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NATO-Corps in Stettin erfolgreich zertifiziert

NATO-Corps in Stettin erfolgreich zertifiziert

  • Multinationalität
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Datum:
Ort:
Polen
Lesedauer:
3 MIN

Mit dem Abschluss der Übung Steadfast Jupiter 21 haben die Soldatinnen und Soldaten des Hauptquartieres des Multinationalen Corps Nordost gezeigt, dass sie in der Lage sind, als regionales Land Component Command, also als Befehlskommando für Landstreitkräfte in der NATO, zu operieren. Bei der größten NATO-Übung ihrer Gefechtsstände wurde am 28. Oktober das Multinationale Corps Nordost systematisch bewertet und erfüllte alle aufgestellten Kriterien.

Vier Soldaten aus unterschiedlichen Nationen stehen und sitzen in einem großen Raum an einem Schreibtisch.

Steadfast Jupiter 21 ist die größte Gefechtsstandübung der NATO. Dabei zertifiziert sich das Multinationale Corps Nordost für den Ostseeraum erfolgreich.

Bundeswehr/Lisa Engler

An mehreren NATO-Standorten, unter anderem in Belgien, Norwegen, den Niederlanden und im Hauptquartier des Corps im polnischen Szczecin, waren zeitgleich tausende Soldaten an der Übung beteiligt. Unter der Leitung des in Stavanger ansässigen Joint Warfare Centre (JWCJoint Warfare Centre) diente die Übung Steadfast Jupiter 21 der Ausbildung und Bewertung des Hauptquartieres des Multinationalen Corps Nordost (HQHeadquarters MNCMultinational Corps NENortheast). Das Hauptquartier war dazu in einem angenommenen, aber äußerst realistischen Abschreckungsszenario eingebunden. In Szczecin erklärt Oberstleutnant Jens Janis vom Joint Warfare Centre (JWCJoint Warfare Centre): „Wir geben die Richtung vor und schaffen den Rahmen, damit das Hauptquartier seine Ausbildungsziele erreicht.“ Das JWCJoint Warfare Centre leitete die Übungskontrolle, kurz Excon. Als Dreh- und Angelpunkt der Übung sorgt die Excon-Organisation dafür, dass Steadfast Jupiter 21 (STJU21) gemäß der geplanten Hauptereignisse und Hauptzwischenfälle abläuft.

Das Herz: Joint Operations Center

Eine deutsche Soldatin und ein polnischer Soldat stehen vor einer Schautafel.

Knapp 600 Soldatinnen und Soldaten beteiligen sich allein im polnischen Szczecin an der Übung, insgesamt sind es rund 5.000.

Bundeswehr/Lisa Engler

Aus dem in Polen stationierten Corps waren bis zu 600 Personen an der Übung beteiligt. In einem herausfordernden Szenar arbeitete das Corpskommando eng mit den unterstellten Einheiten zusammen, um die zugewiesenen Abschreckungsaufgaben in einem Gebiet zu erfüllen, das der baltischen Region ähnelt. Die Landes- und Bündnisverteidigung stand dabei stets im Fokus. Das Herzstück dieser Prozesse war das Joint Operations Center (JOCJoint Operation Center). „Wenn man ein Auto hätte, wäre dies der Motor“,  erklärte der USUnited States Brigadier General David Womack, Teilnehmer aus dem multinationalen Corps. Die Aufgabe des JOCJoint Operation Center bestand darin, die Aktivitäten des Stabes zu integrieren und die Aufgaben des Corpskommandeurs zu überwachen, zu bewerten und zu planen. Die JOCJoint Operation Center ist damit ein entscheidendes Instrument, um sehr komplexe Befehle und Führungsaufgaben in großem Umfang zu erarbeiten und zu erteilen.

Das Szenario

Eine US-amerikanische Soldatin steht vor einer Kamera, eine Videoleuchte scheint auf ihr Gesicht.

Medientraining: Der Umgang mit Medien und Pressevertretern ist ein neuer Bestandteil der Übung.

Bundeswehr/Lisa Engler

Mit einem komplexen Szenario, das eine reale Krise oder einen Konflikt abbildete, konnten die Angehörigen des Corps ihre Fähigkeiten im gesamten Spektrum landgestützter Operationen einsetzen: von hybriden Bedrohungen bis hin zu realen Kampffähigkeiten.

Darüber hinaus wurde die Fähigkeit des MNCMultinational Corps NENortheast getestet, Strategien zu entwickeln, wie es mit dem Informations- und Medienumfeld umgehen würde. In zu erwartenden militärischen Auseinandersetzungen erlangt der Umgang mit Medien- oder Pressevertretern eine immer größere Bedeutung.

Die Evaluierung

Zwei Soldaten sitzen an einem mit blauem Stoff ausgelegtem Tisch, einer unterschreibt ein Dokument. Hinten ihnen stehen Soldaten

Der Creval-Bericht manifestiert das Ergebnis der Übung: Die NATO-Generale Richard Cripwell (l.) und Sławomir Wojciechowski (r.) vom Multinationalen Corps Nordost unterzeichnen das Ergebnis.

Bundeswehr/Lisa Engler

Für das Corps und die ihm unterstellten Verbände, darunter zwei multinationale Divisionen, North East und North, war STJU21 der Höhepunkt einer mehr als einjährigen Vorbereitung. Die NATO-Kommandobehörde zur Führung der Landstreitkräfte, das Allied Land Command, beobachtete diesen Prozess genau. “Der Evaluierungsprozess war sehr differenziert„, beschrieb der USUnited States Major Billy Blue vom Auswerteteam. “Wir hatten detaillierte Anleitungen, die sich darauf bezogen, was wir im Hinblick auf die Interoperabilität dieser Organisation mit dem Rest des Bündnisses überprüfen mussten.„ Der Hauptzweck des Tests bestand darin, die Fähigkeiten des Corpshauptquartiers zur Erfüllung seines Auftrags als regionales Land Component Command der NATO zu überprüfen und Bereiche zu ermitteln, in denen Verbesserungen erforderlich sind. Der Creval-Bericht, Combat Readiness Evaluation, beschreibt die Ergebnisse der Übung.

Das Fazit

Ein Soldat steht vor einem Kameramann und einem Fotografen.

Generalleutnant Sławomir Wojciechowski: „Wir sind in der Lage, unsere Aufgaben wirksam und zuverlässig zu erfüllen.“

Bundeswehr/Lisa Engler

In zweiter Linie lieferte der Creval-Bericht dem Befehlshaber des multinationalen Corps, Generalleutnant Sławomir Wojciechowski, Empfehlungen und Rückmeldungen dazu, wie das Kommando und das Corps als Ganzes am besten entwickelt werden können: “Unsere Verfahren und Standards sind erprobt und sie haben sich bewährt. Wir haben eine solide Grundlage, von der aus wir uns verbessern können. Wir haben dem Creval-Team, unseren übergeordneten und benachbarten Kommandos und nicht zuletzt unserer Region gezeigt, dass wir in der Lage sind, unsere Aufgabe wirksam und zuverlässig zu erfüllen“, erklärte Wojciechowski.

Neben weiteren Ausbildungszielen diente STJU21 vor allem der Evaluierung der NATO Response Force 2022 unter der Führung des Allied Joint Force Command Brunssum sowie mehrerer anderer NATO-Einheiten. Insgesamt waren an dieser größten Gefechtsstandübung des Jahres 2021 rund 5.000 Teilnehmer aus 26 NATO-Staaten und zwei Partnerländern, Finnland und Schweden, beteiligt.

von Multinational Corps Northeast Public Affairs Office 

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