Heer
Spende für krebskranke Kinder

Ein absolutes Herzensprojekt

Ein absolutes Herzensprojekt

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Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
3 MIN

1.111 Euro kamen für den guten Zweck zusammen. Die Soldatinnen und Soldaten vom Übungszentrum Infanterie haben diesen Betrag mit einer Tombola und privaten Spenden gesammelt. Im Juni wurde die Spende nun an die Station Regenbogen der Universitätsklinik Würzburg überreicht. Auch weitere Institutionen werden mit Spenden unterstützt.

Zwei Soldaten und eine Soldatin halten gemeinsam mit einer Zivilistin einen großen, grünen Scheck in den Händen.

Hilfe für die Jüngsten und deren Eltern: Die Übergabe des Spendenchecks, krönender Abschluss der Spendensammlung am Übungszentrum Infanterie

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Die Station Regenbogen der Universitätsklinik Würzburg behandelt Kinder mit Krebs- und Tumorerkrankungen. Eine Diagnose, die sowohl die Kinder als auch deren Umfeld stark belaste, so die Organisatorin, Hauptfeldwebel Eva Jancziak. Die Soldaten des Übungszentrums Infanterie aus Hammelburg, von denen viele selbst Eltern seien, wollten mit ihrer Spende etwas Gutes tun. Sie wüssten, wie das Geld genutzt würde und hätten sich daher für die Station Regenbogen entschieden. „An unserer Tombola haben sich etwa der Pfadackerhof, das Autohaus Baumbach, Grilando, Heckler & Koch, Getränke Zisch und der Reservistenverband beteiligt“, sagt Jancziak.

Vom Schicksal der Kinder gerührt

Zusammen mit dem Leiter des Übungszentrums, Oberstleutnant Sebastian Klima, und dem Leiter Innendienst, Stabsfeldwebel Rico Ehnert, ging es nach Würzburg, um die Spende zu übergeben. „Dass ein jeder von uns gesund ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Es erfüllt mich mit Stolz, dass meine Soldaten aus tiefster Überzeugung diese Spendensammlung ins Leben gerufen haben. Gerade eine Erkrankung von Kindern geht uns allen sehr nah, weswegen es mich sehr freut, in Form dieser Spende helfen zu dürfen. Es ist für uns absolutes Herzensprojekt“, beschreibt Klima lächelnd.

Nicht nur den Kindern werde etwas Gutes getan, auch den Eltern und nahen Angehörigen. So würden Unterkünfte bereitgestellt, sodass die Familienangehörigen ihre Kinder während der Therapie begleiten können und ihnen nah sind.

Hoher Aufwand

Die Behandlung der kleinen Patienten dauert im Normalfall ein bis eineinhalb Jahre, hinzu kommt die Nachsorge. Das kann wiederum bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen. Die Betreuung und Nachsorge der Kinder und ihrer Eltern umfasst ein riesiges Feld. Mit einer reinen Behandlung der Krankheit ist es nicht getan, weiß Elisabeth Betz, von der Station Regenbogen: „Für die ambulante Nachsorge versuchen wir insgesamt 13 Elternwohnungen, eine Haushälterin, einen Hausmeister, drei Sozialpädagogen, einen Psychologen, wie auch eine Krankenschwester und zwei ambulante Krankenschwestern pro Station, mit unserem Verein finanziell zu stemmen.“

In schweren Phasen bräuchten die Patienten, aber auch ihre Eltern, eine Rundumbetreuung. „Die Kleinen sind stark und fühlen sich bis auf wenige Phasen wohl. Die Mütter sind ja rund um die Uhr da und eine Erzieherin sorgt tagsüber für Action. Eltern belastet die Krankheit ihrer Kinder meist wesentlich mehr“, ergänzt Betz. 

700.000 Euro Kosten pro Jahr

Insgesamt 700.000 Euro benötigt der Verein jedes Jahr, um die Kosten zu tragen. Denn auch Ignazio Caruana, ein Spezialist aus Rom, der die Forschung weiter vorantreiben soll, geht auf die Rechnung des Vereins. Daher sind die Spenden so wichtig.

Rund 100 Neuzugänge hat die Onkologie in Würzburg jedes Jahr zu verzeichnen. Das Zentrum deckt laut Betz einen Radius von circa 150 Kilometer rund um Würzburg ab. Rund 50 solcher Zentren gibt es in Deutschland. Dies sei wichtig, um die Wege kurzzuhalten. Denn wenn es den Kindern schlecht gehe, so Betz, „ist jede Autofahrt eine Tortur für sie.“

Jeder Euro hilft: Weitere Informationen über die Station, wie auch die Elterninitiative und Möglichkeiten diese zu unterstützen, finden Sie unter https://www.stationregenbogen.de/

von Thomas Heinl