Luftwaffe

Heilende Hände

Heilende Hände

  • Arctic Challenge
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Rovaniemi
Lesedauer:
2 MIN

Unter der Mitternachtssonne Finnlands findet in diesem Jahr die Luftwaffenübung Arctic Challenge Exercise 2021 (ACE 2021) statt. Damit die deutschen Soldatinnen und Soldaten während der Zeit im Norden einsatzbereit bleiben, ist unter anderem Physiotherapeutin Miriam Engels Teil des Kontingents.

Eine Frau zeigt an Ihrem Hals. Eine Person ist unscharf im Vordergrund zu sehen

Beschwerden werden auch mal unter freiem Himmel besprochen

Bundeswehr/Jane Schmidt

Leistungsfähigkeit durch richtige Behandlung

In Nörvenich, Heimatstandort des Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“, ist Miriam Engels Angehörige des Fliegerarztteams.

Als Physiotherapeutin des Geschwaders arbeitet sie täglich daran, dass die Eurofighterpiloten beschwerdefrei ins Cockpit steigen können. Sie sorgt gemeinsam mit ihren Kameraden dafür, dass die Piloten ihre anspruchsvolle und fordernde Tätigkeit lange und effektiv ausüben können.

Physiotherapie auf Übungen nicht mehr wegzudenken

Im Friedensflugbetrieb werden die Besatzungen regelmäßig auf internationalen Übungen gefordert. Seit 2011 nehmen auch Physiotherapeuten an diesen Übungen teil. Die Arbeit von Miriam Engels bleibt gleich, jedoch behandelt sie hier in Finnland nicht nur die Piloten, sondern alle Kontingentangehörige.

Eine Frau beklebt den Nacken einer Person mit einem blauen Klebeband

Auch das Anlegen von Kinesiotapes gehört zum Repertoire der Physiotherapeutin

Bundeswehr/Jane Schmidt

„Das ist meine zweite Übung nach Red Flag in Las Vegas im letzten Jahr. Als Physiotherapeutin bei der Luftwaffe stehen uns andere Möglichkeiten offen, wofür ich sehr dankbar bin und was unseren Beruf besonders interessant macht“, erklärt Engels und ergänzt: „Mir gefällt besonders der starke Zusammenhalt unter den Kameraden während eines Kommandos. Hier lerne ich Menschen kennen, mit denen ich im normalen Dienstbetrieb in Deutschland kaum etwas zu tun habe“.

Eine Frau und ein Mann betrachten einen bedruckten Zettel

Auf Übungen gibt es Kontakte zu Personen, die man sonst im Dienstalltag kaum trifft

Bundeswehr/Jane Schmidt

Sollte eine Soldatin oder ein Soldat Beschwerden haben, findet eine Untersuchung durch den Fliegerarzt statt. Er ordnet die anschließende physiotherapeutische Behandlung an. So wird dafür gesorgt, dass es weniger personelle Ausfälle gibt und der Flugbetrieb reibungslos weiterlaufen kann. Steht gerade keine Therapie an, unterstützt sie den Fliegerarzt bei seinen Aufgaben.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und beschreibt eine Karteikarte

Wenn keine Behandlungen anstehen, unterstützt Miriam Engels den Fliegerarzt bei seinen Aufgaben

Bundeswehr/Jane Schmidt

Ungewohnte Bedingungen

Tagsüber sind die Übungsteilnehmenden in ihrer täglichen Arbeit stark eingebunden. So kommt es häufig vor, dass Behandlungen erst nach dem eigentlichen Dienst abends und am Wochenende stattfinden.

Akute Beschwerden werden selbstverständlich sofort angegangen. Dafür stehen sowohl auf der Rovaniemi Air Force Base, als auch im Hotel Räumlichkeiten zur Verfügung, die in Behandlungsräume umfunktioniert wurden.

Diese sind nicht ausgestattet wie in Deutschland, so dass hier improvisiert werden muss.

„Die Arbeitsbedingungen sind körperlich teilweise anstrengender. Gemäß dem Motto ‚Leben in der Lage‘ sind es aber genau diese Herausforderungen, denen ich mich immer wieder gerne stelle.“

Eine Frau behandelt eine Person auf dem Boden. Als Unterlage wird eine dünne Matratze genutzt

Eine Frau behandelt einen Soldaten im Hotel

Bundeswehr/Jane Schmidt
Eine Frau behandelt einen Mann der auf einer Trage liegt

Miriam Engels führt ihre Behandlungen im Fliegerarztzimmer auf einer Feldtrage durch

Bundeswehr/Jane Schmidt

Die Physiotherapeuten der Luftwaffe sind sehr gut ausgebildet und verfügen in der Regel über langjährige Erfahrung. Sie sind es gewohnt, fernab der Heimat unter nicht immer optimalen Bedingungen zu arbeiten. Einschränkungen bei Ausstattung und Arbeitsbedingungen machen sie durch Erfahrung und weitreichende Qualifikationen wieder wett.

Wenn die Therapie endet, kann anschließend immer noch die Wärme einer finnischen Sauna als unterstützender Faktor genutzt werden.

Die physiotherapeutische Begleitung bei Übungen wie Arctic Challenge 21 ist seit Jahren nicht mehr wegzudenken. So auch diesmal in Finnland.

von David Joliet

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