Bundesbau aktuell

Bau-Tagung der Bundeswehr 2023 in Kiel

Bau-Tagung der Bundeswehr 2023 in Kiel

Datum:
Ort:
Kiel
Lesedauer:
4 MIN

Zeitenwende, Landes- und Bündnisverteidigung sowie Sondervermögen sind die Schlagworte dieser Zeit. So auch bei der Bau-Tagung der Bundeswehr 2023, die vom 2. bis 4. Mai in Kiel stattfand.

Bauboom, Investitionsvolumen, Klimaschutz, Fachkräftemangel, Planungs-Synergien und Nachhaltigkeit bestimmten diese gleichzeitig traditionelle wie strategische Veranstaltung des Organisationsbereiches Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen) der Bundeswehr, die seit 1968 stattfindet.

Auf einem Tisch liegt eine Tagungsmappe, ein Schreibblock, ein Kugelschreiber und ein Glücksbringer

Gut vorbereitet für die 59. Bau-Tagung der Bundeswehr in Kiel

Bundeswehr/Thore-J. Radestock

„Ihnen ist es trotz des Krisenmodus gelungen, die Investitionen in die Infrastruktur der Bundeswehr unverändert hoch zu halten. Für das laufende Jahr werden sogar über 1,2 Milliarden Euro prognostiziert. Hierfür danke ich Ihnen vielmals“,

begrüßte Ministerialdirigentin Marion Felske, stellvertretende Abteilungsleiterin für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen im Bundesministerium der Verteidigung (BMVgBundesministerium der Verteidigung), die rund 100 Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer des Bundesministeriums der Finanzen sowie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), des Bundesrechnungshofes, der Bauverwaltungen der Länder, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie der Bundeswehr in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. „Die große Resonanz unterstreicht die Wichtigkeit dieser Tagung für uns und für Sie“, sagte die Moderatorin der Veranstaltung zur Eröffnung. „Der intensive fachliche Austausch und die Weiterentwicklung der vertrauensvollen Zusammenarbeit sind eminent wichtig zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele“, so Felske. „Es geht um die Optimierung der bestehenden Verfahren, die Steigerung der Effizienz bei gleichbleibend hoher Qualität und es geht um die Beschleunigung der Baumaßnahmen.“

100 Frauen und Männer, in Zivil und Uniform, stehen vor einem Hotel und werden fotografiert

Die Tagungsteilnehmer vor dem Tagungshotel

Bundeswehr/Thore-J. Radestock

Zehn Jahre Kompetenzzentren Baumanagement

„Herzlich Willkommen in unserer schönen Stadt an der Förde,“ freute sich auch der Gastgeber, Direktor Dr. Jürgen Valentin, Leiter des Kompetenzzentrums Baumanagement der Bundeswehr Kiel, über die so zahlreich angereisten Gäste. Seine Dienststelle, eine von insgesamt sieben Bau-Kompetenzzentren der Bundeswehr deutschlandweit, organisierte diese Bau-Tagung im Auftrag des BMVgBundesministerium der Verteidigung mit viel Herzblut. „Unser Kompetenzzentrum, das nunmehr zehn Jahre im Wirkbetrieb tätig ist, betreut die Baumaßnahmen der Bundeswehr in den Nordländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Hamburg“, informierte Dr. Valentin die Anwesenden zu Tagungsbeginn. „Wir sind mittlerweile eine etablierte Organisation und sehr gut aufgestellt.“ Anschließend verfolgte das Auditorium an den drei Tagungstagen 16 unterschiedlichste Vorträge zum Bauen für die Bundeswehr.

In einem großen Tagungssaal sitzen Frauen und Männer in Zivil und in Uniform an mehreren Tischen

Ein Blick ins Auditorium der Kieler Bau-Tagung

Bundeswehr/Jörg Jankowsky

Höchststand an Baumaßnahmen

Der Haushalts- und Investitionsumfang der Bundeswehr inklusive NATO-Bauvorhaben bis 2030 und die Neuordnung der Freigabe von Haushaltsmitteln für Bauprojekte im Kontext der Umsetzung der neuen Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau) hießen die ersten Tagungsordnungspunkte. Im Zuge der neuen Reform Bundesbau ist die RBBau am 1. Oktober 2022 komplett neu gefasst worden. Ein Faktum, das auch die rund 3.600 im Bau befindlichen Baumaßnahmen der Bundeswehr, ein Höchststand für das Jahr 2023, betrifft. Das Staatliche Bauamt Ingolstadt präsentierte praxisnahe Erfahrungen der Digitalisierung im militärischen Bundesbau und ein Update zu BIM, kurz Bauwerksdatenmodellierung. Building Information Modelling (BIM) beschreibt eine Methode zur optimierten und bruchfreien Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden.

Baumaßnahmen für über 40 Milliarden Euro 

Ein Mann im Anzug mit Hemd und Krawatte steht an einem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon

Professor Dr. Roland Börger, Präsident des BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, eröffnet den zweiten Tagungstag

Bundeswehr/Jörg Jankowsky

„Infrastruktur ist ein zentraler Schlüssel für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr“, betonte der neue Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr), Professor Dr. Roland Börger, in seinem Grußwort am zweiten Tagungstag. Er freute sich, dass ihn eine seiner ersten Amtshandlungen zu dieser traditionellen Bau-Tagung der Bundeswehr nach Kiel führte. „Schließlich bin ich seit 2011 regelmäßiger Teilnehmer dieser Veranstaltung und weiß von den immer größer werdenden Infrastruktur-Herausforderungen unserer Zeit“, so der Präsident, der am 2. Mai offiziell die Dienstgeschäfte im BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn übernommen hatte. „Mehr als 24 Milliarden Euro sind bereits heute für Baumaßnahmen der Bundeswehr bis 2031 fest eingeplant. Der weitere absehbare Bedarf summiert sich auf über 40 Milliarden Euro“, sagte Börger. „Zufriedenstellende Lösungen können und werden wir gemeinsam anpacken und realisieren. Dazu müssen wir schneller und kreativer in unserem Infrastruktur-Handeln werden. Wir sitzen gemeinsam in einem Boot“, appellierte er treffend am großen Tagungs-Standort der Marine an die anwesenden Gäste.

Eine Frau und vier Männer stehen an einem Tisch in einer Hotelhalle und unterhalten sich

Ein Mehrwert für Alle: Gewinnbringende Pausengespräche

Bundeswehr/Thore-J. Radestock

Gemeinsam an Stellschrauben drehen

Im weiteren Tagungsverlauf erläuterte unter anderem der neue Abteilungsleiter Baupolitik, Bauwirtschaft und Bundesbau des BMWSB, Dirk Scheinemann, die neue Rolle seines Ministeriums nach der Reform Bundesbau. „Neue Zeiten erfordern neue Wege“, ist sich Scheinemann bewusst. „Wir müssen an allen Stellschrauben drehen, um die hohen Ziele und millionenschwere Projekte der Bundeswehr bestmöglich umzusetzen.“ Der Bedarf ist hoch und steigt stetig, ebenso wie der politische Druck. Deshalb wurde immer wieder hinterfragt und heiß diskutiert: Was geht und was geht nicht. „Neun Jahre im Schnitt für eine Große Baumaßnahme geht auf jeden Fall nicht“, sagte Ministerialrätin Stefanie Bongers aus dem BMVgBundesministerium der Verteidigung, während ihres Vortrages zur Flexibilisierung und Beschleunigung im Rahmen der Bedarfsdeckung. „Wir müssen noch besser, schneller und effektiver in unserem gemeinsamen Handeln werden“, so Bongers.

Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch auf dem viele Tagungsunterlagen liegen

Die Gastgeber und Moderatoren der Kieler Bau-Tagung 2023

Bundeswehr/Jörg Jankowsky

Resümee der Bau-Tagung 2023

In einem voll besetzten Tagungssaal steht ein Mann in der Mitte am Mikrofon und stellt Fragen

Eine rege Diskussion und viele Fragen beleben die Bau-Tagung 2023

Bundeswehr/Jörg Jankowsky


„Ich danke Ihnen für Ihre aktive Teilnahme und rege Diskussion zu unseren vielseitigen aktuellen Tagungsthemen“, zog Marion Felske zum Schluss ihr Resümee. „Unsere gemeinsamen neuen infrastrukturellen Wege sind alternativlos, die Bewältigung des riesigen Investitionsvolumens der Bundeswehr eine große Aufgabe.“ Besonderen Dank und viel Applaus erhielt das Kieler Team um Dr. Jürgen Valentin für die reibungslose Tagungs-Organisation. Auch für die perfekte Durchführung der begleitenden Exkursionen zum Marinedenkmal Laboe und den Führungen Nord-Ostsee-Kanal sowie Kieler Matrosenaufstand. „Mich hat die Vielfalt der Themen, besonders die Digitalisierung, und die inhaltliche Tiefe an einigen Stellen der Vorträge beeindruckt“, meinte Tanja Lövenich vom Ministerium der Finanzen Nordrhein-Westfalen. Sie nahm erstmals an einer Bau-Tagung der Bundeswehr teil und war über die lebhafte Diskussion überrascht.

Am Ehrenmal der Marine in Laboe spricht ein Mann zu einer großen Gruppe von Frauen und Männern

Exkursion zum Marine-Ehrenmal Laboe

Bundeswehr/Jörg Jankowsky
von Jörg Jankowsky  E-Mail schreiben
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