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Klasse F125: „Baden-Württemberg“ an Bundeswehr übergeben

Klasse F125: „Baden-Württemberg“ an Bundeswehr übergeben

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Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
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Das Bundeswehr-Ausrüstungsamt BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat am 30. April die Fregatte „Baden-Württemberg“ von der Industrie abgenommen. Das Projekt ist anschließend nahtlos in die Vorbereitungen der Indienststellung bei der Marine übergegangen. Angestrebt ist, das Schiff im Juni dieses Jahres noch in Dienst zu stellen.

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Der symbolische Handschlag zwischen dem Leiter der BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr-Abnahmekommission Kasemann und ARGE-Projektleiter Rogge besiegelt die Abnahme.

Bundeswehr/Dennis Kramer

Das Ausrüstungsamt BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat die erste Fregatte „Baden-Württemberg“ der Klasse F125 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven in einem offiziellen Akt von der Projekt- beziehungsweise Arbeitsgruppe der Industrie, der ARGE F125, entgegengenommen. Die Unterzeichnung der Abnahmedokumente begleiteten auf Seiten des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Projektleiter Marc Steffens und der Leiter der Abnahmekommission Daniel Kasemann. Für die ARGE F125 war Projektleiter Christian Rogge vertreten.

Nach der Abnahme und bis zur Indienststellung werden Marine und Industrie die „Baden-Württemberg“ mit weiteren Seefahrten technisch auf ihre sogenannte Einsatzprüfung vorbereiten. Dazu gehört, das Vermessen der abstrahlprüfpflichtigen ITInformationstechnik-Geräte abzuschließen. Diese Vermessung ist Baustein zum Einbinden des Schiffes in den ordnungsgemäßen Betrieb im ITInformationstechnik-System der Bundeswehr. Parallel mit der Übergabe wechselt das Schiff mit seinen ITInformationstechnik-Anlagen so auch von seinem bisherigen Erprobungsnetzwerk in den eigentlichen Kommunikationsverbund der Streitkräfte.

Ebenso gehören zur Vorbereitung auf die Einsatzprüfung sicherheitstechnische Prüfungen, unter anderem der Aussetzvorrichtungen für die Beiboote und der Überdruckanlage des Schiffs. Um die während der Einsatzprüfung verfügbare Zeit effizient nutzen zu können, werden diese, zum Teil jährlich erforderlichen, Prüfungen bereits vor der Einsatzprüfung abgearbeitet.

Zudem erledgit die ARGE auch nach der Abnahme des Schiffs noch Restpunkte des Bauprojekts ab. Das hatten Bundeswehr und Industrie noch zuvor, kombiniert mit entsprechenden finanziellen Einbehalten, vereinbart.

Gesteigerte Automatisierung, hohe Ausdauer im Einsatz

Ein graues Kriegsschiff in See.

Die „Baden-Württemberg“ auf Erprobungsfahrt im Skagerrak 2016. Noch ist ihr Heimathafen der Werftstandort Hamburg.

Bundeswehr/Carsten Vennemann

Der Bundeswehr wird mit der „Baden-Württemberg“ eines der weltweit modernsten und technologisch führenden Marineschiffe zur Verfügung stehen. Die von Grund auf neu konzipierten Schiffe der Klasse F125 sind in der Lage, hohe Anforderungen zu erfüllen, die aus weltweiten und langdauernden Einsätzen resultieren.

Durch einen gesteigerten Automatisierungsgrad und reduzierte Wartungsanforderungen wurde es möglich, die Besatzungsstärke von rund 200 bei den ältesten Fregatten der Klasse 122 auf nun 126 Marinesoldatinnen und -soldaten deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig können die Schiffe bis zu zwei Jahre in ihrem Einsatzgebiet verbleiben. So lassen sich die sonst sehr langen Transitzeiten vom Heimathafen bis zur „Mission Area“ erheblich verringern. Daneben wird diese lange Stehzeit auch möglich durch ein sogenanntes Mehrbesatzungsmodell, das vorsieht, dass sich zwei Stammbesatzungen pro Fregatte während eines laufenden Einsatzes ablösen.

Die ARGE F125 setzt sich aus der Thyssenkrupp Marine Systems, als federführendem Unternehmen, und der Fr. Lürssen Werft zusammen. Der Bau der Vorschiffe mit entsprechender Vorausrüstung erfolgte an den Werftstandorten der Lürssen in Bremen und Wolgast. Die Fertigung der Hinterschiffe, der Zusammenbau der beiden Schiffshälften, die weitere Endausrüstung, sowie die Inbetriebnahmen und Erprobungen erfolgten unter Leitung der Thyssenkrupp auf der Hamburger Werft Blohm+Voss.

von Presse- und Informationszentrum Marine   E-Mail schreiben