Heer
Pläne bis Ende 2022

Reservisten machen sich nach der Corona-Amtshilfe fit

Reservisten machen sich nach der Corona-Amtshilfe fit

  • Reserve
  • Heer
Datum:
Ort:
Baden-Württemberg
Lesedauer:
4 MIN

„Wir sind jetzt wieder auf einem guten Niveau“, sagt Oberstleutnant der Reserve Jürgen D. über den Ausbildungsstand des Unterstützungsbataillons Einsatz 10. Monatelang war an Übung und Ausbildung in seinem Verband kaum zu denken: Wegen der Corona-Pandemie mussten ursprünglich geplante Vorhaben kurzfristig gestrichen werden, die Amtshilfe hatte Vorrang.

Fünf Soldaten knien mit Gewehren im Anschlag im Gras, einer eine Skizze in der Hand und zeigt in eine Richtung.

Gefechtsausbildung: Beim Orientierungshalt verschafft sich der Spähtruppführer einen Überblick und befiehlt die neue Marschrichtung.

Bundeswehr/Michael Kettl

Dem nicht-aktiven Verband, der zu den Divisionstruppen der 10. Panzerdivision aus Veitshöchheim zählt, ist es gelungen, an den alten Ausbildungsstand wieder anzuknüpfen. Die Reservistinnen und Reservisten des Verbands haben auf dem baden-württembergischen Standortübungsplatz Külsheim den infanteristischen Einsatz auf Kompanieebene geübt. „Aufbauend auf einer Wochenendübung wurden in der Rahmenlage ‚Frankenland‘ und der darin enthaltenen Operation ‚Scharfer Rechen‘ weit mehr als 90 Reservistendienstleistende auf ihrem jeweiligen Dienstposten ausgebildet“, blickt Kommandeur D. auf die Ausbildungen im vergangenen Jahr zurück.

Spähtrupps überwachen das Gelände

Ein Soldat mit Gewehr im Anschlag und Gesichtstarnung kniet im Wald.

Klar zum Gefecht: Ein Schütze sichert, ehe der Spähtrupp weiter vorgeht.

Bundeswehr/Michael Kettl

Kompaniechef Hauptmann Benjamin G. hatte die Themen der Gefechtsausbildung klar festgelegt. „Die Infanteriekompanie in der Verteidigung“, sei sein Schwerpunkt. „Das beinhalte etwa den Gefechtsmarsch vom Absetzpunkt in den Verfügungsraum, das Beziehen und Herrichten von Stellungen, von Alarmposten und des Platzes der Gruppe, die Eröffnung und Führung des geleiteten Feuerkampfs, aber auch das Errichten und Betreiben eines Kompaniegefechtsstands mit Funkverbindung zu den Zügen und nicht zuletzt Streife laufen und Erfüllung unterschiedlicher Aufträge durch die Spähtrupps“, zählt G. auf.

Das Unterstützungsbataillon Einsatz 10 agiert im Szenario als Teil der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen (VNSNationalsozialismus) in der Bürgerkriegsregion „Frankenland“. Es hat den Auftrag, im Einsatzraum Külsheim, wo die Hauptkräfte der VNSNationalsozialismus stationiert sind, kritische Infrastruktur gegen irreguläre Kräfte der Bürgerkriegsparteien zu schützen. „Dazu geht das Bataillon ostwärts der Wüstung Wolferstetten in Stellung, um von dort aus das Gelände in Richtung Osten und Südosten mit Spähtrupps zu überwachen und dem Feind eine Annäherung über Langenfeld und Geissbuckel zu verwehren“, formuliert der Kompaniechef in seiner Befehlsausgabe. Alle wissen, was von ihnen während einer solchen militärischen Operation erwartet wird.

Großes Lob für die Partnerkompanie

Zwei Soldaten knien im Gras mit dem Gewehr im Anschlag, einer geht mit seiner Waffe vorsichtig vorwärts.

Ausbildung im Gelände: Unter gegenseitiger Sicherung geht der Spähtrupp vor.

Bundeswehr/Michael Kettl

Teil der Ausbildung war auch ein scharfes Schießen mit den Handwaffen G36, der Maschinenpistole MP7 und der Pistole P8 auf der Standortschießanlage Külsheim. Das Bataillon wurde dabei unterstützt durch Ausbildungspersonal der Stabs- und Fernmeldekompanie der 10. Panzerdivision, die ebenfalls zu den Divisionstruppen zählt. Diese Partnerkompanie geht zum Jahreswechsel im Fernmeldebataillon 10 auf, das im Oktober neu aufgestellt wurde.
Die Zusammenarbeit mit den aktiven Kameraden sieht Oberstleutnant D. als wesentliche Stütze, zumal das nicht-aktive Unterstützungsbataillon nicht über eigenes Material verfügt: Ein großes Lob spricht D. der Stabs- und Fernmeldekompanie aus. „Sie steht uns seit Jahren immer hilfreich und kompetent zur Verfügung.“

Einsatzbereitschaft lebt vom Engagement

Zwei Soldaten liegen im Wald, einer hält das Maschinengewehr schussbereit im Anschlag, der andere weist ihm die Richtung zu.

Der Maschinengewehrtrupp in Stellung: Der Truppführer weist dem MG-Schützen Ziele zu.

Bundeswehr/Michael Kettl

„Die Einsatzbereitschaft des Bataillons lebt vom Engagement der Reservisten“, betont D. Und das sei im Unterstützungsbataillon Einsatz 10 sehr hoch. Da war auch die Pandemie kein Hindernis: „Gleich zu Beginn der Übung spielte sich die Handhabung mit Waffen und Gerät sowie der militärische Umgang zwischen den verschiedenen Dienstgradgruppen wieder ein“, berichtet der Kommandeur. Kameradschaftlich und erfolgsorientiert hätten die erfahrenen Reservisten ihr Wissen an jüngere Kameraden und solche, die länger abwesend waren, bereitwillig weitergegeben. So sei das Ausbildungsziel erreicht worden.

Neue Übungsvorhaben

Zwei Soldaten liegen in einer Mulde im Waldboden, das Gewehr im Anschlag.

Alarmpostenausbildung: Zwei G36-Schützen sind in einer Schützenmulde in Stellung gegangen.

Bundeswehr/Michael Kettl

Jedes Jahr übt das Bataillon auf Zug- und Kompanie-Ebene den infanteristischen Einsatz. Auf den zwei diesjährigen Ausbildungswochenenden soll 2022 aufgebaut werden: „Dann kommt die nächste Ausbildungsstufe“, kündigt der Bataillonskommandeur an. Drei weitere Ausbildungswochenenden auf Kompanie-Ebene sowie Spähtruppausbildungen seien geplant. Im September sind eine größere Frankenland-Übung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder sowie vertiefende Ausbildungen angedacht.

Der als Jägerverband gegliederte Ergänzungstruppenteil der 10. Panzerdivision untersteht dem Kommandeur der Divisionstruppen, Brigadegeneral Michael Podzus, für unterschiedliche infanteristische Szenarien und Einsatzmöglichkeiten. Schwerpunkt ist die Sicherung des Divisionsgefechtsstands im Falle einer Operation in der Landes- und Bündnisverteidigung. Aber auch im Heimatschutz oder während der Amts- und Katastrophenhilfe kann der Verband Aufgaben übernehmen, wie zuletzt in der Covid-19-Amtshilfe. So waren in den vergangenen Monaten bis zu 25 Reservisten des Verbandes in der Amtshilfe gegen die Folgen der Corona-Pandemie gebunden und leisteten insgesamt über 4.000 Dienstleistungstage.

Bataillon sucht noch engagierte Reservisten

Soldaten stehen in einer Formation, einige tragen grüne Jägerbarette.

Antreten zur Ausbildung: Die Soldaten des Unterstützungsbataillons Einsatz 10 sind allesamt aktive Reservisten, die sich gern in ihrer Freizeit für die Bundeswehr engagieren.

Bundeswehr/Michael Kettl

Das Unterstützungsbataillon Einsatz 10 bietet die Möglichkeit, sich im Norden Bayerns in der Reserve zu engagieren: „Übungswillige Reservisten sind bei uns stets herzlich willkommen“, so der Kommandeur. Interessierte Reservistinnen und Reservisten haben die Möglichkeit, sich nahe Würzburg beordern zu lassen. „Insbesondere bei der Besetzung von Dienstposten in der Laufbahngruppe der Mannschaften benötigen wir noch Verstärkung.“ Reservisten mit „grüner“, also infanteristischer Erfahrung sind besonders gefragt. Grundsätzlich könne aber jeder Reservist im Bataillon beordert werden. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

In der Stabs- und Fernmeldekompanie der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim verfügt das Bataillon über aktive Soldaten, die für die Personalführung zuständig sind. Ein Personalfeldwebel und ein Stabsdienstsoldat sind für die beorderten, aber auch für interessierte Reservisten zuständig.

Ansprechpartner:

Telefon +49 931 9707 5016 oder +49 931 9707 5017

E-Mail: ustgbtleins10@bundeswehr.org

von Jürgen Dreßel und Karsten Dyba

mehr zum Thema