Luftwaffe

Grundausbildung „made in Germersheim“ – kreativ und zielorientiert

Grundausbildung „made in Germersheim“ – kreativ und zielorientiert

  • Bundeswehr
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Datum:
Ort:
Germersheim
Lesedauer:
4 MIN

Grundausbildung in Zeiten von Corona – eine absolute Herausforderung. Doch wenn ein Verband dem mit Kreativität begegnen und diesen Auftrag erfolgreich umsetzen kann, ist es das Luftwaffenausbildungsbataillon mit seinen Grundausbildungseinheiten im rheinland-pfälzischen Germersheim sowie im bayerischen Roth.

In der Germersheimer „Südpfalz-Kaserne“ haben die Soldatinnen und Soldaten unter der Führung Ihres Kommandeurs, Oberstleutnant Peter Eckert, vor rund einem Jahr quasi von einem Tag auf den anderen 126 „Wuhan-Rückkehrer“ untergebracht. Die dabei gesammelten Erfahrungen sensibilisierten die Soldaten schon früh im präventiven Umgang mit dem Virus. Davon, wie unter anderem diese Erfahrungen in die Ausbildung einfließen, überzeugte sich am 19. Februar 2021 die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, bei einem Truppenbesuch. 

Früh Erfahrungen mit Corona gesammelt 

Innerhalb von weniger als 48 Stunden wurden Anfang Februar 2020 ein noch brandneues und bis dato leerstehendes Gebäude mit 128 Stuben mit Möbeln und frisch bezogener Bettwäsche ausgestattet, Desinfektionsspender aufgestellt, von Waschmaschinen bis zu Babywindeln nahezu alle Dinge des täglichen Bedarfs für die zu betreuenden Menschen an den Start gebracht. Ein Sicherheitskonzept wurde erstellt, eine eigene Operationszentrale 24/7 betrieben, Schleusen- und Zufahrtsverfahren sowie die Verpflegung und auch die Abfallentsorgung wurden kurzfristig geregelt. Dabei wäre nichts ohne ein gutes Zusammenspiel mit dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Zweibrücken, dem örtlichen Sanitätsversorgungszentrum und dem Verpflegungsamt der Bundeswehr gegangen. 

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In Gemersheim arbeiten alle professionell zusammen.

Die Kräfte der Bundeswehr und des Deutschen Roten Kreuzes arbeiten zusammen in Germersheim

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Pressekonferenz in Germersheim

Während der Pressekonferenz wurden die Fragen der Redakteure beantwortet

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Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt in Germersheim.

Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes bilden eine Menschenkette, um Abläufe zu beschleunigen

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Noch vieles mehr hat diese besondere Zeit vor einem Jahr geprägt, denn auch damals liefen ja die Grundausbildung und auch die Einsatzvorbereitende Ausbildung (EVA) der Luftwaffe am Standort Germersheim parallel weiter.  „Wir waren schon früh recht weit, wir hatten einen intensiven Lerneffekt aus dem Umgang mit den Wuhan-Rückkehrern“, sagt Oberstleutnant Eckert heute rückblickend. 

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Der Checkin in Wuhan für die Passagiere des A310

Das Boardingpersonal hat sich auf den Checkin der Passagiere aus Wuhan vorbereitet

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Ansicht Wuhan Airport aus dem A310

Die Ansicht des Wuhan Airport aus dem Cockpit des A310

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Ansicht Wuhan Airport aus dem A310

Die Ansicht des Wuhan Airport aus dem Cockpit des A310

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Ansicht Wuhan Airport aus dem A310

Die Ansicht des Wuhan Airport aus dem Cockpit des A310

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A310 am Gate in Wuhan

Der A310 der Luftwaffe mit der Kennung 10+23 steht am Gate in Wuhan und wird für den Rückflug vorbereitet

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Diese Effekte zeigen sich in der aktuellen Umsetzung des Ausbildungsauftrags unter Pandemie-Bedingungen deutlich. Zahlreiche, umfangreiche und komplexe Weisungen und Auflagen mussten und müssen umgesetzt werden, Ausbildungsinhalte, Strukturen und die Infrastruktur wurden und werden an bestehende Hygiene-Konzepte und Infektionsschutzauflagen angepasst. „Nicht auszubilden ist schließlich keine Option“, so Eckert. 

Nur die Hälfte der Rekruten vor Ort 

Deutlichstes Zeichen – ganz im Sinne der größtmöglichen Reduzierung der Kontakte – ist die Verkürzung der Präsenzzeit der Rekruten in der Grundausbildung. Lediglich sechs der insgesamt zwölf Wochen sind sie vor Ort. In der restlichen Zeit eignen sie sich theoretische Inhalte im Selbststudium aus der Ferne an. Dazu werden umfangreiche Informationspakete verschickt, es besteht zusätzlich die Möglichkeit, per Internet auf ein Informationsportal zuzugreifen. Auch telefonisch sind die Ausbilder für die jungen Soldaten da, auch wenn das natürlich nicht immer sofort klappt. Schließlich sind sie in der Kaserne ja mit der praktischen Ausbildung der anwesenden Soldaten beschäftigt. 

Zwei Rekruten liegen im Gras und orientieren sich mit Karte und Kompass im Gelände.

Mit Karte und Kompass wird sich im Gelände orientiert

Bundeswehr/Pressestelle Luftwaffenausbildungsbataillon

Im Ergebnis wurden „6-Mann-Stuben“ zu Unterkünften für einen, im Ausnahmefall bis maximal drei Soldaten, die die praktischen Anteile der Grundausbildung in Germersheim absolvieren. Für sie gibt es feste Nutzungszeiten für Duschen und Sanitäranlagen, Einbahnstraßenregelungen in den Gebäuden, Lüftungskonzepte für zu nutzende Räume und feste Essenszeiten. Schon bei der Ankunft erhalten die jungen Soldaten FFP2-Masken, wo immer es geht, werden bestimmte Personengruppen zusammengehalten. 

Ein Soldat sitzt an der Seitentür eines Hubschrauber-Dummys. Die Raum ist verraucht.

In der Grundausbildung werden die Rekrutinnen und Rekruten im Bereich Erste-Hilfe-Maßnahmen ausgebildet. Bei der Luftwaffe kommen bei den Übungsszenarien auch Luftfahrzeugsdummys zum Einsatz.

Bundeswehr/Pressestelle Luftwaffenausbildungsbataillon

Abgestimmt und fortwährend aktualisiert wurden alle Maßnahmen mit den zuständigen Überwachungsstellen für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Auch ein Höhepunkt der Grundausbildung, das Gelöbnis, musste konzeptionell an die pandemische Lage angepasst werden. 

Erfolgreich auch in Pandemie-Zeiten

Die Bilanz des „Tors zur Luftwaffe“, wie das Bataillon aufgrund seines Ausbildungsauftrags für Soldaten in der Laufbahn der Mannschaften (Soldaten auf Zeit und Freiwillig Wehrdienstleistende) sowie für die Offizieranwärterinnen und -anwärter der Luftwaffe genannt wird, kann sich sehen lassen. Durchliefen 2019, also weit vor der Pandemie, 1.363 Soldaten die Allgemeine Grundausbildung, waren es im Corona-Jahr 2020 in Summe 1.377. „Im Ergebnis bin ich auch mit der Qualität, also dem erreichten Ausbildungsniveau, wirklich zufrieden, sagt Oberstleutnant Eckert. „Man darf schließlich nicht vergessen, dass wir uns alle in einer besonderen Lage befinden und eben unter diesen Bedingungen des Bestmögliche erreichen müssen.“

 

Zwei Rekrutinnen stehen an der Motorhaube eines Fahrzeuges und Besprechen ihr weiteres Vorgehen.

Im Gelände müssen sich die Rekrutinnen und Rekruten stets absprechen und ihr weiteres Vorgehen während den Übungen planen

Bundeswehr/Pressestelle Luftwaffenausbildungsbataillon
Drei Soldaten tragen in einem Übungsszenario einen Verletzten aus einem vernebelten Raum heraus.

In der Ausbildung werden Szenarien so realitätsnah wie möglich dargestellt damit die Rekrutinnen und Rekruten ein bestmögliches Trainingserlebnis haben

Bundeswehr/Pressestelle Luftwaffenausbildungsbataillon

Lob der Ministerin 

Bei ihrem Truppenbesuch verschaffte sich die Verteidigungsministerin persönlich ein Bild von der Grundausbildung in Zeiten der Pandemie. In den Gesprächen Annegret Kramp-Karrenbauers mit Ausbildern und auszubildenden Soldaten wurde schnell deutlich, dass sich alle gut und mit einer gehörigen Portion Flexibilität auf die aktuelle Situation eingestellt haben. „Wie das Luftwaffenausbildungsbataillon die Grundausbildung unserer jungen Soldaten hier unter den aktuellen Bedingungen umsetzt, hat mich wirklich überzeugt“, so die Ministerin am Ende ihres Besuchs. Sie sei „sehr beeindruckt“ von der Leistungsfähigkeit, dem Leistungswillen und der Kreativität der Bataillonsangehörigen. Ein schönes Kompliment für Oberstleutnant Eckert und seine Soldaten, für die – im Gegensatz zum Rest der Republik – Corona schon seit dem 1. Februar 2020 das dominierende Thema ist.

Verteidigungsministerin im Gespräch mit Soldaten

Bunderministerin der Verteidigung besucht das Luftwaffenausbildungsbataillon in Germersheim.

Bundeswehr/Miriam Altfelder


von Michael Wils-Kudiabor