Luftwaffe
Luftwaffenübung

Ein perfektes Team: deutsche Eurofighter und schwedische Gripen

Ein perfektes Team: deutsche Eurofighter und schwedische Gripen

Datum:
Ort:
Laage
Lesedauer:
2 MIN

Die Luftwaffe hat bereits kurz nach dem Beitritt Schwedens die Zusammenarbeit mit dem neuen NATO-Partner aufgenommen. Schwedische Luftwaffensoldaten besuchten eine Woche lang mit fünf Kampfjets Saab JAS 39 Gripen den Fliegerhorst Laage, um dort mit deutschen Eurofighter-Crews zu trainieren. Ergebnis der Übung: Beide Seiten ergänzen sich ausgezeichnet.

Zwei graue Kampfflugzeuge nebeneinander im Flug über weißen Wolkenbändern

Ein deutscher Eurofighter und ein schwedisches Kampfflugzeug Gripen üben in enger Formation den Kurvenkampf. Dabei stimmen sich die Piloten genau ab.

Bundeswehr/Stefan Petersen

Das gemeinsam gesteckte Lernziel der Mission ist erreicht: Die Eurofighter mit dem Wappen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ und das Kampfflugzeug Saab JAS 39 Gripen mit dem Drei-Kronen-Symbol der schwedischen Luftwaffe haben perfekt zusammengearbeitet. Der simulierte Gegner – ein Mix von Gripen und Eurofightern, verstärkt durch zivile Jets zur Zieldarstellung – war in der Überzahl, konnte sich im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern aber dennoch nicht durchsetzen.

Beim Debriefing nach der Landung auf dem Fliegerhorst Laage ist der schwedische Oberstleutnant Johan Jeppson ebenso zufrieden wie der Kommandeur der Waffenschule Luftwaffe, Oberstleutnant Dirk „Willi“ Pingel, und Oberst Gerd Schnell, Kommodore des „Steinhoff“-Geschwaders. Das Geschwader ist Gastgeber für die erste gemeinsame Übung nach dem NATO-Beitritt der Schweden.

Austausch auf Ebene der Waffenschulen

Laage war die natürliche Wahl für den einwöchigen Besuch: „Wir haben nur 45 Minuten Flugzeit hierher“, sagt Jeppson, der in Schweden als Chef der nahe des Herstellerwerks Saab in Linköping angesiedelten Gripen-Test-Einheit fungiert. Diese ist auch für die taktische und operationelle Weiterentwicklung zuständig und das Pendant zur deutschen Waffenschule Luftwaffe. So war es Wunsch der Schweden, den Austausch auf dieser Ebene zu starten.

Ein Soldat mit Aufzeichnungen in den Händen steht vor einem Jet

Oberstleutnant Johan Jeppson ist der Chef der schwedischen Gripen-Test-Einheit und fungierte als Kommandoführer des schwedischen Kontingents in Laage

Bundeswehr/Stefan Petersen

Gemeinsam wurde denn auch kräftig geübt in dieser Woche – dreimal täglich waren die Schweden mit jeweils vier ihrer fünf mitgebrachten Gripen in der Luft, um mit den deutschen Eurofightern gemeinsam zu fliegen und simuliert zu kämpfen. „Wir sind die idealen Partner“, erläutert Pingel. „Beide Flugzeuge können exakt die gleichen Waffen tragen sowohl als Jäger wie auch als Jagdbomber.“ Und jetzt, wo die Schweden vollwertige NATO-Mitglieder seien und nicht nur als Gäste an Manövern teilnehmen, sei es wichtig, die Integration rasch voranzutreiben, ergänzt Schnell: „Zusammen trainieren, voneinander lernen und Unterschiede ausgleichen.“

Vertiefung des Kontaktes schon geplant

Dabei war der Trainingseffekt auf Luftwaffenseite nicht nur auf die Waffenschule Luftwaffe beschränkt. Auch Personal des derzeit nach Laage verlegten Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ war beteiligt. Und die elf schwedischen Piloten kamen aus allen drei Gripen-Einsatzverbänden, während Jets und Techniker des 40-köpfigen Kontingentes vom Geschwader F7 in Såtenäs gestellt wurden. Schnell und Pingel haben schon die Vertiefung des Kontaktes im Blick. „Durch die räumliche Nähe können wir über der Ostsee gemeinsam üben. Und die Waffenlehrerkurse können sich künftig gegenseitig unterstützen“, konstatiert Schnell beim Abschluss der Übung.

von Stefan Petersen

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