Luftwaffe

Bilder schaffen – gemeinsam üben

Bilder schaffen – gemeinsam üben

  • Übung
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Schortens
Lesedauer:
4 MIN

Ob im Kampf gegen Feuer, Feind, Sprengfallen oder Eindringlinge: Getreu dem Motto „Semper Communis“ – immer gemeinsam – üben die Objektschützer in der Fähigkeitsverbundübung „FAVE 2019“.

Ein Objektschützer ist mit seiner Waffe von hinten zu sehen. er steht auf einer Start- und Landebahn im Sonnenuntergang.

Sie sorgen dafür, dass die Zeltlager und Flugplätze im Einsatz geschützt sind: die Objektschützer der Luftwaffe

Bundeswehr/Marvin Pflug

Im Gefechtsstand in „Frieslanien“ geht die Meldung ein: „Helikopter abgestürzt!“ Die Crew muss so schnell wie möglich gerettet und der Bereich gesichert werden. Jede Sekunde zählt. Die schnelle Eingreiftruppe (QRF: Quick Reaction Force) wird alarmiert und macht sich bereit.

In der Ferne hört man, wie die Hubschrauber die Triebwerke anlassen. Nun geht alles schnell. Der Zugführer gibt den Einsatzbefehl an seine Soldaten. Niedrig schweben die Helikopter zur Aufnahmestelle der Soldaten, um diese aufzunehmen. Sie heben in Richtung Unfallstelle wieder ab. Zeitgleich fährt eine Marschkolonne an der Halle vor. Sie soll später die QRF am Einsatzort unterstützen. Mit geöffneter Heckklappe landen die Hubschrauber an der Absturzstelle. Gezielt schwärmen die Soldaten aus und beziehen ihre Stellungen. Schnell werden die verletzten Piloten in einem nahen Wald in Sicherheit gebracht und versorgt.

Schnelle und koordinierte Teamarbeit 

Ein Objektschützer weist mit erhobenen Armen den noch in der Luft schwebenden Hubschrauber CH-53 ein.

Ein Objektschützer der Luftwaffe weist einen Transporthubschauber CH-53 zum Abtransport von Verwundeten ein

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

„Macht die schnellstmöglich fertig“, ruft der Gruppenführer. Wummernd kreisen die beiden CH-53-Helikopter über dem Soldaten. „In einer Minute abmarschbereit“, wird ihm gemeldet. Die Verletzten werden für den Transport auf Tragetücher gelegt. „Wir holen den jetzt runter.“ Eine grüne Rauchgranate wird ausgelöst. Der Rauch soll dem Hubschrauber zeigen, wo er landen kann. 

Die Verletzten werden eingeladen und die beiden Helikopter fliegen zurück ins Camp. Dort werden die verunglückten Piloten zur weiteren Versorgung an die Sanitäter übergeben.

Für die Objektschützer ist die Arbeit noch nicht getan. Das Wrack muss gelöscht werden. Dafür treffen kurze Zeit später die Brandschützer ein und löschen das Feuer.

Vier Sanitäts-Soldaten bringen einen Verwundeten auf einer Trage vom Landeplatz des Hubschraubers CH-53 weg zum Feldlager.

Sanitäts-Soldaten tragen einen Verwundeten vom Landeplatz. Im Feldlager werden die Verletzten ärztlich versorgt

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

Realitätsnahes Üben für den Ernstfall

Die große Fähigkeitsverbundübung „FAVE 2019“ besteht aus vielen verschiedenen Szenarien. Jedes einzelne benötigt die Zusammenarbeit der einzelnen Staffeln des Objektschutzregiments. Das ganze Wochenende lang, vom 25. bis zum 28.10., trainierte das Regiment auf dem Fliegerhorst Upjever.

Ein Objektschützer geht mit seinem Gewehr im Sonnenuntergang die Landebahn entlang und sichert sie.

Das Sichern eines Flugplatzes ist nur einer der Aufträge des Objektschutzregiments der Luftwaffe

Bundeswehr/Marvin Pflug

„Es geht darum, alle Fähigkeiten einmal zusammenzuführen und koordiniert zum Einsatz zu bringen“, erklärt Oberstleutnant Artur Zielinski. Er ist der stellvertretende Kommandeur des Objektschutzregiments „Friesland“ und verantwortlich für die Vorbereitung und den Ablauf der Übung.

Der stillgelegte Flugplatz des Fliegerhorsts Upjever hat für solche Übungen die besten Voraussetzungen. Es gibt kaum einen Ort, wo Soldaten den Aufbau, Betrieb und den Schutz eines Flughafens besser üben können, als auf einem ehemaligen Flugplatz. So kann man „das Bild in die Köpfe der Soldaten […] setzen, dass sie auf einem Flugplatz arbeiten“, erklärt Zielinski. Realistischer kann die Übung kaum ablaufen.

„tEODor“ im Einsatz

Ein Fahrzeug bricht durch die Sicherung und hält an einem alten Fliegerbunker. Da man nicht einschätzen kann, welche Gefahr von dem Fahrzeug ausgeht, rollen sofort die Dingos der Sicherer los. Sie sperren die Straßen an der potenziellen Gefahrenstelle ab.

Hier kommen die Kampfmittelbeseitiger mit dem System „tEODor“ zum Einsatz. „tEODor“ heißt ein großer Roboter der Kampfmittelbeseitigung. Dabei steht das EODExplosive Ordnance Disposal in seinem Namen für Explosive Ordnance Disposal, also für die Beseitigung improvisierter Kampfmittel. Mit seiner Hilfe können die Kampfmittelbeseitiger das Auto aus sicherer Entfernung beobachten. Sogar den Kofferraum kann „Theo“, wie ihn die Truppe nennt, öffnen. Und tatsächlich: Im Kofferraum befindet sich eine größere Menge Sprengstoff. Mit dem ferngesteuerten Roboter wird die Sprengladung vorsichtig entfernt und kontrolliert zur Explosion gebracht.

Der ferngesteuerte Roboter tEODor ist 1,30 Meter lang und sieht aus wie ein kleiner Bagger mit Gelenkarm.

„tEODor“: Der Roboter der Kampfmittelbeseitiger kann sogar Kofferräume öffnen. Die Abkürzung steht für telerob Explosive Ordnance Disposal and observation robot

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

Bei jeder Lage sind Schiedsrichter dabei. Sie beobachten das Verhalten und die Arbeit der Soldaten. So können sie später Lob und Kritik an die Frauen und Männer weitergeben. Dadurch tragen sie einen wichtigen Teil zum Übungserfolg bei. Von außen können sie Fehler besser erkennen und im Nachhinein klären.

Sie greifen aber nie in das Geschehen der Übung ein. „FAVE 2019“ ist eine sogenannte „freilaufende Übung“. In den vier Tagen werden die Szenarien durch die „White Cell“, der Übungsleitung, eingespielt. Der Verlauf hängt von den Entscheidungen der Soldaten ab – egal ob Kommandeur, Staffelchef, Zug- oder Gruppenführer.

Angriff auf das Zeltlager

Exercise! Exercise! Exercise! IDFIndirect Fire-Attack!“, schallt es durch die DOB (Deployable Operating Base), das verlegefähige Zeltlager. Ein Beschuss durch Raketen oder Mörser, indirektes Feuer (IDFIndirect Fire). Sofort werfen sich die Soldaten flach auf den Boden. Ein Geschoss hat das Feldlager getroffen. Es brennt!

Ein Kipper der Luftwaffenpioniere schüttet Füllmaterial in einen Geschosskrater. Ein Soldat überwacht den Vorgang.

Ein Kipper der Luftwaffenpioniere liefert Füllmaterial für einen Geschosskrater. Für die Luftwaffenpioniere kommt es jetzt auf Schnelligkeit an. Gleich kommt die Transall

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

Umgehend rücken Feuerwehr und Sanitätskräfte aus. Zeitgleich suchen die Soldaten den Flugplatz nach möglichen Schäden oder Blindgängern, den sogenannten UXOs (Unexploded ordnance), ab. In ein paar Stunden soll auf dem Flugplatz das Transportflugzeug Transall landen. Dafür müssen die Start- und Landebahn und die Rollwege frei von Störfaktoren sein. Der Flugbetrieb mit echten Flugzeugen ist besonders wichtig, denn es macht das Szenario für die Soldaten noch realistischer.

Schäden der Einschläge werden von den Pionieren wieder behoben. Die Stellungen, aus denen geschossen wurde, sind von den Luftwaffensicherern wieder eingenommen worden. Der Brand im Feldlager wurde von den Brandschützern bekämpft und die Verletzten von den Sanitätssoldaten versorgt. Die Lage entspannt sich wieder.

Übungsende

Diese und viele weitere größere und kleinere Szenarien hielten das Objektschutzregiment der Luftwaffe dieses Wochenende auf Trab. Ein Höhepunkt der Übung war die Landung der Transall am Montag gegen zwölf Uhr. Damit endete die Übung „FAVE 2019“. Hinter den Soldatinnen und den Soldaten des Objektschutzregiments liegt ein spannendes, lehrreiches und auch anstrengendes Wochenende.

Eine Transall auf dem Flugfeld. Davor stehen zwei Feuerwehrfahrzeuge.

Das Übungswochenende "FAVE19" endet mit der Ankunft der Transall am Montag

Bundeswehr/Marvin Pflug

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Über einer großen Kehrmaschine der Bundeswehr teilt ein Regenbogen den Himmel in eine blaue und eine graue Hälfte.

An das nordische Wetter während der Übung sind die Soldaten des Objektschutzregiments gewöhnt

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Statisten übernehmen die Rolle von Demonstranten. Mit Lkw-Reifen blockieren sie die Zufahrt zum Stützpunkt.

Auch das gehört zur FAVE-Übung: Statisten in der Rolle von Demonstranten blockieren die Zufahrt zum Stützpunkt

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Eine mit Schal und Mütze vermummte Person steht am Zaun des Stützpunkts.

Vermummte lassen die Demonstration eskalieren

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Soldaten und Feuerwehrleute stehen an dem blau-rot-weißen Propeller-Flugzeug Pilatus PC-9, dessen Cockpit aufgeklappt ist.

Die Brandschützer werden in das ihnen unbekannte Flugzeug Pilatus PC-9 eingewiesen. Das zweisitziges Schulflugzeuig mit Turboprop-Antrieb stammt von der Schweizer Firma Pilatus

Bundeswehr/Marvin Pflug
Mit einem Spezialfahrzeug werden schwere Bodenplatten von einem Lkw gehoben.

Die Luftwaffenpioniere aus Diepholz sind extra für die Übung mit ihrem Material angereist. Hier laden sie Bodenplatten zur Abdeckung eines Kraters auf dem Flugfeld ab

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Zwei Hubschrauber CH-53 im Flug.

Die CH-53 kommen vom Hubschraubergeschwader 64 aus Laupheim.

Bundeswehr/Marvin Pflug
Patches zeigen, dass dieser Soldat zur Royal Air Force gehört.

Auch Soldaten einer schottischen Einheit der Royal Air Force sind bei der Übung dabei

Johann Michael Scheller
Eine Transall C-160D auf dem simulierten Einsatzflugplatz Jever.

Eine Transall C-160D steht auf dem simulierten Einsatzflugplatz Jever. Sie kommt aus dem Lufttransportgeschwader 63 in Hohn bei Rendsburg

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Nahaufnahme vom getarnten Zielfernrohr eines Scharfschützen.

Ein Scharfschütze überwacht im Morgengrauen das Vorgehen der Sicherungskräfte

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Im Vordergrund ein Kampfmittelbeseitiger im Schutzanzug, im Hintergrund der Roboter tEODor.

Kampfmittelbeseitiger: Mensch und Roboter können nur als Team erfolgreich sein.

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Mit einem Kran wird ein Bundeswehr-Lkw von der Straße gezogen.

Auch das gehört zur Übung: Verunfallte Wracks werden geborgen, damit die Straße wieder frei ist

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Ein Brandschützer bricht mit einem Rettungsspreizer die Tür eines Unfallwagens auf.

Ein Brandschützer bricht mit einem Rettungsspreizer die Tür eines Unfallwagens auf

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Luftwaffenpioniere montieren ein Arbeitsgerät, den Abziehhobel, zur Glättung der Kraterbefüllung.

Luftwaffenpioniere montieren ein Arbeitsgerät, den Abziehhobel, zur Glättung der Kraterbefüllung

Bundeswehr/Johann Michael Scheller
Zwei Bagger und mehrere Soldaten mit Schaufeln reparieren einen Krater auf dem Flugplatz.

Nur das Zusammenwirken von schweren Baumaschinen und Muskelkraft garantiert die rechtzeitige Auftragserfüllung

Bundeswehr/Johann Michael Scheller

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.

Bei der Großübung „FAVE 2019“ nahmen sämtliche Staffeln des Objektschutzregiments teil. Das Video zeigt viele der geübten Szenarien schnell zusammengefasst.
Transkription des Videos
von Jörn Trautmann und Marvin Pflug