Luftwaffe
Hannover Shield 2023

Wertvolle Erkenntnisse für die Landes- und Bündnisverteidigung

Wertvolle Erkenntnisse für die Landes- und Bündnisverteidigung

Datum:
Ort:
Hannover
Lesedauer:
2 MIN

Mission accomplished: Die drei Eurofighter der Bundeswehr, die erstmals für mehrere Tage auf dem zivilen Flughafen Hannover stationiert waren, sind wieder an ihrem militärischen Standort in Rostock-Laage gelandet. Damit hat die Luftwaffe ihre Übung Hannover Shield 2023 erfolgreich beendet.

Ein Eurofighter steht am frühen Morgen auf dem Flughafen Hannover.

Auf dem Flughafen Hannover „parkten“ die Eurofighter auf dem freien Flugfeld anstatt in Hangars

Bundeswehr/Daniel Redell

„Wir haben in dieser Woche insgesamt sieben Trainingsflüge über dem Norden absolviert und konnten dabei wertvolle Erfahrungen sammeln, was unsere Fähigkeiten in der Landes- und Bündnisverteidigung angeht“, sagt Oberst Björn Andersen, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 “Richthofen“ aus Wittmund, der die Übung verantwortet hat. Der Erkenntnisgewinn beziehe sich nicht nur auf die „ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Personal des Flughafens Hannover“, sondern beispielsweise auch auf den Betrieb bei kalten Temperaturen.

Enteisung auf dem offenen Flugfeld

Mit Hannover Shield 2023 hat die Luftwaffe erstmals den Schutz einer deutschen Großstadt aus der Luft von einem zivilen Flughafen aus geübt. Eine Besonderheit war, dass die Eurofighter hier nicht – wie im normalen Flugbetrieb – in einem Hangar „parkten“, sondern auf einem freien Flugfeld. „In der Nacht zu Dienstag hatten wir Minustemperaturen, deswegen sahen unsere Jets am nächsten Morgen aus wie Eiszapfen“, schildert Oberst Andersen. Aus dem Grund sei eine geplante frühe Trainingsrunde ausgefallen. Soldaten seines Geschwaders hätten die Situation aber zusammen mit ihren zivilen Kollegen schnell gelöst und die Jets mit Heißluftgebläsen startklar gemacht.

„Genau deswegen machen wir solche Übungen“

Nun gehe es darum, standardisierte Verfahren zu entwickeln, um die Kampfflugzeuge bei Bedarf auch abseits militärischer Liegenschaften zügig enteisen zu können. „Genau aus diesem Grund machen wir solche Übungen“, sagt Oberst Andersen, „damit wir im Ernstfall auf alles vorbereitet sind“. Sein Fazit nach Hannover Shield 2023 lautet: „Trainingsziel voll erfüllt.“

Anfang der Woche waren drei unbewaffnete Eurofighter auf dem Flughafen Hannover gelandet. Erstmals stationierte die Luftwaffe für mehrere Tage Kampfflugzeuge samt Personal auf einem zivilen Flughafen, um im Ernstfall eine deutsche Großstadt vor Gefahren aus der Luft wie tieffliegende Marschflugkörper oder Drohnen besser schützen zu können.

Nachdem die Luftwaffe im Sommer mit der Großübung Air Defender 2023 erfolgreich das Zusammenspiel mit internationalen Partnern geübt hatte, ging es ihr bei „Hannover Shield 2023“ darum, die Verfahren ziviler Kooperationspartner und auch regionale Besonderheiten näher kennen zu lernen.  Damit in einem Ernstfall alles reibungslos funktioniert, müssen die Piloten, aber auch das Personal des Flughafens das Zusammenspiel von militärischen und zivilen Prozessen üben.

Auf dem Flugfeld des Hannover Airport steht ein Eurofighter, den Soldaten vom Nachtfrost befreien.

Gegen den Nachtfrost: Wittmunder Soldaten machen einen von drei Eurofightern mit Heißluftgebläsen startklar

Bundeswehr/Daniel Redell
Auf dem Flugfeld des Hannover Airport wird ein Eurofighter von einem zivilen Fahrzeug gezogen.

Die Luftwaffe stützte sich bei der Übung komplett auf die zivile Infrastruktur des Hannover Airport ab, dazu gehören auch die Fahrzeuge, die die Flugzeuge von ihren Parkpositionen wegziehen

Bundeswehr/Daniel Redell
von Simone Meyer