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Scharfer Schuss im Sennesand

Scharfer Schuss im Sennesand

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Schwarzenborn
Lesedauer:
2 MIN

Der Ruf eilt dem Waffensystem voraus: MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System ist nicht nur hochmodern, sondern gilt bereits kurz nach der Einführung in die Truppe auch als Schrecken für feindliche Panzerbesatzungen. Grund dafür sind unter anderem die hohe Zielgenauigkeit, Wirkungsweise und vielen Optionen des Schützen.

Vier Soldaten hocken im Sand um ein Lenkflugkörpersystem herum. Der silberne Lenkflugkörper hat das Rohr soeben verlassen.

Der Lenkflugkörper hat das Rohr verlassen und fliegt mit rasender Geschwindigkeit in Richtung seines Zieles, das er wenige Sekunden später vernichtet.

Bundeswehr/Markus Urban

Das Gefecht am Boden gegen gegnerische Kampf- und Schützenpanzer rückt unter dem Stichwort „Kernbefähigung“ wieder mehr in den Fokus der Truppenausbildung. Der Kommandeur der Panzerbrigade 21, Brigadegeneral Stephan Willer, stellt in dem Zusammenhang deutlich heraus, dass die Fähigkeit zur Panzerabwehr zukünftig wieder eine entscheidende Rolle spielen wird. In der Folge fand kürzlich eine Führerweiterbildung des Jägerbataillons 1 aus Schwarzenborn statt, die sich im Kern mit dem neuen Panzerabwehrsystem MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System beschäftigte. Die Abkürzung steht für Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System, einem hochmodernen Lenkflugkörpersystem, das gepanzerte Ziele oder Stellungen des Feindes wirksam vernichten kann. Mit einer Kampfentfernung von 200 bis 4.000 Metern deckt MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System die Distanzen ab, die für eine Panzerfaust zu lang, für die Artillerie jedoch zu kurz sind.

Einer ganztägigen theoretischen Vorausbildung einschließlich der angeleiteten Simulatorausbildung schließt sich am Folgetag der scharfe Schuss an. Auf dem Truppenübungsplatz Senne demonstriert das Jägerbataillon 1 im Beisein eines Vertreters des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erstmals in der Brigade die Leistungsfähigkeit des Systems.

„Treffer!“

Zwei olivgrüne Lenkflugkörper liegen nebeneinander auf sandigem Boden.

Die vorbereiteten Lenkflugkörper liegen bereit kurz vor dem Abschuss auf der Schießbahn B des Truppenübungsplatzes Senne.

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Um 09.49 Uhr ist es endlich so weit: Der erste Lenkflugkörper des MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System findet nach 2.500 Metern sein Ziel. Deutlich ist der Einschlag in dem Panzerwrack am Höhenzug zu erkennen. „Treffer!“, meldet der Leitungsturm auf der Schießbahn im Norden des Truppenübungsplatzes. Insgesamt vier Schützen, allesamt erfahrene Soldaten mit Mannschaftsdienstgraden, erleben an diesem sonnigen Vormittag ihre Feuertaufe am neuen System. Sie haben zuvor eine fordernde Richtschützenausbildung durchlaufen und sich dabei durch sehr gute Leistungen für die ersten Schüsse des Bataillons qualifiziert.

Das neue Panzerabwehrsystem löst schrittweise die in die Jahre gekommenen Vorgängermodelle, wie die Panzerabwehrwaffe MILAN, ab. „Für die Infanterie bedeutet dieses System eine deutliche Verbesserung der Panzerabwehrfähigkeit“, betont Willer abschließend. Neben dem Jägerbataillon 1 wird innerhalb der Brigade 21 zukünftig auch das Panzergrenadierbataillon 212 mit dem System ausgestattet, mit dem Unterschied, dass MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System im Schützenpanzer Puma bereits integriert ist.

von Martin Walthemate und Nicolai Ulbrich

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