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Dienstaufsicht

Hoher Besuch bei den Experten am Berg

Landes- und Bündnisverteidigung

Einen fordernden Bergmarsch auf den Gebirgsübungsplatz Reiteralpe, eine eindrucksvolle Vorführung des Hochgebirgszuges sowie eine Vorstellung des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen  230: Das alles erlebt Generalleutnant Markus Laubenthal, stellvertretender Generalinspekteurs der Bundeswehr, bei seinem Besuch bei den Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall.

Zwei Soldaten stehen vor einem Felsstein mit einem Schriftzug und Edelweiß darauf.

Brigadegeneral Maik Keller (r.) heißt Generalleutnant Markus Laubenthal in der Hochstaufen-Kaserne willkommen

Bundeswehr/Tobias Jesse

„Guten Tag, Herr General und willkommen am schönsten Standort Deutschlands“, begrüßt der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Maik Keller, Laubenthal in der Hochstaufen-Kaserne. Ein Lagevortrag vermittelt ihm die Themen, welche die Brigade gerade beschäftigen. Neben den personellen, einsatz- und ausrüstungsbezogenen Aspekten kommt insbesondere das Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade 23 zur Sprache. In der Regionalausstellung, die Laubenthal anschließend besichtigt, werden zeithistorische Geschehnisse, Umstrukturierungen oder Einsätze der Gebirgsjägerbrigade in Kriegs- und Krisengebieten nachgezeichnet – eine informative Einstimmung auf den Tag.

Kaiserwetter in den Alpen

Ein Kettenfahrzeug fährt auf einem Schotterweg durch den Wald.

Mit dem Hägglunds BV 206 geht es für die Gäste in Richtung Reiteralpe. Doch auch für dieses Transportfahrzeug ist irgendwann der Weg zu Ende.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Ein Gepanzertes Transportkraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer bringt den hochrangigen Gast in das Terrain der Gebirgsjäger. Begleitet von seiner Referentin Julia Döhrn und dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade steuert Laubenthal die Wehrtechnische Dienststelle 52 in Oberjettenberg an. Da ab dort das Gelände schwierig wird, nutzen die Generale das Geländetransportfahrzeug Hägglunds BV 206, ein spezielles Kettenfahrzeug, zur Weiterfahrt bis zum Einstieg der Reiteralpe.

Dann geht es zu Fuß weiter. Das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen (EAZ) 230 begleitet die Generale in Gruppenstärke – eine Gruppe besteht aus vier Tragtieren – in Richtung Übungsplatz der Gebirgsjäger. Der Aufstieg ist wegen der sommerlichen Temperaturen recht schweißtreibend. Auf dem Schrecksattel angekommen, werden alle Marschteilnehmer mit einem beeindruckenden Panorama belohnt.

Der Hochgebirgsjägerzug hat sich bereits in Stellung gebracht und demonstriert eindrucksvoll, dass sie echte Profis sind und ihr Handwerk beherrschen. „Das Abseilen gehört zur Grundbefähigung eines Gebirgsjägers, der Hochzug ist jedoch besonders begabt am Seil“, bemerkt Oberstleutnant Dennis Jahn, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231. Kurz darauf seilen sich seine Soldaten an einer 100 Meter hohen Felswand zügig ab. Sie klettern an einer massiven Wand hoch, steigen über ein Seilgeländer auf und zeigen, wie Personal und Material an einer Seilrutsche verbracht wird. Beeindruckt von der Vorführung testen Laubenthal und Keller sogar selbst die Seilrutsche. „Das ist schon cool und sehr beeindruckend, was die Soldaten in diesem fordernden Gelände leisten“, merkt der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr an.

„Klasse Truppe“

Ein Hufschmied presst ein heißes Hufeisen an den Huf eines Maultieres, es qualmt stark.

Die Hitze macht dem Tier nichts aus – der Heißbeschlag dient dem individuellen Anpassen an den Huf

Bundeswehr/Tobias Jesse

Nach einer Stärkung in einem Unterkunftsgebäude, dem Lenzenkaser III, steuern Gäste die Stallungen des EAZ 230 an. Verschiedene Hufeisenarten werden vorgeführt. In der Antike wurden zunächst noch sogenannte Hipposandalen benutzt, Vorläufer heutiger Hufschuhe für Pferde, die über den Huf des Pferdes gezogen werden. Bereits im Mittelalter gibt es dann das genagelte Hufeisen, wie es auch heute noch gefertigt wird. Hufschmiede sind dabei für das Formen und Anpassen des Eisens zuständig. Dazu wird das Hufeisen mithilfe eines Schmiedefeuers und einer Tret-Esse auf 600 Grad erhitzt, an den Huf des Tieres gehalten und angepasst. Dieses Vorgehen wird auch als Heißbeschlag bezeichnet. Die Nägel zum Beschlagen sind speziell geformt, so wird das Tier nicht verletzt. Sehr interessiert verfolgen alle die dynamische Vorführung und loben die Soldaten, „Das ist noch echtes Handwerk. Klasse Truppe, das machen sie richtig gut.“

Einzigartige Fähigkeiten

Mit der Vorführung eines Patrouillenritts auf Haflingern endet die Vorstellung der Tragtierkompanie. Ein spannender und ereignisreicher Tag im Berchtesgadener Land neigt sich dem Ende. „Ich habe hier eine hochprofessionelle und leidenschaftliche Truppe erlebt, die für die Bundeswehr einzigartige Fähigkeiten bereithält“, fasst Laubenthal seinen Besuch zusammen. Die Talfahrt mit der Seilbahn zurück zur Wehrtechnischen Dienststelle 52 bietet allen noch ein würdiges Abschlussbild.

von Tobias Jesse

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