Luftwaffe
Eurofighter-Simulator

Virtuelles Fliegen: Eurofighter-Piloten erleben realitätsnahe Trainingsmissionen neu

Virtuelles Fliegen: Eurofighter-Piloten erleben realitätsnahe Trainingsmissionen neu

Datum:
Ort:
Laage
Lesedauer:
2 MIN

Die Welt des Fliegens wird für Eurofighter-Piloten am Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage gerade revolutioniert. Mit der Einführung neuer hochmoderner Simulatoren tauchen sie in eine realistische Flugerfahrung ein, die dem echten Eurofighter-Erlebnis verblüffend nahekommt.

Ein Pilot sitzt im Cockpit

Neuer Eurofighter-Simulator in beim Taktischen Luftwaffengeschwader 73 in Laage: anstatt der bisher 4.000 Flugstunden real, sind jetzt bis zu 9.000 Trainingsflüge möglich.

Bundeswehr/Cora Mohrdieck

In einer blauen Kuppel mit einem originalgetreuen Eurofighter-Cockpit erleben die Piloten ein intensives Fluggefühl, das durch 18 Projektoren erzeugt wird und sämtliche Flugmanöver, Notverfahren und Taktiken simuliert. Dabei wird das Cockpit nur minimal bewegt, während sich die Bilder an der Innenwand der Kuppel bewegen und so ein authentisches Flugerlebnis schaffen.

Die neuen Simulatoren sind nicht nur qualitativ hochwertig, sondern ermöglichen auch eine effizientere Ausbildung. „Qualitativ sind die neuen Simulatoren ein Riesengewinn“, sagt Oberst Gerd Schnell, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 . Bisher standen in Laage nur zwei Trainingsgeräte zur Verfügung, jetzt können bis zu vier Piloten gleichzeitig im virtuellen Schwarm fliegen. Zusätzlich können die Simulatoren in Laage mit anderen Eurofighter-Standorten der Luftwaffe, aber auch weltweit, vernetzt werden, was gemeinsame Missionen mit bis zur Geschwaderstärke in der virtuellen Welt ermöglicht.

Triebwerksausfälle und gegnerische Kampfjets

Die Trainingsmissionen sind anspruchsvoll und realitätsnah. Von Kontrollzentren aus können Simulator-Trainer den Piloten gefährliche Situationen simulieren, die sie in der echten Welt nicht trainieren könnten, wie zum Beispiel Triebwerksausfälle oder Kollisionen mit Vögeln. Dabei können auch Wind und Wetter im Simulator verändert werden, um die Piloten auf alle Eventualitäten vorzubereiten.

Um in einer Luftkampfübung weiteren Realismus einziehen zu lassen, können gegnerische Maschinen aufsteigen. Russische Migs und Suchois, aber auch amerikanische F-15 oder F-18, die Raketen abschießen, stellen Herausforderungen dar, die es zu meistern gilt. 

Trotz der Intensität des virtuellen Trainings bleibt die Sicherheit der Piloten oberste Priorität. In der Basisausbildung werden die Schüler nicht demotiviert oder überfordert, sondern erhalten ein angepasstes Training, das sie schrittweise an komplexe Kampfmanöver heranführt.

Geschützt vor neugierigen Blicken

Die Vorteile des Simulators gehen jedoch über das Training hinaus. Die virtuellen Flüge ermöglichen den Piloten, den deutschen Luftraum frei zu nutzen und sogar Tiefflüge über Gebieten durchzuführen, in denen dies in der Realität nicht möglich wäre. Darüber hinaus bieten die simulierten Übungen einen guten Schutz vor neugierigen Blicken ausländischer Militärbeobachter. Für russische Militärschiffe und Aufklärungsflugzeuge, die auf und über der Ostsee unterwegs sind, „sind wir ja nicht aufklärbar“, stellt Oberst Schnell heraus.

Nicht alles geht

Obwohl die Ausbildung im Simulator einen Großteil der Flugstunden ausmacht, gibt es eine Sache, die nicht simuliert werden kann: die hohen G-Kräfte, die auf die Piloten wirken. Dennoch bietet das Training im Simulator eine schonendere Alternative für Rücken und Halswirbelsäule der Piloten im Vergleich zum echten Flug mit dem Überschalljet.

Insgesamt bieten die neuen Simulatoren der Luftwaffe eine innovative und effektive Trainingsmöglichkeit für Eurofighter-Piloten, die es ihnen ermöglicht, sich optimal auf ihre Einsätze vorzubereiten und gleichzeitig die Belastungen des echten Fliegens zu reduzieren.

von Thomas Skiba