Heer

Ein neues Fell für die Raubkatze

Ein neues Fell für die Raubkatze

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Werdeck
Lesedauer:
2 MIN

Der Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bietet den Besatzungen des Panzerbataillons 414 die Möglichkeit, intensiv mit ihren Hauptwaffensystemen, den Kampfpanzern Leopard 2 A6M, zu üben. Doch bevor es losgeht, muss der Panzer, so gut es geht, für den Feind unsichtbar gemacht werden.

Ein Soldat bindet Tannenzweige an das Kanonenrohr eines Panzers.

Der Kommandant des Kampfpanzers prüft die Tarnung auf festen Halt und sorgt für Funktionalität und Sicherheit der Bordkanone.

Bundeswehr/Andre Schmidt

Einstimmig sagen die deutschen und niederländischen Soldaten des Panzerbataillons 414, dass sie sich vorzugsweise im Inneren ihrer Fahrzeuge aufhalten. Es gibt jedoch gute Gründe, auch Zeit außerhalb des Kampfpanzers zu investieren. Denn der Leopard muss für das Gefecht getarnt werden. Das kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Nicht immer bietet die Natur genügend geeignete Plätze, um Panzer für den Gegner perfekt verdeckt aufzustellen. Dann müssen die Soldaten selbst tätig werden.

Drei Soldaten stehen auf einem Panzer und befestigen Tannenzweige zur Tarnung an ihm.

Die Soldaten der 3. Kompanie des Panzerbataillons 414 bringen natürliche und künstliche Tarnmaterialien an. Die Grundtarnung gilt es möglichst fortwährend dem aktuellen Umfeld anzupassen.

Bundeswehr/Andre Schmidt

Daher nutzen die Panzersoldaten die Zeit vor dem Gefecht, um dem Gegner die Aufklärung zu erschweren. Durch die Tarnung des Panzers werden unnatürliche Formen wie zum Beispiel scharfe Kanten oder große glatte Flächen, aber auch „Schlagschatten“ verdeckt. Die Tarnung macht zusätzlich eine Aufklärung mit Wärmebildgeräten schwieriger, da auch die Abstrahlung von Wärmequellen vermindert werden kann.

Die Besatzungen der Kampfpanzer verwenden für die Tarnung neben künstlichen Tarnnetzen, Jutesäcken und Stoffstreifen auch natürliche Materialien. Abhängig von der Umgebung werden die Panzer beispielsweise mit Ästen und Zweigen von Nadel- oder Laubbäumen getarnt. Für das Anlegen der kompletten künstlichen und natürlichen Tarnung braucht die vierköpfige Panzerbesatzung circa zwei Stunden, Für die Anfertigung der mehrfach nutzbaren künstlichen Tarnung benötigen die Panzersoldaten am Heimatstandort in der Vorbereitung noch viele weitere Stunden.

Fahrende Gebüsche unerwünscht

Ein gut getarnter Panzer steht in einem Mischwald mit schmalen Bäumen.

Wenn die Tarnung gut gewählt ist, wird die optische Aufklärung des Fahrzeuges deutlich erschwert.

Bundeswehr/Andre Schmidt

Bei allen Bestrebungen möglichst unsichtbar zu werden, dürfen die wichtigen Visiereinrichtungen sowie das Sichtfeld des Fahrers nicht beeinträchtigt werden. Gleichzeitig muss vermieden werden, dass der Leopard als „fahrendes Gebüsch“ für andere Fahrzeuge und Soldaten zur Gefahrenquelle wird.

Und natürlich schlagen die Soldaten während einer Übung ihr Tarnmaterial aus Gründen des Umweltschutzes nicht selbst. Die großen Zweige werden durch fachkundiges Personal des Bundeswehrdienstleistungszentrums bereitgestellt.

von Andre Schmidt

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