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Ein eFPenhanced Forward Presence-Einsatz endet

Lüneburger Aufklärer kehren aus Litauen zurück

Lüneburger Aufklärer kehren aus Litauen zurück

Datum:
Ort:
Niedersachsen
Lesedauer:
2 MIN

Mehr als 100 Lüneburger Aufklärer sind am 14. Februar zum 1.400 Kilometer langen Landmarsch Richtung Litauen ausgerückt, um den an der NATO-Ostflanke eingesetzten multinationalen Gefechtsverband der anerkannten Mission enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) zu verstärken. Nun sind die Soldatinnen und Soldaten der 4. Kompanie des Aufklärungslehrbataillons 3 wohlbehalten aus dem Einsatz zurückgekehrt.

Zahlreiche Soldaten stehen angetreten um eine Wiese herum, im Hintergrund Bäume und ein Haus.

Appell am Schützenplatz in Gartow: Neben der 4. Kompanie sind Abordnungen der weiteren Kompanien des Aufklärungslehrbataillons 3 und der Schützengilde Gartow angetreten

Bundeswehr/Andy Meier

Neben zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft empfing auch der stellvertretende Ministerpräsident Niedersachsens, Bernd Althusmann, die Lüneburger Aufklärer bei einem Rückkehrerappell in Gartow im Wendland und dankte den Soldaten für ihren Einsatz.

„Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit mehr“

Ein Zivilist im Anzug spricht mit Soldaten, die vor ihm stehen.

Im Anschluss an den Appell tauscht sich Minister Bernd Althusmann mit den Einsatzsoldaten aus

Bundeswehr/Andy Meier

Althusmann, der auch Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung ist, hob in seinem Grußwort hervor, dass in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine „Freiheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist“ und der Einsatz der Soldatinnen und Soldaten im besonderen Maße zu würdigen sei: „99,7 Prozent der Deutschen wachen morgens auf und genießen die Freiheit. 0,3 Prozent wachen auf und verteidigen sie.“ Den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilte er als einen brutalen Bruch des Völkerrechts, „für den wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werden“. Auch Gartows Bürgermeisterin Magda Geldmacher zeigte sich dankbar angesichts des Einsatzes der Soldatinnen und Soldaten für die Freiheit: „Wir sind stolz auf Sie!“ Gleichzeitig hob sie in diesem Zusammenhang das besondere Band zwischen Gartow und den Lüneburger Aufklärern hervor. Die Samtgemeinde und die 4. Kompanie des Aufklärungslehrbataillons 3 „Lüneburg“ verbindet seit Jahrzehnten eine lebendige Patenschaft.

Signal der Geschlossenheit

Auf einer Wiese stehen ein Soldat und zwei Zivilisten nebeneinander, ein Soldat steht vor ihnen und grüßt militärisch.

Dem Bataillonskommandeur der Lüneburger Aufklärer, Oberstleutnant Martin Mittmesser (v.l.n.r.), wird im Beisein von Minister Bernd Althusmann und Bürgermeisterin Magda Geldmacher gemeldet, dass der Rückkehrerappell beginnen kann

Bundeswehr/Andy Meier

Die 4. Kompanie bildete den Hauptteil der mehr als 100 Soldatinnen und Soldaten, die im Februar an die NATO-Ostflanke aufbrach. Schon im Frühjahr 2021 und im Herbst 2021 verlegte die Kompanie nach Litauen, um an Zertifizierungsübungen der NATO teilzunehmen. Die nun bereits dritte Verlegung im Februar 2022 als Teil der eFPenhanced Forward Presence-Verstärkungskräfte erfolgte außerplanmäßig und sehr kurzfristig als Signal der Geschlossenheit und auf Bitten der litauischen Regierung.

Bekanntlich hatte sich die sicherheitspolitische Lage in Osteuropa wenige Tage nach der Ankunft der Lüneburger Aufklärer in Litauen zugespitzt. Die territoriale Integrität des NATO-Bündnisgebietes war und ist mehr denn je bedroht: „Unbedingte Professionalität, größtmögliche Flexibilität sowie das Vertrauen in die gemeinsame Stärke unserer Wertgemeinschaft sind die entscheidenden Faktoren, um dieser herausfordernden Situation entsprechend des Soldatenberufes zu begegnen“, erklärt Major Michael S., der als Kompaniechef für die Aufklärungskräfte in Litauen verantwortlich war. In diesem Sinne hielten die Lüneburger Aufklärer vor Ort in Litauen mit Ausbildungen und Übungen ihren hohen Grad der Einsatzbereitschaft. Anfang April wurden sie dann durch das Schwesterbataillon aus Eutin abgelöst und verlegten via Fähre und anschließendem Straßenmarsch zurück nach Lüneburg: Mission accomplished! Mission vollendet!

von Timo Radke

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