Die Reserve der Bundeswehr
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Aufwuchs und Neuer Wehrdienst – was bedeutet das für Ausbildungseinrichtungen? Verteidigungsminister Pistorius spricht darüber bei seinem Truppenbesuch im bayerischen Roth mit Angehörigen der Offizierschule der Luftwaffe und des Heimatschutzregiments 1.
Minister Boris Pistorius spricht zudem mit Lehrgangsteilnehmenden der Offizierschule der Luftwaffe über deren Ausbildung und ihre persönlichen Erfahrungen
Bundeswehr/Cora Mohrdieck„Unsere Bundeswehr lebt von Vertrauen, von Rückhalt und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für dieses Land zu übernehmen – mit und ohne Uniform“, betont Boris Pistorius am 3. Februar 2026 vor den Soldatinnen und Soldaten, die sich im Ludger-Hölker-Saal der Offizierschule der Luftwaffe in Roth versammelt haben. Erst vor wenigen Monaten ist die Schule aus Fürstenfeldbruck an den Standort Roth umgezogen. Dort steht nun ein moderner Campus mit neuen Möglichkeiten für eine noch bessere Ausbildung der Führungskräfte der Luftwaffe.
Bei seinem Truppenbesuch dort spricht der Minister mit Offizierinnen und Offizieren, Offizieranwärterinnen und Offizieranwärtern sowie Angehörigen des Heimatschutzregiments 1. Dabei ist Ausbildung in Zeiten des Aufwuchses das zentrale Thema. Was bedeutet die veränderte Sicherheitslage für die Ausbildungsinhalte und deren Ablauf? Wie wird beim Heimatschutz mit dem Neuen Wehrdienst umgegangen und welche Anforderungen werden an die Infrastruktur gestellt? Die Antworten auf diese Fragen sind derzeit zentral.
In seiner Rede stellt Pistorius klar, dass neue Wege bei der Planung und Billigung von Großprojekten gegangen würden. Als Beispiele nennt der Minister die Aufstellung einer deutschen Heeresbrigade in Litauen, die erfolgreich innerhalb weniger Jahre umgesetzt wurde, und den geplanten Bau von Unterkünften für über 40.000 Wehrdienstleistende.
Eine moderne Infrastruktur sei eine Grundvoraussetzung für eine schlagkräftige Truppe, so Pistorius. Deshalb sei das Ausgabevolumen für Infrastrukturmaßnahmen in den letzten Jahren jeweils um 20 Prozent gesteigert worden.
Für eine verteidigungsfähige Bundeswehr ist aber auch gut ausgebildetes Führungspersonal essenziell. Pistorius hebt besonders die Werte der Bundeswehr hervor, die sich aus dem Grundgesetz ergeben. Er appelliert an die künftigen Führungskräfte, sich ihrer Verantwortung für die Wahrung dieser Werte bewusst zu sein. Der wesentliche Auftrag von Führung sei das Vorleben dieser Werte. Gerade angesichts der aufwachsenden Bundeswehr sei dies wichtig, um den jungen Menschen Orientierung geben zu können.
Minister Pistorius hält während seines Truppenbesuches am Standort Roth eine Rede vor Soldatinnen und Soldaten und zivilen Mitarbeitenden der Offizierschule der Luftwaffe und des Heimatschutzregiments 1
Bundeswehr/Cora Mohrdieck2025 hat die Bundeswehr 23 Prozent mehr Soldatinnen und Soldaten eingestellt als im Vorjahr. Damit war es das beste Einstellungsjahr in zwölf Jahren. Zudem sind bereits über 40.000 QR-Codes für Fragebögen für den Neuen Wehrdienst verschickt worden. Dieser ist seit Jahresbeginn in Kraft und soll noch mehr Freiwillige für den Wehrdienst gewinnen.
Das Heimatschutzregiment 1 in Roth bildet Freiwillig Wehrdienstleistende in der Basisausbildung aus. In sechs Monaten lernen sie die grundlegenden Fähigkeiten des militärischen Dienstes, damit sie später als Reservistendienstleistende in der Bundeswehr dienen können. „Ohne die Reserve wäre der Heimatschutz in Deutschland überhaupt nicht denkbar“, stellt der Minister fest und nennt die Heimatschutzkräfte eine tragende Säule der Sicherheit. Zu den Aufgaben des Heimatschutzes zählen unter anderem die Amtshilfe für zivile Behörden bei Naturkatastrophen und im Verteidigungsfall der Schutz von militärischen Einrichtungen und verteidigungswichtiger Infrastruktur. Um die aktuell sechs Heimatschutzregimenter effizient führen zu können, wurde zum 1. April 2025 die Heimatschutzdivision im Deutschen Heer aufgestellt.
Von der realitätsnahen Ausbildung in Roth überzeugt sich Verteidigungsminister Pistorius direkt auf der nahe gelegenen Schießbahn. Dort begleitet er die Schießausbildung und die praktische Führungsausbildung. Bei dieser werden Lehrgangsteilnehmende der Offizierschule als Führungspersonal eingesetzt und in simulierten Lagen ausgebildet. Darunter fallen beispielsweise Extremsituationen, bei denen die Versorgung von Verwundeten und die zeitgleiche Sicherung und Meldung des Vorfalls überwacht werden müssen. Auch das richtige Verhalten bei der Sichtung einer Drohne wird trainiert. Die Ausbildung ist realistisch, Entscheidungen müssen die Lehrgangsteilnehmenden unter Zeitdruck fällen. Der Grundsatz lautet: Zuerst im sicheren Rahmen üben, Fehler erkennen, offen besprechen und so besser werden.
Erfreulich für den Minister war, dass sich mehr als die Hälfte der Freiwillig Wehrdienstleistenden vor Ort für eine längere Verpflichtungszeit in der Bundeswehr entschieden haben – offenkundig ein Zeichen dafür, dass die Ausbildung als sinnvoll wahrgenommen wird und erfolgreich ist.
von Phillip Beller