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Rettungkräfte

Feuerwehrübung Roter Heuberg

Brandschutz
Datum:
Ort:
Stetten am kalten Markt
Lesedauer:
3 MIN

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1.200 internationale Einsatzkräfte. 120 Fahrzeuge. 21 Szenarien. 2 Tage. Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Stetten am kalten Markt hat eine der größten, wenn nicht die größte Feuerwehrübung Deutschlands stattgefunden. Die Bundeswehr macht’s möglich.

Ein Haus aus dem Rauch austritt, Feuerwehrleute beginnen die Brandbekämpfung

Ein Gebäudebrand wird simuliert und verlangt Abstimmung unter verschiedenen Feuerwehren.

Bundeswehr/Marius Vu

Schon kurz nach 7 Uhr morgens sammeln sich die ersten Feuerwehrkräfte im Bereitstellungsraum des Lagers Heuberg in Stetten am kalten Markt. Selbst aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind Einsatzkräfte angereist. Feuerwehren, Bevölkerungsschutz, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und selbst die Bergwacht haben ihre beeindruckenden Gerätschaften und Fahrzeuge mitgebracht. Der Grund: Die Großübung Roter Heuberg, die am ersten Wochenende im April auf dem Truppenübungsplatz Heuberg und in der Albkaserne stattfindet. Eine einzigartige Veranstaltung, die nur mit Unterstützung der Bundeswehr-Feuerwehr hier durchgeführt werden kann. Denn in Stetten am kalten Markt befindet sich auch die Bundeswehr-Feuerwehr (BwFBundeswehr-Feuerwehr) Heuberg. Insgesamt 51 Feuerwehrmänner verrichten hier ihren regulären Dienst. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, ist die Wache am Heuberg besetzt. Sie unterstützen das Mega-Event logistisch, organisatorisch und stellen den Brandschutz sicher – soweit fast schon Routine für die Männer der Bundeswehr-Feuerwehr. Doch viele der Bundeswehr-Feuerwehrleute stammen selbst aus der Region, und sind auch in den regionalen Feuerwehren ehrenamtlich tätig, packen dort tatkräftig mit an. So wie Marcus S., Brandinspektor bei der Bundeswehr und ehrenamtlich stellvertretender Kreisbrandmeister im Landkreis Sigmaringen, als der er beim Roten Heuberg aktiv mit übt. „Man kennt sich hier in der Region in der Regel bestens untereinander“, stellt Marcus S. die Bedeutung der Übung für die Gemeinschaft der Rettungskräfte heraus.

Abstimmung ist das A und O

Ein Feuerwehrfahrzeug der Bundeswehr-Feuerwehr auf einer Stellfläche im Regen

Die Bundeswehr-Feuerwehr ist mit von der Partie, sie stellt etwa die Versorgung mit Löschwasser für die Brandbekämpfung sicher.

Bundeswehr/Marcus Kunzmann

Insgesamt 21 sogenannte Stationen, also verschiedene Übungsszenarien, sind auf dem Truppenübungsplatz Heuberg verteilt. Jede mit individuellen Herausforderungen, die den Rettungskräften alles abverlangen. Von Gebäudebränden mit Menschenrettung über Hubschrauber-Notlandungen bis zu Wald- und Vegetationsbränden wird hier fast alles geübt, was die Feuerwehren und die Rettungskräfte im realen Dienst erwarten könnte. Selbst eine Sonderlage wird mit Unterstützung der Polizei simuliert. Hier müssen bei einem Ernstfall die Handgriffe sitzen. Neben den Szenarien die trainiert werden, ist es insbesondere die Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften, die gestärkt werden soll. Das Netzwerk untereinander wird enger geknüpft, damit dieses in einem echten Katastrophenfall optimal funktioniert.

„Bei einer Übung darf auch mal was knarzen, was nicht funktionieren, nur so können wir uns verbessern“, 

fasst Brandamtsrat Daniel G. von der BwFBundeswehr-Feuerwehr Heuberg das Ziel zusammen. Er ist als fachlicher Ansprechpartner für die Organisatoren der Landkreise Sigmaringen und Zollernalbkreis dabei. Und als einer von rund 80 hauptsächlich fachlichen Beobachtern.

Bundeswehr bietet ideale Bedingungen

Mehrere Feuerwehrleute spritzen Wasser in ein verrauchtes Waldstück

Teil der Szenarien: Ein Waldbrand muss unter Kontrolle gebracht werden.

Bundeswehr/Marcus Kunzmann

Die Rettungskräfte finden hier in Stetten am kalten Markt bei der Bundeswehr optimale Bedingungen für so eine Großübung vor. Denn neben der räumlichen Fläche, die der vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Stetten am kalten Markt (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) bewirtschaftete Truppenübungsplatz bietet, befinden sich hier auch verschiedenste Einrichtungen für die feuerwehrtechnische Ausbildung der Bundeswehr. „Solche Einrichtungen, solche Möglichkeiten findet man außer bei der Bundeswehr fast nirgends“, erklärt Brandamtsrat Daniel G. Und er hat Recht. Die Brandübungsanlagen der Schule ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben (SABCAbw/GSchAufg) hier zählen zu den modernsten ihrer Art und sind in dieser Form in Europa einmalig.

Ein Hubschrauber aus dem Rauch aufsteigt, Feuerwehrmänner bereiten ihr Eingreifen vor

Ein Hubschrauber musste notlanden – zum Glück nur ein spektakuläres Übungsszenario.

Bundeswehr/Marcus Kunzmann

Die Bundeswehr-Feuerwehr ist aber nicht nur Teil der Organisation und Unterstützerin der Veranstaltung. Sie ist auch fester Bestandteil des Brandschutzes in der Region. Denn gerade im ländlichen Bereich wie dem Landkreis Sigmaringen, in dem Stetten am kalten Markt liegt, sind die Feuerwehren häufig freiwillig organisiert. Bei einer echten Gefahrenlage kommt es daher nicht selten vor, dass die Bundeswehr-Feuerwehr angefordert wird und ausrückt. „Wir sind regelmäßig vor den zivilen Kräften vor Ort“, zeigt sich Daniel G. stolz auf das, was er und seine Kameraden für die Region leisten. Umso wichtiger ist es, dass die Abstimmung des zivilen Brandschutzes mit der Bundeswehr reibungslos funktioniert. Und mit den Partnern der örtlichen Feuerwehren geübt wird. Denn in der Region kennt man sich. Und unterstützt sich. Nicht nur bei der Übung „Roter Heuberg“.

Eindrücke der Großübung


von Marius Vu  E-Mail schreiben

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