Das Heer im Winterkampf
Das Deutsche Heer zeigt, welche Ausstattung und welche Ausbildung nötig sind, um den Kampf im Eis zu bestehen.
In Norden Europas beteiligt sich das Deutsche Heer an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übung Cold Response 2026. Unter anspruchsvollsten Bedingungen trainieren Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit Partnern für die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Region bietet dafür ganz besondere Voraussetzungen: Schnee, Eis, Kälte und große Entfernungen fordern Mensch und Material.
Ein Fernspäher fährt mit dem Schneemobil durch tiefen Schnee. Beweglichkeit und Orientierung sind im arktischen Gelände entscheidend.
Bundeswehr/Carsten ThielNördlich des Polarkreises richtet Norwegen regelmäßig die Übung Cold Response aus. 2026 kommen dafür mehr als 25.000 Soldatinnen und Soldaten aus bis zu 14 Nationen zusammen. Auch die Bundeswehr ist beteiligt und trainiert mit ihren Partnern für den Bündnisfall.
Die Übung ist gleichzeitig in die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Arctic Sentry eingebettet. Unter diesem Dach bündelt die Allianz Ausbildung und Übungen im Hohen Norden und im Nordatlantik. Ziel ist es, Einsatzbereitschaft sichtbar zu machen, Partner zu verbinden und glaubwürdig Abschreckung zu demonstrieren. Cold Response 2026 steht damit nicht allein, sondern ist Teil eines größeren Gesamtbilds an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Nordflanke.
„Um hier bestehen zu können, bedarf es der Ausbildung, der Expertise, der Disziplin und einer entsprechenden Härte.”
Die Übung ist ein deutliches Zeichen der Bündnissolidarität. Gemeinsam mit NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partnern trainiert das Heer die Verteidigung des Bündnisgebiets in Skandinavien. Gemeinsame Planung, abgestimmte Abläufe und interoperable Systeme erhöhen die Wirksamkeit im Einsatz. Cold Response 2026 stärkt damit nicht nur die Fähigkeiten einzelner Nationen, sondern die Handlungsfähigkeit des gesamten Bündnisses.
Die Division Schnelle Kräfte (DSKDivision Schnelle Kräfte) des Heeres ist dabei besonders gefordert. Ihre Verbände sind schnell einsatzbereit, können rasch verlegt werden und vor Ort auch unter schwierigsten Bedingungen bestehen. Rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten der DSKDivision Schnelle Kräfte nehmen an Cold Response teil.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Gebirgsjäger der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall, darunter das Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald. Sie gehören zur DSKDivision Schnelle Kräfte. Für Beweglichkeit und Versorgung sind Transporthubschrauber des Transporthubschrauberregiments 30 aus Niederstetten verantwortlich. Die Fernspähkompanie 1 aus Schwarzenborn bringt zudem ihre besonderen Aufklärungsfähigkeiten ein. Fernspäher gelten als die „Augen und Ohren“ des Heeres.
Geländetransportfahrzeuge BV 206 S Hägglunds der Gebirgsjäger sind auf dem Deck der Fähre nach Norwegen verzurrt und für den Landmarsch bereit. Sie sind leicht gepanzert, beweglich und werden in schwierigem Gelände eingesetzt.
Bundeswehr/Maximilian SchulzDie Luftwaffe unterstützt mit Personal und Flugzeugen des Lufttransportgeschwaders 62 aus Wunstorf sowie der binationalen Lufttransportstaffel aus dem französischen Évreux.
Die NATONorth Atlantic Treaty Organization nutzt Cold Response auch, um Fähigkeiten über mehrere Bereiche hinweg zu zeigen. Luft-, Land- und Seestreitkräfte arbeiten zusammen. Für das Heer ist diese Zusammenarbeit entscheidend, etwa beim Transport, bei der Aufklärung und bei der Führung im Einsatz.
„Bei der Übung kommt es auf das Zusammenspiel an. Unterschiedliche Ausrüstung, Verfahren und Führungsstrukturen müssen zusammenpassen“, erklärt ein beteiligter deutscher Soldat. Neben der Gefechtsausbildung steht die Durchhaltefähigkeit bei Cold Response im Mittelpunkt. Kälte beeinflusst Material, Kraftstoff und Technik. Wege können durch winterliche Verhältnisse unpassierbar werden, Zeitfenster deshalb schrumpfen. Gerade dann entscheidet eine robuste Logistik. Die Erkenntnisse aus Norwegen fließen in Ausbildung und künftige Abläufe ein und stärken so die Landes- und Bündnisverteidigung langfristig.
Die Fähre öffnet die Heckrampe im Hafen. Mit der Ankunft der Fahrzeuge beginnt der Weitertransport in den Übungsraum.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Eine Kolonne mit Geländefahrzeugen Hägglunds fährt über winterliche Straßen in Nordnorwegen. Kälte, Schnee und Entfernungen fordern Fahrzeuge und Personal.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein Soldat weist die Kolonne ein und regelt den Ablauf auf glatter Straße. Sicheres Fahren und Marschdisziplin zählen im Winter doppelt.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Fernspäher der Bundeswehr bewegen sich im Schneetarn bei starkem Schneefall durch den Wald. Als Aufklärer sammeln sie Daten über das Gelände sowie die Lage und Bewaffnung des Feindes.
Bundeswehr/Carsten Thiel
Ein Transporthubschrauber des Transporthubschrauberregiments 30 setzt im Schnee Material per Außenlast ab. So werden die Gebirgsjäger im arktischen Übungsraum unterstützt.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Gebirgsjäger steigen bei starkem Wind in einen Transporthubschrauber. Bei Cold Response 2026 wird die Luftbeweglichkeit der Truppe trainiert.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Gebirgsjäger bereiten sich im Schnee auf die Landung eines Transporthubschraubers vor. Das reibungslose Zusammenspiel von Besatzung und Bodentruppe erhöht Tempo und Reichweite im Gelände.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein Soldat im Schneetarn übt mit der Granatmaschinenwaffe A1 im winterlichen Gelände. Bei Schießübungen werden Handgriffe, Sicherheit und Wirkung auch unter arktischen Bedingungen trainiert.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Schneegetarnte Waffenträger Wiesel fahren über winterliches Gelände in den Übungsraum. Bei Cold Response 2026 werden Beweglichkeit, Marschdisziplin und Einsatzbereitschaft unter arktischen Bedingungen trainiert.
Bundeswehr/Maximilian Schulz