus? Die Soldaten des sogenannten Combat Control Teams des Fallschirmspezialzuges erläuterten die Ausrüstung und taktischen Aspekte des Fallschirmsprungs in einen Operationsraum. Sie koordinieren in der Operation den gesamten Luftraum über dem Einsatzgebiet, kommunizieren mit der Luftfahrzeugbesatzung per Funk und sind verantwortlich, dass jeder Automatikspringer die Landezone trifft.

Im Anschluss wurde der zweite Aspekt eines möglichen Fallschirmsprungeinsatzes dargestellt – die Versorgung mit Material per Lufttransport. Hierbei wurde die moderne Ausbildung mit der Virtual Reality Brille (VRVirtuelle Realität-Brille) gezeigt, die es aktuell in diesem Bereich bereits gibt. Mit ihr ist es aktuell möglich, Soldatinnen und Soldaten ohne ein Luftfahrzeug oder reale Güter für die Beladung von Flugzeugen virtuell und realitätsnah auszubilden. Alle Schritte, die mit der VRVirtuelle Realität-Brille sichtbar wurden, konnten die Gäste parallel auf einer Leinwand nachverfolgen.

Die nächste Station hatte die Jägertruppe mit dem System Infanterist der Zukunft (Erweitertes System), kurz IdZ-ES, im Fokus. Es besteht aus einer modernen persönlichen Ausstattung sowie elektronischen Führungskomponenten. Besonders ist die Leistungsfähigkeit des Systems in Verbindung mit dem Führungsfahrzeug GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer. Das System ermöglicht es dem militärischen Führer, seine Kräfte grafisch visualisiert und in Echtzeit zu führen, mit nur einem Blick auf den Bildschirm. Somit gelingen fundierte Führungsentscheidungen unabhängig von Witterung, Sprechfunk und Sicht.

Ehre den Verstorbenen und würdiger Abschluss

In einer Kaserne auf einer Wiese steht ein Gedenkstein. Davor stehen bunte Kränze und eine Formation Soldaten.

Die Kranzniederlegung am Stein der Infanterie in Hammelburg ist seit vielen Jahren eine Tradition. Am Tag der Infanterie gedenken Soldaten und Gäste gemeinsam der verstorbenen Kameraden.

Bundeswehr/Benjamin Bendig

Zu jedem Tag der Infanterie gehört die Kranzniederlegung mit anschließendem Feldgottesdienst. Hierzu fanden sich die Gäste am Stein der Infanterie ein, einem Erinnerungsort in der Infanterieschule. In würdevollem Rahmen wurde der Verstorbenen gedacht und Kränze des Bundes der Deutschen Infanterie e. V.eingetragener Verein und der Infanterieschule sowie die einer französischen und einer finnischen Delegation niedergelegt. Den Abschluss fand der 24. Tag der Infanterie mit der Mitgliederversammlung des Bundes der Deutschen Infanterie e. V.eingetragener Verein und einem gemeinsamen Mittagessen der Mitglieder.

Das Gesamtresümee der Teilnehmenden war einstimmig: Der Tag der Infanterie hatte alles – informative Vorträge und Diskussionsrunden, die Möglichkeit, Fragen zu stellen und das Netzwerk der Infanterie enger zu spannen.

von Thomas Heinl

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