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Heer
ALÜAusbildungslehrübung 2022

Versorgung in der heißen Zone

Landes- und Bündnisverteidigung

Das Szenario: Rund um den Hohebach kämpfen die Kampftruppenbataillone 504, 502 sowie 503 gegen das 43. Mechanisierte Regiment. Gefechte in der Sicherungslinie haben eigene Kräfte abgenutzt, eigene Systeme sind ausgefallen. Das Panzerbataillon 504 hat den Auftrag, für mindestens vier weitere Stunden das Verzögerungsgefecht zu führen. „Es muss eine Nachversorgung an einem Bataillonsversorgungspunkt erfolgen“, erklärt eine Stimme aus dem Off.

Zwei getarnte Schützenpanzer stehen neben einem getarnten Lkw, der Versorgungsgüter geladen hat.

Auch Teil der ALÜAusbildungslehrübung: Die Station Versorgung Kampftruppenbataillon zeigt exemplarisch, wie die Einheiten eines Bataillons gleich hinter der heißen Zone eines Gefechtes mit allem versorgt werden

Bundeswehr/Marco Dorow

Auch an der Station Versorgung eines Kampftruppenbataillons sind die Besucher der Ausbildungs- und Lehrübung (ALÜAusbildungslehrübung) mittendrin in der Lage, die der gesamten ALÜAusbildungslehrübung zugrunde liegt. Oberstleutnant Michael Zweers, stellvertretender Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, holt die Teilnehmer gedanklich mitten im Gefecht ab. Er leitet diese Station. „In den folgenden 60 Minuten befinden sie sich am Bataillonsversorgungspunkt 013. Der Auftrag: das in der Verzögerung eingesetzte Bataillon im Gefecht mit Nicht- und Mengenverbrauchsgütern zu versorgen.“ Grundsätzlich ist dies die Aufgabe der 1. Kompanie eines Bataillons.

Dies ist der Beginn der Station und der Start für die Versorgung am Versorgungspunkt 013.

Starke Basis für den Kampf

„An dieser Station zeigen wir, was nötig ist, um die Kampftruppe an vorderster Stelle für das Gefecht zu versorgen und wer die Profis in zweiter Reihe sind, direkt hinter den Spitzenkräften. Sie sorgen dafür, dass Panzerketten und Räder sich drehen und Kraftstoff und Munition im Gefecht nie ausgehen“, beschreibt der Kommandeur.

Der 1. Kompanie obliegt die Versorgung eines Bataillons, sie beschreibt damit zugleich die logistische Versorgung der Ebene 1 und schafft so die Voraussetzungen für die Durchhaltefähigkeit, die Flexibilität und Mobilität in einem bestimmten Zeitraum. Die 1. Kompanie verleiht dem gesamten Kampftruppenbataillon ein Höchstmaß an logistischer Selbstständigkeit. Die Angehörigen der 1. Kompanie halten alle notwendigen Versorgungsgüter flexibel bereit und führen diese bis zu den Bataillonsversorgungspunkten zu. Auch die dem Kampftruppenbataillon unterstellten Kräften, wie etwa Pioniere, aber auch Artillerie, werden so mitversorgt.

Fahren – Funken – Feuern

Grundsätzlich liegt der Versorgungspunkt taktisch nah am Gefechtsgeschehen. Die Soldaten der 1. Kompanie sichern ihn selbst gegen feindliche Kräfte ab. Sobald die ersten Fahrzeuge der Kampftruppe den Versorgungspunkt erreicht haben, ist nach Absprache der Übergang der Sicherung an die Kampftruppe möglich. Das endet dann aber auch, sobald alle Kräfte versorgt sind und die fertig versorgte Truppe wieder in das Gefecht fährt.

Fahren, Funken, Feuern sind die wichtigsten Funktionen der Gefechtsfahrzeuge. Die Instandsetzungs- und Versorgungskräfte sind genau für diese Fähigkeiten geschult und ausgerüstet. Die Gefechtsschadeninstandsetzungstrupps, kurz GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupps, wie auch die Bergertrupps für Rad- und Kettenfahrzeuge sind für diesen Auftrag ausgerüstet. Die GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupps führen komplette Werkzeugsätze und spezielle Instandsetzungssätze, wie zum Beispiel Hydraulik, mit. Bereits vor dem Einsatz werden diese Sätze auf die eingesetzten Systeme konfiguriert.

Alle Instandsetzungen und Versorgungen, die darüber hinausgehen, beschreiben die logistische Ebene 2, die Versorgung eines militärischen Großverbandes.

Von Wasser bis Post

Zwei Soldaten bereiten die Betankung aus ihrem Tankfahrzeug vor.

Der Tankaufsatz mit Wechselladepritsche fasst 9.400 Liter Kraftstoff. Das reicht für rund elf leere Schützenpanzer Puma.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Steuerung all dieser Aufgaben obliegt dabei einem Bataillonsgefechtsstand Unterstützung, der vom Chef der 1. Kompanie geführt wird. Mit dem sogenannten Log-Liner, einem standardisierten Meldeschema, werden der Bedarf an Versorgungsgütern, aber auch der Abschub oder die Instandsetzung von Fahrzeugen per Funk vorbereitet und koordiniert. Parallel werden im Gelände für die Versorgung mögliche Punkte erkundet. „Die Standflächen müssen möglichst eben sein, damit das Material umgeladen werden oder auch ein Kreisverkehr mit Einbahnstraße für den Aufbau der Versorgungsstraße eingerichtet werden kann“, beschreibt der Materialbewirtschaftungsfeldwebel. Er ist für das Einrichten und Betreiben des Versorgungspunktes verantwortlich. Bis zu 1.000 mal 1.000 Meter kann die Ausdehnung im Gelände betragen. Im Kern der Station bauen die Soldaten die sogenannte Versorgungsstraße ein.

Parallel durchfahren die Gefechtsfahrzeuge die von der 1. Kompanie eingerichteten Versorgungsstraße, nehmen Kraftstoff und Munition auf, geben Müll ab und erhalten Wasser, Verpflegung sowie Feldpost. Die Versorger, aber auch die Besatzungen der Gefechtsfahrzeuge, arbeiten dabei zügig und routiniert – die Einheiten, die jetzt versorgen, fehlen ganz vorn im Gefecht. Ungefähr zweieinhalb Kilometer sind es vom Punkt 013 bis zu den vordersten Gefechtsfahrzeugen. Frisch versorgt und aufgefüllt mit Munition, Kraftstoff und Verpflegung fahren die Gefechtsfahrzeuge wieder in Richtung Hohebach zum Verzögerungsgefecht.

Alles, was Soldaten im Gefecht benötigen

von René Hinz
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