Heer
Kommandoübergabe in Münster

I. Deutsch-Niederländisches Corps hat neuen Kommandeur

I. Deutsch-Niederländisches Corps hat neuen Kommandeur

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Münster
Lesedauer:
3 MIN

Generalleutnant Nico Tak ist der neue Kommandeur des I. Deutsch-Niederländischen Corps in Münster. Beim Übergabeappell am 17. März übergab Generalleutnant Andreas Marlow die Führung an seinen niederländischen Nachfolger. Das multinationale Korps wird abwechselnd alle drei Jahre von einem deutschen beziehungsweise einem niederländischen General geführt.

Vier Soldaten mit verschiedenen Baretten haben ihre Hände in der Mitte übereinandergelegt.

Vier Generalleutnante besiegeln die Kommandoübergabe: Die beiden nationalen Inspekteure Alfons Mais (l.) und Martin Wijnen (r.) sowie der neue bzw. der scheidende Kommandeur Nico Tak (2.v.l.) und Andreas Marlow.

Bundeswehr/I. Deutsch-Niederländisches Corps PAO

Im Beisein der deutschen und niederländischen Heeresinspekteure sowie des Kommandeurs Deutsche Anteile Multinationale Korps/Militärische Grundorganisation, Generalleutnant Stephan Thomas, wurde die Übergabe vollzogen. Marlow hatte die Führung des NATO-Hauptquartiers im Februar 2020 vom damaligen Kommandeur, Generalleutnant Alfons Mais, übernommen. 

Marlows Amtszeit wurde unter anderem durch die weltweite Corona-Pandemie bestimmt. Zudem galt es, das Korps für die kommenden Aufgaben zu zertifizieren und einsatzfähig zu halten. Eine Aufgabe, die das Korps rückblickend hervorragend gemeistert habe, so der scheidende Kommandeur. Die Durchhaltefähigkeit der Soldatinnen und Soldaten wurde während der Zeit als sogenanntes Joint Task Force Headquarters im Jahr 2021 bewiesen. Gleichzeitig wurden die operativen Fähigkeiten des Korps verbessert und Fortschritte im Bereich der Zertifizierung des Korps als sogenanntes Warfighting Headquarters gemacht. Auf den neuen Kommandeur warten viele Aufgaben: Im Jahr 2023 übernimmt das Korps die Rolle als Land Component Command, also das Befehlskommando über Landstreitkräfte, für die NATO Response Force (NRFNATO Response Force). Im Ernstfall können dem Korpsstab bis zu 100.000 Soldatinnen und Soldaten verschiedener Nationen unterstellt werden. Vor allem im Hinblick auf die geopolitische Lage steht das Korps damit vor einer großen Aufgabe.

Die heutige Welt ist eine ungewisse Welt. Unsere Nationen zählen auf uns, und wir werden sie nicht enttäuschen. 

Generalleutnant Nico Tak

Ein Soldat trägt eine grüne Truppenfahne.

„Communitate valemus“ (Gemeinsam sind wir stark) lautet das Korpsmotto: Auf Generalleutnant Nico Tak und sein Korps warten herausfordernde Aufgaben. 2023 ist das Corps Land Component Command für die NATO Response Force.

Bundeswehr/I. Deutsch-Niederländisches Corps PAO

Generalleutnant Tak begann seine militärische Karriere 1981 an der königlichen Militärakademie in den Niederlanden. Neben Führungsverwendungen war er unter anderem als Taktiklehrer eingesetzt. Als Einsatzplaner (G3) beim Führungsstab des Heeres war er verantwortlich für die Planung von Einsätzen in Bosnien, Ruanda und Zypern. 1998 besuchte er den Führungs- und Stabslehrgang in Bracknell in Großbritannien und machte seinen Masterabschluss in Militärwissenschaft am renommierten King's College in London. 

Tak verfügt über erhebliche Erfahrung im Ausland sowie im multinationalen Verbund: 2002 gehörte er dem Führungsstab des Heeres in Den Haag als Grundsatzoffizier an und bearbeitete die künftige Struktur des Heeres und das Konzept für die NATO-Eingreiftruppe (NRFNATO Response Force). 2004 übernahm er das Kommando über das 42. Panzerbataillon und entsandte Einheiten nach Pakistan und Afghanistan 2006. 

Ab 2011 war Nico Tak Berater im Außenministerium in Den Haag. Ab Oktober 2013 übernahm er den Posten des Sonderberaters des leitenden zivilen Vertreters der NATO in Kabul. 2014 wurde er zum Leiter des Zentrums für die umfassende Bearbeitung von Kriseneinsätzen im Obersten Hauptquartier der Alliierten Mächte Europa (SHAPESupreme Headquarters Allied Powers Europe) in Mons in Belgien ernannt. Hier war er für die Überwachung aller aktuellen Operationen sowie die Erkennung von Krisen verantwortlich. Ein Schwerpunkt der NATO zu dieser Zeit war unter anderem die Ukrainekrise sowie die Sicherheit der östlichen NATO-Bündnispartner.

Die Fähigkeiten des Korps

Zahlreiche Soldaten sind zum Übergabeappell auf einem betonierten Platz angetreten und grüßen militärisch.

Die Führung des Korps übernimmt traditionell abwechselnd ein deutscher und ein niederländischer General. Die Soldatinnen und Soldaten des Korps stammen aber aus zwölf verschiedenen Nationen.

Bundeswehr/I. Deutsch-Niederländisches Corps PAO

Das in Münster beheimatete I. Deutsch-Niederländische Corps hat eine bewegte Geschichte und ist ein besonderes Beispiel europäischer militärischer Integration. Als eins der NATO-Hauptquartiere ist es in der Lage, kurzfristig die Planung und Führung verschiedener Missionen mit bis zu 100.000 Soldatinnen und Soldaten zu übernehmen. Dabei erfolgt der Einsatz entweder unter der Führung der beiden Rahmennationen – Deutschland und Niederlande – oder auch der NATO beziehungsweise der EU. Neben dem Korpsstab in Münster sind dem Hauptquartier zwei binationale Verbände, ein Fernmeldebataillon sowie ein Stabs- und Unterstützungsbataillon direkt unterstellt. 

von I. Deutsch-Niederländisches Corps PAO 

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