Heer

Ehrenhain – ein Ort der Erinnerung

Umrandet von historischen Gebäuden befindet sich der neu angelegte Ehrenhain der Offizierschule des Heeres als zentraler Ort, an dem die bestehende Tradition gelebt und an die wechselhafte Geschichte der deutschen Offizierschulen erinnert wird.

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Ein Feldstein mit der Inschrift: Königlich-Sächsisches Kadettenkorps 1692-1920 und einem Wappen
Bundeswehr/OSH

Kadettensteine

Kadettenanstalten galten im Deutschen Kaiserreich (1871-1918) als höhere Bildungseinrichtungen. Die drei Kadettensteine symbolisieren die drei Kadettenkorps, die in Folge des Versailler Vertrages aufgelöst worden sind.

Eine steinerne Platte mit der Inschrift: FHJ Lehrgänge der Reichswehr Infanterieschule München Ohrdruf Dresden 1920-1934
Bundeswehr/Kleinekort

Stein der Infanterieschule der Reichswehr

Der Stein der Infanterieschulen München-Ohrdruf-Dresden symbolisiert den historischen Werdegang der Infanterieschulen. Damit spiegelt auch er die Erinnerungskultur an den historischen Werdegang dieser militärischen Ausbildungsstätte wider.

Ein Feldstein mit einem schwarzem Wappen aus Metall
Bundeswehr/OSH

OSHOffizierschule des Heeres-Stein

Nach der Zusammenlegung der einzelnen Heeresoffizierschulen zur OSHOffizierschule des Heeres in Hannover wurden die einzelnen Elemente ehemaliger Wappen in einem Wappen zusammengefügt.

Eine steinerne Stele mit Inschrift steht in der Mitte einer Rasenfläche, im Hintergrund ein Gebäude.
Bundeswehr/OSH

Stauffenberg-Stele

Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg setzte mit seinem Attentat auf Hitler ein eindeutiges Zeichen gegen den Nationalsozialismus. Ihm zu Ehren trägt die Offizierschule des Heeres seinen Namen.

Ein Feldstein mit gekreuzten schwarzen Schwertern
Bundeswehr/OSH

Heeresstein

Die Gruppe der Steine der HOS wird durch den Heeresstein abgerundet. Die zwei gekreuzten Schwerter symbolisieren das Heer.

Drei verschiedene Feldsteine mit Schrift und Wappen stehen in einer Reihe vor einer Baumgruppe.
Bundeswehr/OSH

Gedenksteine der Heeresoffizierschulen

Das Ensemble der Steine der Heeresoffizierschulen besteht aus den Steinen der HOS I (HANNOVER), HOS II (HAMBURG), HOS III (MÜNCHEN). Hinzukommt der Gedenkstein des Lehrbataillons der HOS I.

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Kadettensteine

Kadettenanstalten galten im Deutschen Kaiserreich (1871-1918) als höhere Bildungseinrichtungen. Sie waren vorwiegend dem Adel und dem gehobenen Bürgertum vorbehalten und sollten jugendlichen Nachwuchs für eine spätere Laufbahn als Offizier qualifizieren.

Ein Feldstein mit der Inschrift: KGL. Preuss. Kadettenkorps 1717-1919
Bundeswehr/OSH


Die Kadettensteine sind Teil der deutschen Erinnerungskultur an das königlich-bayerische, das königlich-preußische sowie das königlich-sächsische Kadettenkorps. Nach dem Ersten Weltkrieg (1920) wurden die Kadettenanstalten aufgrund der Verpflichtungen des Versailler Vertrages aufgelöst. Das Stiftungsdatum der drei Kadettensteine und deren ursprünglicher, historischer Aufstellungsort sind heute nicht mehr bekannt.

Ein Feldstein mit der Inschrift: KGL. Bayer. Kadettenkorps und einem Wappen
Bundeswehr/OSH


Die Offizierschule des Heeres befindet sich heute teilweise in den Gebäuden der ehemaligen königlich-sächsischen Kadettenanstalt. Eingebettet in die Ausläufer der Dresdner Heide bestand die Kaserne aus einer Reihe von Grünanlagen und einem großen Exerzierplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne der ehemaligen Kadettenanstalt von Einheiten der Nationalen Volksarmee genutzt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Bundeswehr mit der Heimatschutzbrigade 37 die Kaserne, bis die Offizierschule des Heeres Ende der Neunzigerjahre den Standort übernahm.

Stauffenberg-Stele

Der Namensgeber der Offizierschule des Heeres

Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg wurde am 15. November 1907 als dritter Sohn einer der ältesten Adelsfamilien Deutschlands auf Schloss Jettingen im schwäbischen Landkreis Günzburg in Bayern geboren. Er genoss eine standesgemäße aristokratische Erziehung, die einerseits von strengem Katholizismus, andererseits aber auch von einer weltoffenen Geisteshaltung und der idealistisch-humanistischen Gedankenwelt des Dichters Stefan George geprägt war.

Stauffenberg trat 1926 in die Reichswehr ein, war 1927 Teilnehmer des ersten Fahnenjunkerjahrgangs der neuen Infanterieschule in Dresden und schloss seine Offizierprüfung als Bester seines Jahrgangs ab. 1933 wurde er Leutnant und heiratete seine langjährige Verlobte Nina Freiin von Lerchenfeld, mit der er später fünf Kinder hatte. Dem Geist der Zeit entsprechend war Stauffenberg in seinen jungen Lebensjahren ein glühender Nationalist und erkannte die Gefahren nicht, die mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten einhergingen. Dementsprechend begrüßte er die Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler und stand dem Gedanken vom deutschen „Herrenvolk“ grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Ab 1936 absolvierte er die Generalstabsausbildung und wurde im Januar 1937 zum Rittmeister (Hauptmann) befördert. Beim Überfall auf Polen im Jahr 1939 diente er in der 1. Leichten Division und zeichnete sich schon in den ersten beiden Kriegsjahren durch Tatendrang, Tapferkeit und Enthusiasmus aus. Im Januar 1940 erfolgte seine Versetzung in den Generalstab der 6. Panzerdivision. Im Rahmen des Feldzugs gegen Frankreich im Mai 1940 erhielt Stauffenberg für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde bereits im April 1941 Major im Generalstabsdienst (i.G.im Generalstabsdienst).

Sein Gesinnungswandel setzte mit dem Überfall auf die Sowjetunion in den Jahren 1941/42 ein. Stauffenberg erkannte immer deutlicher, dass es sich bei der nationalsozialistischen Politik nicht um eine bloße Herrschaft über fremde Völker handelte, sondern um eine verbrecherische Kriegführung mit dem Ziel einer Vernichtungs- und Ausrottungspolitik. Allerdings war er zu dieser Zeit wegen seines Treueeids auf Hitler noch nicht bereit, sich am militärischen Widerstand gegen das NSNationalsozialismus-Regime zu beteiligen.

Schlüsselrolle bei den Umsturzplänen

Im Januar 1943 wurde er zum Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst befördert und im März desselben Jahres in den Generalstab der 10. Panzerdivision nach Nordafrika versetzt, die den Rückzug des Afrikakorps von Generalsfeldmarschall Erwin Rommel decken sollte. Bei einem Luftangriff am 7. April 1943 zog er sich schwere Verletzungen zu, verlor sein linkes Auge sowie die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand. Während seiner Rekonvaleszenz begann er schließlich, sich von seiner inneren Eidbindung an Hitler zu lösen und bewusst die Nähe zu den Mitgliedern der Berliner Widerstandsgruppe um Generaloberst a.D. Ludwig Beck zu suchen. Nach seiner Genesung erhielt Stauffenberg im Juni 1944 den Rang eines Obristen und wurde Chef des Stabes des Ersatzheeres in Berlin. Aufgrund seiner dienstlichen Stellung nahm er bald eine Schlüsselrolle in den Umsturzplänen der Verschwörer ein. Obwohl er sich der damit verbundenen persönlichen Risiken und Gefahren bewusst war, entschloss er sich, selbst den Anschlag auf Hitler durchzuführen. Nach Bekanntwerden des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 brach der Umsturzversuch jedoch rasch zusammen. Offiziere des Allgemeinen Heeresamtes verhafteten Stauffenberg und seine Mitverschwörer und ließen diese im Hof des Berliner Bendlerblocks noch am selben Abend hinrichten. Stauffenbergs letzte Worte sollen gelautet haben: „Es lebe das geheiligte Deutschland!“

Claus Schenk Graf von Stauffenberg ist seinem Gewissen gefolgt. Er hat unter Inkaufnahme eines hohen persönlichen Risikos und der Gefahr für seine Familie, im Falle eines Scheiterns von der Gestapo in Sippenhaft genommen zu werden, das Attentat auf Adolf Hitler durchgeführt. Er blieb nicht untätig, zog sich nicht auf seinen Landsitz zurück, um dort das Ende des Krieges und den nahen Untergang des NSNationalsozialismus-Regimes gefahrlos abzuwarten.

Der Ablauf des Attentats vom 20. Juli 1944

Adolf Hitler nutzte sein stark gesichertes Führerhauptquartier Wolfsschanze, ein militärisches Lagezentrum in Ostpreußen nahe der Stadt Rastenburg (heute: Kętrzyn), regelmäßig, um Lagevorträge über die Entwicklungen an der Ostfront zu erhalten und daraufhin Entschlüsse zu treffen. Auch Vertreter der rückwärtigen Führungsstäbe des Ersatzheeres nahmen mitunter an den Besprechungen teil. Da Oberst Graf von Stauffenberg als Chef des Stabes des Ersatzheeres über diesen Weg unmittelbaren Zugang zu Hitler erhielt, übernahm er die Ausführung des Attentats trotz seiner Kriegsversehrtheit selbst. Am 20. Juli 1944 morgens flogen Stauffenberg und sein Adjutant und Mitverschwörer Oberleutnant Werner von Haeften mit zwei Bomben in einer Aktentasche von Berlin aus zur Wolfsschanze. Von Haeften gelang es vor Ort jedoch nur, einen der beiden Zeitzünder der Bombe zu aktivieren und für den Anschlag nutzbar zu machen. Stauffenberg stellte die Aktentasche während der Besprechung unbemerkt unter den Tisch und verließ zeitgerecht den Raum. Die Detonation um 12.42 Uhr verwundete vier Teilnehmer tödlich. Hitler erlitt aber nur leichte Verletzungen, da der schwere Eichentisch und die geöffneten Fenster die Druckwelle der Explosion milderten. Stauffenberg und sein Adjutant konnten den darauffolgenden Abriegelungs- und Alarmierungsmaßnahmen an der Wolfsschanze rechtzeitig entkommen und nach Berlin zurückfliegen, erfuhren aber später am Bendlerblock in Berlin, dass der Anschlag gescheitert war.

Nach Bekanntwerden des Fehlschlags lösten die beteiligten Generale Friedrich Olbricht und Fritz Thiele in Berlin wie gelähmt die vorgesehenen Maßnahmen zur Durchführung des Staatsstreichs zunächst nicht aus, sondern warteten ab und verloren dadurch wertvolle Zeit. Erst die Initiative des Obersts Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim setzte das Unternehmen ab 14 Uhr schließlich in Gang. Es gelang Quirnheim, erste Truppen entsprechend dem offiziellen Operationsplan „Walküre” zu alarmieren. Der Plan war für den Fall des inneren Ausnahmezustands vorgesehen und hätte formal eigentlich nur von Hitler selbst oder von Generaloberst Friedrich Fromm, dem Befehlshaber des Ersatzheeres, ausgelöst werden dürfen. Quirnheim handelte jedoch, ohne Fromm zu informieren. Nach seiner Ankunft im Bendlerblock gegen 17 Uhr griff auch Stauffenberg energisch ein, ließ den widerspenstigen Generaloberst Fromm festsetzen und versuchte gemeinsam mit seinen Mitverschwörern, unter Berufung auf Hitlers (angeblichen) Tod im Reich und im besetzten Ausland fernschriftlich und telefonisch Gehorsam durchzusetzen. Der Erfolg des Staatsstreichs hing dabei vor allem von der Frage ab, ob es den Verschwörern gelingen würde, sich bei den militärischen Kommandostellen im Reichsgebiet, den Wehrkreisen und auch im besetzten Ausland Autorität zu verschaffen. Das Netz von Verbindungsmännern, das die Verschwörer zu diesem Zweck aufgebaut hatten, erwies sich im Ergebnis aber als zu dünn, um den Staatsstreich in Berlin an den militärischen Schaltstellen des Dritten Reiches zur Entfaltung kommen zu lassen.

Hinrichtung im Bendlerblock

Das Berliner Wachbataillon unter seinem hitlertreuen Kommandeur Major Otto Ernst Remer handelte zunächst in Unkenntnis der wahren Lage und riegelte das Regierungsviertel entsprechend ab. Jedoch wendete sich alsbald das Blatt. In Anbetracht der Verbreitung der Nachricht von Hitlers Unversehrtheit blieb den Verschwörern die weitere Anerkennung legitimen Handelns versagt. Regimetreue Offiziere des Stabes des Allgemeinen Heeresamtes gewannen schließlich die Oberhand im Bendlerblock, befreiten Fromm und verhafteten Stauffenberg und seine Mitverschwörer. Remer und sein Wachbataillon trafen gegen 23.30 Uhr im Bendlerblock ein und stellten ein Exekutionskommando zusammen, das Stauffenberg und seinen Adjutanten von Haeften sowie Olbricht und Mertz von Quirnheim hinrichtete.

Wären das Attentat und der Staatstreich erfolgreich gewesen, hätten die Widerständler mit hoher Wahrscheinlichkeit etliche Menschen, vor allem Häftlinge in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, aber auch deutsche Frontsoldaten vor dem Tod bewahren können. Stauffenberg und die Beteiligten des militärischen Widerstandes haben daher – unabhängig von der Frage nach ihren Zielen und Motiven für ein späteres „geheiligtes Deutschland“ – vorbildlich und sinnstiftend gehandelt und gelten daher als traditionswürdig für die Angehörigen der Bundeswehr.

Stein der Infanterieschule

Die Infanterieschule entstand ursprünglich in der Weimarer Republik im Jahr 1920 in München mit dem Ziel, Offizieranwärter der Infanterie sowie der Kraftfahr- und der Pioniertruppe der neu gegründeten Reichswehr auszubilden.

Nach dem Putsch Adolf Hitlers und Erich Ludendorffs im November 1923 in München zog die Schule aus politischen Erwägungen nach Dresden um, wo der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg sie am 18. November 1926 neu eröffnete. Bis zum Abschluss der Baumaßnahmen in Dresden brachte man die Offizierschüler auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf unter.


Unter den Lehrgangsteilnehmern der Zwanziger- und Dreißigerjahre befanden sich sowohl einzelne Personen des späteren militärischen Widerstandes gegen Hitler, unter anderem Claus Schenk von Stauffenberg und Albrecht Mertz von Quirnheim, als auch spätere Generale der Gründergeneration der Bundeswehr, wie General Ulrich de Maizière und General Johann Adolf von Kielmansegg. Allein 22 Generale der Bundeswehr hatten laut Jahrgangsschrift dem damaligen Fahnenjunkerlehrgang 1933 angehört.

Das Stiftungsdatum des Steins der Infanterieschulen München - Ohrdruf - Dresden ist heute ebenfalls nicht mehr bekannt. Wie die Kadettensteine spiegelt auch der Stein der Infanterieschulen die Erinnerungskultur an den historischen Werdegang dieser militärischen Ausbildungsstätte wider.