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Heer
Teamarbeit der Spezialisten

Überraschend, blitzschnell und lautlos

Spezialkräfte

Wir sind auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Hier übt eine Kompanie des Kommandos Spezialkräfte (KSKKommando Spezialkräfte) das Zusammenwirken mit Spezialkräften der Luftwaffe und ihren Leichten Unterstützungshubschraubern (LUH SOFLight Utility Helicopter – Special Operation Forces). Über mehrere Tage und Nächte werden sie gemeinsam komplexe taktische Szenarien, wie das Retten und Befreien von Menschen, trainieren und sich auf den Ernstfall vorbereiten.

Ein Soldat steigt in der Abendsonne aus einem Helikopter.

Deutsche Spezialkräfte von Heer und Luftwaffe können je nach Auftrag zusammen operieren. Gerade für die sogenannte direkte Anlandung am Zielobjekt, wie beim Absetzen per Hubschrauber, müssen alle gemeinsamen Abläufe vorher regelmäßig geübt werden.

Bundeswehr/Kieron Kleinert

In ihrer gut geschützten, abgelegenen Einsatzbasis bereiten sich die Spezialkräfte auf ihre Übungsmission vor. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, werden sie zuschlagen. Ihr Auftrag: in das sorgfältig beobachtete Versteck eines international gesuchten Kriegsverbrechers eindringen und ihn gefangen nehmen. Er hat zudem eine Geisel in seine Gewalt gebracht. Sie schwebt in Lebensgefahr und soll durch die Spezialkräfte unversehrt gerettet werden. Wollen die Spezialkräfte ihr Ziel erreichen, muss die gesamte Angriffsoperation überraschend, blitzschnell und möglichst lautlos erfolgen.

Die Vorbereitung beginnt

Ein Soldat hockt mit Sprungausrüstung in der Dämmerung auf dem Boden, neben ihm ein Diensthund.

An einem Einsatz von Spezialkräften können auch Diensthunde beteiligt sein. Die Tiere sind echte Profis und gewöhnen sich durch Einsatz und Übung an die schwierigen Bedingungen.

Bundeswehr/Kieron Kleinert

„Mir kommt es darauf an, mit den Soldaten das gesamte Spektrum – von der Planung über die detaillierte Vorbereitung, die unbemerkte Infiltration bis hin zum erfolgreichen Angriff und der abschließenden Exfiltration – zu durchlaufen“, erläutert Kompaniechef Oberstleutnant Harald Wiesing* den Übungszweck. Im Vordergrund stehe für die Soldaten bei dieser Übung die Zusammenarbeit innerhalb der Kommandokompanie, mit den Unterstützungskräften und den Spezialkräften der Luftwaffe.

Neben den Kommandotrupps gilt es, weitere Spezialisten, wie Hundeführer oder Kampfmittelexperten, in das Team zu integrieren. Mit der Übung wollen sie verschiedene Einsatzmöglichkeiten mit dem Hubschrauber ausprobieren. Es wird vor allem in der Dämmerung und nachts trainiert. Immer wieder wird das geplante Vorgehen besprochen und durchexerziert. Weil aber nicht jeder Einsatz gleich ist, werden die Soldaten immer wieder mit unterschiedlichen Vorgaben konfrontiert, auf deren Grundlage sie in abgewandelten Szenarien flexibel vorgehen müssen.

Reibungslose Abläufe auch nachts

Zwei Hubschrauber stehen hintereinander in der Dämmerung mit roten Lampen auf dem grauen Flugfeld.

Der Leichte Unterstützungshubschrauber LUH SOFLight Utility Helicopter – Special Operation Forces wird bei den Spezialkräften der Luftwaffe eingesetzt. Mit ihm gelingt es, leise und rasch aus der Luft direkt am Zielobjekt zu landen.

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Die Spezialkräfte wollen für den Gegner unberechenbar bleiben. Daher werden verschiedene Herangehensweisen regelrecht einstudiert. Wiesing will mit seinem Team alle Optionen bereithalten, um den Gegner zu überraschen. „Direkte Anlandung am Zielobjekt, Annäherung zu Fuß oder mit dem Fallschirm aus großer Höhe beispielsweise müssen regelmäßig geübt werden.“ Dabei müssen sämtliche Abläufe, darunter auch Zeichen zur stillen Verständigung, unmissverständlich sitzen. Fatal wären sonst die Folgen. Alles muss auch bei Nacht reibungslos ineinandergreifen. Gleich heben die Hubschrauber wieder ab. Der Kompaniechef erklärt abschließend: „Wir sind Spezialkräfte. Schnelligkeit, Angriffslust und Überraschung – das sind unsere Markenzeichen.“

*Name zum Schutz des Soldaten geändert

von Kieron Kleinert

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