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Drei Monate Grundausbildung bei der Marine

Drei Monate Grundausbildung bei der Marine

Datum:
Ort:
Bremerhaven
Lesedauer:
3 MIN

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Von der Einschleusung bis zu ihrem Gelöbnis haben wir Rekrutinnen und Rekruten an der Marineoperationsschule Bremerhaven durch die Allgemeine Grundausbildung, kurz AGA, begleitet. Für sie eine Zeit voller Höhen und Tiefen. Vergessen werden sie sie nie.

Soldatinnen und Soldaten in Marineuniform vor einem Schiff

Die Rekrutinnen und Rekruten der 5. und 6. Inspektion der Marineoperationsschule Bremerhaven haben ihre Grundausbildung hinter sich gebracht. Bei bestem Wetter genießen sie ihr Feierliches Gelöbnis im Fischereihafen.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Sie haben es geschafft: 84 junge Rekrutinnen und Rekruten der Marineoperationsschule Bremerhaven haben sich Anfang Mai bei ihrem Feierlichen Gelöbnis zum Dienst für die Bundesrepublik Deutschland bekannt. Ein unvergesslicher Moment vor der beeindruckenden Kulisse des Fischereihafens, mit zahlreich angereisten Angehörigen und viel politischer Lokalprominenz. Hinter den jungen Soldatinnen und Soldaten lagen drei anstrengende Monate. Nicht jeder hat die Herausforderungen der Allgemeinen Grundausbildung bewältigt. Doch wer die ersten Hürden gemeistert hatte, konnte am Ende stolz auf sich sein. 

Früh aufstehen, kaum Privatsphäre, militärischer Ton

Eine junge Frau in zivil begutachtet Uniformteile in der Kleiderkammer

Um 5 Uhr Wecken, Stube aufklaren und nach dem Frühstück schnell in Richtung Kleiderkammer. Hier werden aus Zivilisten Soldatinnen und Soldaten. Matrose Friederike freut sich auf ihre Uniform.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Rückblick. Ein Morgen im Februar. Es ist kalt, die Rekrutinnen und Rekruten haben ihre erste Nacht auf Stube hinter sich. Ungewohnt für viele: Sie schlafen mit fremden Menschen zusammen in einem Raum, sie werden früh um 5 Uhr geweckt, können nicht selbst entscheiden, wann sie zum Frühstück gehen. Jetzt werden sie zur nächstgelegenen Kleiderkammer gefahren und in rund zwei Stunden mit allem versorgt, was sie für ihren Dienstalltag brauchen. 180 Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände, Gesamtwert rund 3.500 Euro. Schweres Gepäck, dass sie jetzt zu ihren Fahrzeugen schleppen müssen. Einer ihrer Ausbilder wird später sagen, dass es gerade den durch die coronabedingte Isolation geprägten Jahrgängen schwerfällt, in der Gruppe zu agieren. Kameradschaft und Teamgeist müssen erst gelernt werden. Beim gemeinsamen Tragen des Gepäcks, beim Sport, bei Aufgaben, die der Zug im Team bewältigen soll.

Kameradschaft, Respekt die Liebe zur See

Soldatinnen und Soldaten laufen auf einer Schießbahn, dabei wird eine Frau von Kameraden gestützt

Wartezeit auf der Schießbahn? Wird mit einem kleinen Fitnesstraining verkürzt. Hier wird spürbar, wie wichtig das Erleben von Kameradschaft gerade für die Corona-Generation ist.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Ein paar Wochen später stehen die Männer und Frauen des Ausbildungszuges auf einer Standortschießanlage und warten darauf, dass die Dämmerung der Dunkelheit weicht. Nachtschießen ist angesagt. Oberbootsmann Lars sagt: „Im Dunkeln ist das Schießen besonders herausfordernd.  Die Augen müssen sich an die veränderten Bedingungen anpassen, die Schützen müssen sich extrem gut konzentrieren können, um sich ihres Zieles absolut sicher zu sein.“ Das Ziel ist in diesem Fall eine Scheibe in 150 Metern Entfernung, die für sechs Sekunden beleuchtet wird. Erst danach darf geschossen werden. Matrose Jannis hatte vor seiner Grundausbildung noch nie ein Gewehr in der Hand. „Die Waffe flößt natürlich Respekt ein. Aber wir werden hier so umfassend und gut ausgebildet, dass ich mich sicher im Umgang damit fühle.“ Zehn Woche AGA liegen bereits hinter dem Matrosen. „Genug Zeit, um sich von einem zivilen Leben auf die Bundeswehr umzustellen. Der Körper gewöhnt sich an die neuen Belastungen.“ Sein Kamerad Gleb durchläuft die Ausbildung im Dienstgrad eines  Hauptgefreiten. Er ist Wiedereinsteller, hatte bereits zwei Jahre beim Heer gedient. „Aber die Bundeswehr ist mir im Kopf geblieben. Die Kameradschaft hat mir gefehlt und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.“ Jetzt hat er sich für den Dienst in der Marine entschieden. „Ich will zur See fahren, viele verschiedene Länder sehen.“ 

Dienen unter neuen Vorzeichen

Porträtfoto eines Marinesoldaten

Kapitänleutnant Malte G. empfiehlt den jungen Rekrutinnen und Rekruten, sich nicht schon in den ersten Tagen der Grundausbildung entmutigen zu lassen.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Kapitänleutnant Malte G. ist Chef der 5. Inspektion der Lehrgruppe B an der Marineoperationsschule Bremerhaven. Aus vielen Gesprächen mit jungen Soldatinnen und Soldaten weiß er: „Es ist ein Fehler, zu früh aufzugeben. Wer die ersten Tage der Grundausbildung durchhält, der gewöhnt sich an die fremde Umgebung und die neuen Herausforderungen. Am Ende können er oder sie stolz auf sich sein.“ Am Ende, das heißt, am Tag des Gelöbnisses, können die Soldatinnen und Soldaten sagen: „Wir sind Marine. Und ich bin ein Teil vom Wir.“ Diesen Satz gibt auch der Schulkommandeur, Kapitän zur See Jens Grimm, den Rekrutinnen und Rekruten mit auf den Weg. Er weiß, dass die Entscheidung für den Dienst in der Bundeswehr in Zeiten des Ukraine-Krieges nicht leicht fällt. Gerade deshalb möchte er ihnen seinen Dank aussprechen. „Sie zeigen eigene Stärke. Denn Sie sind bereit, das zu verteidigen, was wir alle so sehr lieben. Ein Leben in Freiheit.“

 

von Andrea Hilscher  E-Mail schreiben

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Impressionen

Video: Grundausbildung bei der Marineoperationsschule

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