Heer

Meilenstein Grundausbildung

Meilenstein Grundausbildung

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Sondershausen
Lesedauer:
2 MIN

Im Oktober 2020 haben 103 Feldwebel- und Unteroffizieranwärter ihre Grundausbildung in der Karl-Günther-Kaserne im thüringischen Sondershausen begonnen, 86 von ihnen diesen Ausbildungsabschnitt im Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillon 1 geschafft. Es ist ein erster wichtiger Meilenstein der militärischen Laufbahn der neuen Soldatinnen und Soldaten.

Zwei Soldaten liegen im leicht verschneiten Wald, der linke mit Gewehr im Anschlag, der rechte weist ihn mit Fernglas ein.

Die Alarmpostenausbildung ist ein wichtiges Element in der Grundausbildung, da stete Wachsamkeit und das Einhalten des Meldeverfahrens im Ernstfall Leib und Leben der Kameraden schützt.

Bundeswehr/Mario Schmidt

Innerhalb von zehn Wochen gilt es für die Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 50 Jahren, sich allgemeinmilitärische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen. „Sie sollten lernen, was es heißt, Soldat zu sein und im Kampf zu bestehen. Die Ausbildung ist vom ersten bis zum letzten Tag auf Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet. Außerdem geht es um die wichtige Erstprägung des Führungskräftenachwuchses“, sagt der Kompaniechef, Major René Brömmer.

Die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Gefechtsdienst und umfassende Waffenausbildung bilden das Grundgerüst der Ausbildung. Jeder Soldat muss so ausgebildet sein, dass er bereit und fähig ist, zu kämpfen, durchzuhalten, verantwortungsbewusst zu denken und zu handeln sowie selbständig und zuverlässig Aufträge auszuführen.

Das Bindemittel Kameradschaft

Vier Soldaten mit Waffen, Ausrüstung und Gepäck tragen einen verwundeten Kameraden.

Den Abschluss der Grundausbildung bildet die Rekrutenbesichtigung, eine Abschlussprüfung, mit vielen Prüfstationen: Hier verlangt der Transport von Verwundeten, über zum Teil weite Strecken, Ausdauer und Selbstdisziplin von den Soldaten.

Bundeswehr/Mario Schmidt

Der erst 17-jährige Rekrut Tom Wolfgang Ende, der den Lehrgang als einer der Besten absolviert, beschreibt seine Erfahrungen der letzten Wochen: „Jeder Anfang ist schwer. Aber bereits seit der ersten Woche fühlen wir uns in der soldatischen Gemeinschaft angekommen. Dieses Kameradschaftsgefühl ist unbeschreiblich. Das kenne ich bisher weder von der Schule noch vom Sportverein. Altersunterschied, Herkunft, Familienverhältnisse oder Religion spielen überhaupt keine Rolle, denn wir haben alle ein gemeinsames Ziel. Der Satz ‚Einer für alle und alle für einen‘ hat für mich eine völlig neue Bedeutung bekommen.“

Grenzerfahrung mit Gepäck

Bei nebligem Wetter marschiert eine Gruppe Soldaten mit Gepäck, Waffen und Ausrüstung auf einer unbefestigten Straße.

Bis zu 15 Kilometer legen die Soldaten mit voller Ausrüstung, Gepäck und Waffen zurück. Bei der Rekrutenbesichtigung wird auf das richtige Verhalten beim Marsch geachtet, denn Blödeleien und Freizeitgespräche haben hier nichts zu suchen.

Bundeswehr/Mario Schmidt

Den Höhepunkt der Ausbildung bildet schließlich die Rekrutenbesichtigung. Innerhalb von 54 Stunden wird den künftigen militärischen Führern im Rahmen einer Übung nochmal physisch und psychisch einiges abverlangt. Erlernte Kenntnisse und Fertigkeiten müssen angewendet und unter Beweis gestellt werden. Es gilt, den Auftrag der Gruppen zu erfüllen: Einen Raum zu überwachen. Dabei wird unter anderem der Bau von Feldunterkünften und der Platz der Gruppe, Alarmierungsverfahren, Feuerkampf bei Tag und Nacht, Selbst- und Kameradenhilfe inklusive Verwundetentransport sowie das Verhalten auf dem Marsch von bis zu 15 Kilometern mit Gepäck bewertet. „Es geht vor allem darum, die Soldaten an die körperlichen und geistigen Grenzen heranzuführen und ihnen erste, einfache Führungsaufgaben zu stellen. Der Schwerpunkt liegt aber in der Kampffähigkeit“, beschreibt Hauptfeldwebel Marcel Losch das Ausbildungsziel.

„Ausbildungsziel erreicht“

Zwei Soldaten mit Gepäck und Waffen hocken am Wegesrand und orientieren sich mit einer Geländekarte.

Erste Erfahrungen als militärische Führer sammeln die Rekruten auch beim 15 Kilometer langen Marsch mit Gepäck. Hier gilt es, die Kameraden mit Karte und Kompass sicher zum Marschziel zu führen.

Bundeswehr/Mario Schmidt

Sichtlich erschöpft, aber auch zufrieden, sind die Soldaten nach dem erfolgreichen Abschluss der Übung. Rekrut Ende resümiert: „Wir blicken mit Freude und Stolz auf unsere Leistungen. Das ist zum großen Teil auf die hervorragenden und äußerst engagierten Ausbilder zurückzuführen, die uns jederzeit Vorbild sind und alle Entbehrungen mit uns teilen.“ Auch der Kompaniechef ist sehr zufrieden. Vor allem überzeugen ihn die Einsatzbereitschaft, das Durchhaltevermögen, die Kritikfähigkeit und der Kameradschaftssinn der jungen Soldaten. „Das Ausbildungsziel ist erreicht!“, so Brömmer. Nun geht es darum, den Angriffsschwung aufrechtzuerhalten und den nächsten Lehrgang genauso erfolgreich zu bestehen. Ab Mitte Januar nächsten Jahres geht es mit dem Unteroffizier-/Feldwebelanwärterlehrgang weiter, bei dem die Rekruten ihr bereits erlerntes Wissen erneut in die Tat umsetzen werden.


von René Brömmer

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