Heer
Einsatzbereit für eFPenhanced Forward Presence

Einsatzverband besteht Feuertaufe für Litauen

Einsatzverband besteht Feuertaufe für Litauen

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Gardelegen
Lesedauer:
2 MIN

Ein dumpfer Knall zerreißt die Stille auf dem Übungsgelände in der Altmark, laute Kommandos in englischer Sprache und Trommelfeuer folgen. Doch das alles ist nur die akustische Kulisse – schwer bewaffnete Infanteristen verschiedener Nationen, dazu Schützen- und Kampfpanzer, greifen an. Die Soldatinnen und Soldaten des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf üben für ihre Mission in Litauen.

Zwei Kampfpanzer Leopard feuern während der Fahrt, Rauch tritt aus dem Rohr des hinteren Panzers.

Intensives Gefecht: Die Lageentwicklungen fordern die Besatzungen während der 72-Stunden-Abschlussübung heraus. Es ist der Höhepunkt vor Litauen.

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Die Übung des Panzerbataillons signalisiert den Abschluss des Trainingsdurchganges im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Heer in Letzlingen und ist zugleich der Höhepunkt vor der Mission enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) im Baltikum. Insgesamt rund 1.600 Soldaten werden ab Sommer als multinationaler Gefechtsverband in Litauen zur Absicherung der NATO-Ostflanke beitragen. Seit Mitte Mai hat das multinationale Team unter Führung von Bataillonskommandeur Oberstleutnant Marco Maulbecker in der Altmark intensiv trainiert. Soldaten aus den Niederlanden, Belgien und Norwegen sind fest in den Verband integriert. Zusätzlich wird eine norwegische Panzergrenadierkompanie den Gefechtsverband verstärken. Das Panzerbataillon 203 stellt den Großteil der deutschen Einsatzkräfte für die 12. Rotation des multinationalen Gefechtsverbandes in Litauen.

Perfekte Bedingungen für die Battlegroup 

Ein Soldat mit Tarnschminke im Gesicht sitzt im Wald und visiert ein Ziel an.

Multinationale Zusammenarbeit: Mehrere Nationen verstärken den Gefechtsverband, so auch die Niederlande. Ein niederländischer Infanterist visiert mit der Panzerabwehrwaffe Gil ein Ziel an.

Bundeswehr/Carl Schulze

Bei der erstmaligen Zusammenführung des gemischten Kampftruppenbataillons am 18. Mai ging es um wesentliche Elemente der gemeinsamen Gefechtsführung. Von der Befehlsgebung, der Kommunikation über Funk bis hin zum Kampf: Das Gefechtsübungszentrum Heer bot perfekte Bedingungen.

Sehr erfahrene Ausbilder werden mit der übenden Truppe im Gelände eingesetzt, sie beraten die Teilnehmer auf allen Ebenen, als Bataillonskommandeur, Kompaniechef oder Zugführer. In der Auswertegruppe werden die Ereignisse der Übung digital aufbereitet und für Auswertungen bereitgehalten. Auch verfolgt die Auswertegruppe den gesamten Übungsverlauf und wertet diesen aus. Verantwortlich für den zurückliegenden Durchgang war Brigadegeneral Stephan Willer, Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf.

Abschlussübung wird von zwei Generalen bewertet

Zwei Generale sitzen und stehen auf einem Gefechtsfahrzeug, einer schaut mit einem Fernglas ins Gelände.

Dienstaufsicht: Brigadegeneral Stephan Willer (l.) und Generalmajor Heico Hübner verfolgen von einem Transportpanzer Fuchs aus den Verlauf der Übung und ziehen Resümee.

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Gemeinsam mit Generalmajor Heico Hübner, Kommandeur der 1. Panzerdivision, war Willer in der Altmark nah am Kampfgeschehen. Beide überzeugten sich vom Ausbildungsstand der Battlegroup. Hübner findet kurz vor Ende der finalen 72-Stunden-Übung Zeit für ein Fazit: „Dieser GÜZ-Durchgang war klasse. Die gute sowie fordernde Übung gab der Vorbereitung des Panzerbataillons 203 den letzten Schliff“, so der Zwei-Sterne-General.

Auch Willer äußert sich ähnlich lobend zu der „absolut anspruchsvollen Abschlussübung“ des deutschen Leitverbandes. Willer weiter, „die permanente Leistungsbereitschaft, Motivation sowie der erreichte Ausbildungsstand aller Frauen und Männer ist beachtlich“. Auch das Miteinander der multinationalen Battlegroup, funktioniere erstaunlich gut. Die üblichen ersten Anlaufschwierigkeiten seien überwunden, ist sich Willer sicher.

Unter deutscher Führung

Ein Kampfpanzer steht an einem Waldrand in Richtung offenes Gelände und schießt. Weißer Rauch tritt aus dem Rohr.

Im Auge des Feindes: Ein gegnerischer Kampfpanzer (rote Kräfte) feuert bei direkter Zufahrt auf die Panzer des Gefechtsverbandes.

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Der Gefechtsverband wird ab Sommer für sechs Monate im litauischen Rukla, etwa 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius, stationiert sein. Bei mehreren Übungen und Manövern wird der Gefechtsverband unter Führung des Augustdorfer Panzerbataillons 203 noch weiter zusammenwachsen und an Schlagkraft gewinnen. Die Mission eFPenhanced Forward Presence dient der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung von Bedrohungen des Bündnisgebiets. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen seit Beginn ihrer Aufstellung 2017 übernommen.

von Nicolai Ulbrich und Martin Waltemathe

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    Enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) dient der Sicherung der Ostflanke der NATO. Deutschland führt die Battlegroup in Litauen.

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  • Das Wappen ist schwarz-rot geteilt, auf schwarzem Grund silberne Sternen, auf rotem Grund ein silbernes Ross.

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