Heer
Treffen am Kommando Heer

Füreinander einstehen, helfen, motivieren

Füreinander einstehen, helfen, motivieren

Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
3 MIN

Es war das erste Mal, dass sich rund 30 Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgradgruppen in Strausberg getroffen haben, um darüber zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen, was gute Innere Führung (InFü) ist und sich zu fragen: Wie gehen wir miteinander um? Diese InFü-Challenge am Kommando Heer ist Teil der heeresweiten Initiative „Meine Innere Führung“.

Ein Soldat hält ein Buch mit einem bunten Cover.

Bei der InFü-Challenge 21 tauschen sich Soldatinnen und Soldaten über gute Führung im täglichen Dienst aus. Dadurch lässt sich das Thema leichter fassen und weiter in die Truppe tragen.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

„Wir müssen unsere Führungskultur im Heer besser erlebbar und sichtbar machen“, so der Grundgedanke des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, hinter der Initiative. Im Juli war sie gestartet worden. Mais hatte alle Angehörigen des Heeres aufgerufen, bei der daraus folgenden InFü-Challenge in Strausberg herausragendes Verhalten oder auch Initiativen Einzelner oder einer Gruppe aus dem Dienstalltag zusammenzutragen. Im Vorfeld wurden alle Soldatinnen und Soldaten mit dem Wertekompass vertraut gemacht, in dem Attribute guten Führens wie Kameradschaft, Treue, Vertrauen, Tapferkeit und Disziplin dargestellt werden (siehe Fotogalerie). Am 29. November endete die erste InFü-Challenge in Strausberg. Mais persönlich sprach mit den Teilnehmern über Innere Führung und gratulierte allen Anwesenden.

Vorschläge bearbeitet und bewertet

Eine Soldatin sitzt an einem Schreibtisch und hält ein Blatt Papier in den Händen.

Der Austausch über positive Beispiele macht es einfacher, Innere Führung zu verstehen, ist sich Fahnenjunker Haidy Stecklina sicher

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Die Idee war es, gute Führung und guten Dienst begreifbar zu machen. Was gute Innere Führung sei, lasse sich jedoch nicht mit zwei oder drei Sätzen erklären, sind sich alle Teilnehmenden einig. Im Kern gehe es um einen respektvollen Umgang miteinander, um Wertschätzung, Kameradschaft, Vertrauen und Ehrlichkeit. Es sei aber auch wichtig, nicht wegzuschauen, wenn etwas aus den Bahnen laufe.

Allen in Strausberg Anwesenden ist eines gemeinsam: Sie sind aufgefallen, positiv. Die Teilnehmenden waren von ihren Vorgesetzten, aber auch ihren Untergebenen zu dieser Challenge vorgeschlagen worden. Fahnenjunker Haidy Stecklina studiert an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Sie steht noch am Anfang ihrer militärischen Karriere. „Dieser Austausch hier, die Frage also, wie andere Kameraden Innere Führung erleben, macht es einfacher, darüber zu sprechen“, beschreibt sie. Egal, ob jetzt am Anfang der Laufbahn oder auch später als Vorgesetzte, sei ja die Innere Führung ein tägliches, zentrales Thema, so Stecklina. Die Teilnehmer der Challenge bearbeiteten und bewerteten alle Vorschläge, die aus der Truppe eingegangen waren.

Menschen führen, bedeutet auch sie begleiten

Zwei Soldaten sitzen am Tisch und sprechen miteinander.

Kameraden sollten immer begleitet werden, sagt Oberstabsfeldwebel Stefan Picht –im Positiven wie im Negativen. Der größte Fehler sei, wenn Kameraden abgeschrieben werden.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Oberstabsfeldwebel Stefan Picht ist ein erfahrener Kompaniefeldwebel am Gefechtsübungszentrum Heer in der Altmark-Kaserne. Er berichtet in Strausberg, wie er es geschafft hat, echte Sorgenkinder fest in die militärische Gemeinschaft zu integrieren. Das sei eine Kameradschaft, die über die Norm hinausgehe, so steht es im Vorschlagstext zu Picht. „Es ist doch wichtig, nicht wegzuschauen. Egal, ob Fehler passieren oder eben leistungsschwächere Soldaten Motivation benötigen oder wirkliche Probleme haben und Hilfe brauchen“, betont er. Die soldatische Gemeinschaft sei etwas Besonderes. Denn als Soldat im Team stärke man sich gegenseitig, „wir stehen füreinander ein“. Doch auch da gäbe es Grenzen, wenn Vorschriften oder Gesetze verletzt würden. Er schreibe niemanden ab und räume jedem, wenn es sein müsse, eine zweite oder dritte Chance ein. Für ihn persönlich sei es wichtig, die Soldaten nicht nur zu führen, sondern wenn nötig auch intensiv zu begleiten, sagt Picht. Der Austausch zwischen den Teilnehmenden während der Challenge zeigte, wie jeder einzelne seine Innere Führung mit Leben füllt.

Missgunst durch Reden ersetzen

Ein Soldat und eine Soldatin sitzen am Tisch.

Die InFü-Challenge 2021 war in ihrer Form ein Pilot. Auch 2022 wird es ein Challenge geben, um die Innere Führung lebendig durch die Truppe zu begleiten.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Es gehe auch darum, sich gegenseitig zu stärken und zu tragen. Viele Dienstvergehen würden auf Missgunst oder Missverständnissen beruhen, so der breite Tenor der Diskussionen und Gespräche rund um die Challenge. Dagegen helfe nur das offene, vertrauensvolle Gespräch.

Die Innere Führung bildet die Basis für den täglichen Dienst. Sie soll den moralischen Halt geben, um den besonderen Anforderungen als Soldatin oder Soldat gerecht zu werden, sie ist das Wertegerüst. Alle, die sich dieser ersten Challenge rund um die Innere Führung gestellt haben, haben gewonnen. Der Inspekteur des Heeres beglückwünschte jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin. Der Gewinn dieser Veranstaltung sei die Aufmerksamkeit und der Austausch gewesen, so der Inspekteur. Die Herausforderung für alle wird es sein, gute Führung in die Truppe zu tragen, jeden Tag in der Truppe zu leben und weiterzuentwickeln. Der Wertekompass sei dafür eine ideale Orientierung. Auch 2022 wird es eine neue InFü-Callenge geben.

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Zwei Soldaten halten eine Urkunde in ihrer Mitte.

Oberstabsfeldwebel Stefan Stockinger (l.) ist Kompaniefeldwebel. Er sagt: „Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, gut miteinander umzugehen.“ Generalleutnant Alfons Mais (r.) gratuliert allen Teilnehmern der Challenge.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein stilisierter Kompass mit Schrift auf einer Schautafel

Der Wertekompass vereint die Attribute guter Führung

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Soldaten sitzen an einem Tisch, auf dem Arbeitsblätter mit der Kompassrose liegen.

Während der Tagung tauschen sich die Teilnehmer in Gruppen aus und stellen fest: Innere Führung fängt bei jedem selbst an. Die Werte sind das Rüstzeug eines jeden, wie er oder sie Vorgesetzten oder auch Untergebenen gegenübertritt.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

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Erfahrungen aus dem Alltag der Truppe

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