Luftwaffe

Der Countdown läuft – die Objektschützer wappnen sich

Der Countdown läuft – die Objektschützer wappnen sich

  • Ausbildung
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Wittmund
Lesedauer:
2 MIN

Nicht ohne Grund wird das Objektschutzregiment der Luftwaffe als „Schweizer Taschenmesser“ bezeichnet. Ihre Aufträge sind zahlreich und die Fähigkeiten grundverschieden. In der Vorbereitung für den bevorstehenden Auslandseinsatz ab April 2021 fängt das Regiment an, die Ausbildung seiner eigenen Männer und Frauen zu vertiefen. 

Durchblick durch die Visiereinrichtung der Granatmaschinenwaffe.

Alles im Blick. Die Soldatinnen und Soldaten werden in Wittmund am schweren Maschinengewehr und der Granatmaschinenwaffe ausgebildet.

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Die 4. Staffel des Objektschutzregimentes in Wittmund ist eine der vielen ausgelagerten Einheiten. 20 Kilometer trennen sie von ihrem Mutterhaus. Dieser Tage liegt das Hauptaugenmerk der Wittmunder Soldatinnen und Soldaten auf der Ausbildung ihrer eigenen Kameradinnen und Kameraden. Gemeinsam mit der 3. Staffel des Objektschutzregimentes trainieren sie in der heißesten Zeit des Jahres. 

Zwei Soldaten bewegen sich taktisch. Einer von beiden dreht sich um. 

Die Granatmaschinenwaffe kann nicht nur vom Dach eines Fahrzeugs zum Einsatz kommen. Auch zu Fuß ist der GraMaWa-Trupp mit der 40 Kilogramm schweren Waffe unterwegs.

Bundeswehr/Sandra Süßmuth
Ein Soldat liegt auf dem Boden und baut die Lafette der Granatmaschinenwaffe zusammen. 

Es ist heiß in Wittmund, die Waffe ist schwer – doch nichts geht über die Vorsicht und das taktische Vorgehen

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Oberfeldwebel Robin ist der Zugführer des IV. Zuges der 4. Staffel. Auf seinem Plan für die kommenden Wochen stehen die Ausbildung an der FLW 200, GraMaWa-Trupp-Ausbildung (Granatmaschinenwaffe) und der militärische Nahkampf. 

Die Ladelehre für die Granatmaschinenwaffe mit einem Kaliber von 40 x 53 mm.

Kaliber 40 x 53 mmMillimeter – die Ladelehre für die Granatmaschinenwaffe

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Einsatz unter Heeresleitung 

Die Fernbedienbare leichte Waffenstation (FLW) ist der Aufbau auf dem Fahrzeugdach auf dem die Waffe ihren Platz findet. Nicht jede Waffe kann in jede FLW eingerüstet werden. Generell wird bei den Objektschützern an der FLW 100 ausgebildet – passend für das MG3. Da der Einsatz ab April aber unter der Leitung des Heeres stattfindet, muss die Ausbildung angepasst werden. 

Soldaten stehen auf dem Dach eines Eagle V und arbeiten an der fernbedienbaren leichten Waffenstation (FLW).

Die Soldaten in Wittmund werden an der fernbedienbaren leichten Waffenstation (FLW) ausgebildet – wichtig für den gemeinsamen Einsatz mit dem Heer

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Im Schwerpunkt benutzt das Heer Fahrzeuge mit einer FLW 200. Warum? Weil sie grundsätzlich mit dem sMG (schweres Maschinengewehr) und der GraMaWa ausgerüstet sind. „Die Jungs aus unseren Einsatzzügen müssen deshalb zu 200er-Schützen ausgebildet werden. Das ist einsatzrelevant“, so Robin.

Ein Soldat hat die Granatmaschinenwaffe auf dem Rücken. 

Der GraMaWa-Trupp macht sich bereit für die nächste praktische Übung. Zu dritt bilden sie ein Team. Ladeschütze, Richtschütze, Truppführer.

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Station zwei in Wittmund: GraMaWa-Trupp-Ausbildung. Die Granatmaschinenwaffe kann auch zu Fuß transportiert und zum Einsatz gebracht werden. Dazu setzt sich ein GraMaWa-Trupp aus drei Soldaten zusammen. Ein Richtschütze, ein Ladeschütze, ein Truppführer. Die 40 Kilogramm schwere Waffe wird bei heißen 30 Grad durch die Wittmunder Kaserne geschleppt. Äußerst wichtig dabei ist das taktische Vorgehen trotz der Belastung. Der Anstrengung darf nicht die Vorsicht weichen. 

Soldaten des GraMaWa-Trupps bauen das Dreibein der Granatmaschinenwaffe zusammen. 

350 Schuss pro Minute bei 1.500 Meter maximaler Schussweite – die Granatmaschinenwaffe steht am Boden auf einem Dreibein

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Im Nahkampf gibt es keine Regeln

Aus der Halle 28 in Wittmund tönen dumpfe Schläge und laute Musik. Was nach wilder Sause klingt, ist harte Arbeit. Die Ausbildungsgruppe ist nassgeschwitzt bis auf die Knochen, aber Robin treibt sie weiter an. Mit Blue Guns, Helm und Plastikschlagstöcken gehen die Jungs aufeinander los. „Im Nahkampf gibt es keine Regeln. Das Einzige was zählt ist, dass du überlebst“, so Robin. 

Ein Soldat mit einem Helm hat eine Gewehrsimulation in der Hand. 

Mit sogenannten Blue Guns, also Gewehrsimulationen, trainieren die Soldaten in Wittmund den militärischen Nahkampf

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Die Nahkampfausbildung gehört zum sogenannten „combat ready“-Status. Erst nach dieser Ausbildung sind die Objektschützer auf ihrem Dienstposten einsatzbereit. Der militärische Nahkampf besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Krav Maga und Brazilian Jiu Jitsu. Vom Krav Maga übernehmen die Soldaten die Schlag- und Abwehrtechniken, vom Jiu Jitsu alle Griffe und Hebel am Boden. 

Zwei Soldaten stehen sich mit Helmen gegenüber.

Der militärische Nahkampf ist eine Mischung aus Krav Maga und Brazilian Jiu Jitsu

Bundeswehr/Sandra Süßmuth

Semper Communis 

Die Stationsausbildung in Wittmund ist nur ein Teil der Übungskette, die in den kommenden Monaten folgt. Der gemeinsame Einsatz erfordert eine gemeinsame Ausbildung. Die Soldaten erleben alles zeitgleich – angefangen von der Einkleidung für die tropischen Sphären, über kohäsive Übungen mit dem Heer, bis hin zu großen Sammelimpfungen. Schon in dem Jahr vor dem Einsatz wachsen die Soldatinnen und Soldaten eng zusammen – semper communis. Immer gemeinsam. 

Ein Soldat hilft dem anderen hoch.

Semper Communis – Immer gemeinsam. Das ist der Leitsatz des Objektschutzregimentes der Luftwaffe.

Bundeswehr/Sandra Süßmuth
von Sandra Süßmuth