Joint Venture für Schutzmasken in Koblenz

Joint Venture für Schutzmasken in Koblenz

  • Coronavirus
  • Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

In der Corona-Krise sind kreative Ideen gefragt - und werden auch umgesetzt: Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) Koblenz hat als erstes BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum zu Nadel und Faden gegriffen und fertigt gemeinsam mit dem Stadttheater Koblenz behelfsmäßige Masken. Weitere BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum wie Münster, Zweibrücken und Homberg/Efze sind hinzugetreten.

Einzelteile für eine Schutzmaske und ein Zollstock liegen auf einem Tisch

Die vorgefertigten Teile kommen beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum an

Bundeswehr/Rainer Köhl

In den BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum-eigenen Sattlereien kommen die in den Werkstätten des Koblenzer Theaters vorgefertigten Textilteile an und werden dann zu Behelfsmasken fertig genäht. Beginn der Aktion war der 25. März 2020 mit anfangs zwei Mitarbeitern. Inzwischen sind bereits vier Polsterer dabei, die Masken zu nähen. Die fertigen Masken gehen dann zurück an das Stadttheater und werden dort weiter verteilt. Bis Ostern wurden circa 400 Masken fertig. Ein Joint Venture, logistisch durchgeführt fast schon wie bei großen Konzernen. In der jetzigen Krise gilt: Jede Maßnahme zählt, jede Maßnahme hilft.

Behelfsmasken verringern Infektionsrisiko bei Dritten

Zwei Hände einer Person halten ein Stück Stoff unter eine Nähmaschine

Die Nähmaschine tritt in Aktion

Bundeswehr/Rainer Köhl

Die Baumwollmasken werden nach einem üblichen Standard hergestellt. Sie können bei 90 Grad gewaschen werden und sind wiederverwendbar. Derartige Behelfsmasken, dienen zwar nicht dem Eigenschutz, sie verhindern nur, dass Viren weiter verteilt werden. Die Masken tragen dazu bei – ganz im Sinne des gelebten Zusammenhalts in der Bevölkerung und der gelebten Kameradschaft in der Bundeswehr – jeweils andere zu schützen. Dies liegt daran, dass Partikel beim Sprechen und Husten ausgestoßen werden, die anfänglich noch relativ groß sind, aber durch Verdunstungseffekte verkleinert werden.



Eine Hand hält grüne Stoffteile auf einem Tisch fest, die andere fährt mit einem Bügeleisen darüber

Zum Schluss noch ordentlich bügeln

Bundeswehr/Rainer Köhl

Fängt man diese bereits bei der Entstehung auf, so reicht auch weniger gut filtrierendes Material wie diese Behelfsmasken, um eine Wirkung zu entfalten. Zudem wird der direkte, gerichtete Transport einer potentiell infektiösen Dosis zum Beispiel beim Husten verhindert, die Partikelwolke wird verdünnt, und so das Risiko der Infektion eines Dritten verringert. So die Einschätzung des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr zum Einsatz von Behelfsmasken.




Auch weitere Dienststellen mit dabei

Das Engagement in Koblenz ist im Verantwortungsbereich des BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr kein Einzelfall geblieben. In den BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum werden freie Kapazitäten genutzt, um Behelfsmasken für den Eigenbedarf in den BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum, aber auch den Bedarf zum Beispiel für die  Feuerwehren zu decken. Unter anderem beteiligt sich das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Münster mit großem Engagement an der Maßnahme. Hierüber berichten wir gesondert. Das Material und der Transport werden durch die Behörde vor Ort sichergestellt. Auch das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Zweibrücken, welches bereits seit Januar durch die Unterbringung der Rückkehrer aus China (Wuhan) in Germersheim in der Corona-Krise im Einsatz ist, und das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Homberg/Efze stellen Behelfsmasken her. Über die Anzahl der Masken, deren Produktion jetzt angelaufen ist, werden wir weiter informieren.

Schutzmaske aus grünem Stoff mit Bändern zur Befestigung

Fertig ist die behelfsmäßige Schutzmaske

Bundeswehr/Rainer Köhl

Außerdem können die Masken dazu dienen, eine Sensibilisierung in Bezug auf die derzeitige Situation und den Umgang miteinander zu schaffen. Und die Nutzung der selbstgenähten Baumwollmasken verhindert, dass Masken denjenigen entzogen werden, die sie besonders dringend brauchen, etwa Pflegekräften oder Krankenhauspersonal.
 


von Michael Tiede  E-Mail schreiben

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