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So funktioniert der Versorgungspunkt für eine Brigade

So funktioniert der Versorgungspunkt für eine Brigade

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Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
2 MIN

Das Versorgungsbataillon 141 hat auf der Informationslehrübung (ILÜInformationslehrübung) Landoperationen 2019 dem Führernachwuchs gezeigt, wie die feldmäßige Versorgung im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung funktioniert. So sahen die Offiziere wie viel Raum ein Versorgungspunkt für eine Brigade unter widrigen Bedingungen benötigt.

Ein Feldumschlaggerät fährt über schlammiges Gelände durch große Pfützen, im Hintergrund stehen Container mit Material.

Die Soldaten müssen mit ihren Feldumschlaggeräten auch auf schwierigem Untergrund zurechtkommen.

Bundeswehr/Daniel Tarraf

Ziel dieser Weiterbildung war es, den zukünftigen Truppenführern eine realistische Vorstellung vom Einsatz der logistischen Kräfte und deren Fähigkeiten zu geben, damit sie ihre Entscheidungen später richtig fällen. Schwerpunkt war dabei die Komplexität des Zusammenspiels der Einflussfaktoren Kräfte – Raum – Zeit – Informationen und ihre gegenseitige Wechselwirkung aus Sicht der Logistik. „Je geeigneter der uns zugewiesene Raum ist, umso höher ist die logistische Leistungserbringung und damit der Handlungsspielraum des militärischen Führers unserer Kampftruppenbrigade“, erläutert Hauptmann Britt Schories, Kompaniechefin des Versorgungspunktes.

Versorgungsbataillon 141 macht sich breit

Ein Soldat steht hinter einem getarntem Rednerpult auf sandigem Boden. Neben ihm steht eine Soldatin.

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Alexander Eisentraudt, und Kompaniechefin, Hauptmann Britt Schories, erläutern den künftigen Führungskräften den Brigadeversorgungspunkt.

Bundeswehr/Daniel Tarraf

Das Versorgungsbataillon 141 hatte für die Vorführung zwei Teilstationen aufgebaut. Bei der ersten Station fuhren die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs mit Bussen durch einen Brigadeversorgungspunkt, den die zweite Kompanie des Bataillons im Raum Kreutzen eingerichtet hatte. Er besteht unter anderem aus zahlreichen Containern in denen Munition, Ersatzteile, Verbrauchsgüter für die Soldaten gelagert werden, einem Instandsetzungspunkt, einer Kraftstoffanlage, Bergepanzer, LkwLastkraftwagen mit Krananlagen und Umschlaggeräten. Hierbei ging es in erster Linie darum, den enormen Raumbedarf eines solchen Versorgungspunktes greifbar zu machen.

Größer als gedacht

Seitens der Führungsakademie der Bundeswehr war festgestellt worden, dass viele Offiziere keine realistische Vorstellung mehr davon haben, wie viel Platz so ein Versorgungspunkt benötigt und wie er aufgebaut ist. Das bewiesen die erstaunten Gesichter und zahlreichen Kommentare der Lehrgangsteilnehmenden. Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Alexander Eisentraudt, gab dazu folgendes Beispiel: „Man nehme einen Kaffeebecher und stelle ihn auf eine Gefechtsstandkarte mit dem Maßstab 1:50.000. Das ist der Raumbedarf von einer unserer vier Kompanien.“

Schwieriges Gelände

Eine Reparaturstation aus Containern und Fahrzeugen mit Tarnnetzen versehen steht auf unebenem Gelände.

Die feldmäßige Instandsetzung funktioniert auch in schwierigem Gelände.

Bundeswehr/Daniel Tarraf

„Im Zuge der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung ist unser Motto: Wir versorgen die Kampftruppe überall da, wo das Heer kämpft – jederzeit, weltweit. Grundsätzlich können wir unseren Auftrag feldmäßig durchführen, gibt man uns aber eine feste Infrastruktur, wie asphaltierte Flächen, Hallen und Gebäude, erhöht sich der logistische Output um ein Vielfaches“, erläutert Eisentraudt. Dies sollte bei der zweiten Teilstation zum Ausdruck kommen. Das bewusst ungünstig gewählte Gelände, mit aufgewühltem und teilweise schlammigem Boden, bei der zweiten Teilstation stellte die Soldaten des Bataillons vor einige Herausforderungen. „Doch unter den recht schwierigen Voraussetzungen zeigten die Soldaten, was sie können und haben hervorragende Arbeit geleistet“, so Oberstleutnant Stephan Hoffmann, Stellvertreter des Kommandeurs des Versorgungsbataillons 141.

Dienstbesuch des Inspekteurs

Ein General reicht einer Soldatin mit Tarnfarbe im Gesicht die Hand und gratuliert.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (l.), überreicht Oberfeldwebel Carolin Lüttich einen Coin für die beeindruckende Vorstellung ihrer Teileinheit.

Bundeswehr/Daniel Tarraf

Die Station „Versorgung einer Kampftruppenbrigade“ erfreute sich zahlreicher Dienstaufsichtsbesuche, die alle voll des Lobes über das Gezeigte waren. Zusammenfassend stellte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, fest, dass die hier vorgestellten einprägsamen Abläufe auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung des Führungspersonals sein sollten. Diese Einschätzung teilten auch die Lehrgangsteilnehmer, so berichtet Hauptmann Julia Schulze, Umschlagstaffelführerin der Kompanie: „Ein Kamerad der Führungsakademie meinte zu mir: ‚Frau Hauptmann, wir haben die Botschaft verstanden.‘“


von Stefanie France

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